KJUG-250

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250. Kapitel - Jonatha zieht mit Joseph heim. Das Haus wird leer und ausgeplündert angetroffen. Joseph ergrimmt darüber sehr. Denkwürdige Erklärung des Kindleins

250,1. Jonatha nahm sogleich zehn der allerschönsten Fische und übergab sie seinem Koche, dass er sie sogleich zurichte.

250,2. Er aber half seinen Gehilfen die andern Fische teils in die Lägel bringen und teils in die Selchkammer.

250,3. In einer Viertelstunde waren die Fische bereitet, und alle Angehörigen Josephs begaben sich zum Frühmahle.

250,4. Als das Mahl eingenommen war, da war es auch schon gegen Mittag, und der Joseph sprach:

250,5. „Nun aber haben wir auch die höchste Zeit, uns nach Hause zu begeben!

250,6. Und du, Bruder Jonatha, wirst mich begleiten und wirst heute noch bei mir zubringen!“

250,7. Und der Jonatha sprach voll Freude in seinem Herzen:

250,8. „O Bruder! – Das tue ich wohl am allerliebsten; denn du weisst es ja, wie endlos und unbegrenzt lieb ich dich habe!“

250,9. Darauf nahm der Jonatha drei grosse Lägel voll der edelsten Fische wieder und zog überheiteren Mutes mit dem Joseph und seiner Familie zur Villa.

250,10. Als sie da wieder anlangten, da fanden sie zu ihrem nicht geringen Erstaunen keinen Menschen von den Abgebrannten mehr,

250,11. sondern ganz leer stand das Haus da und offen in allen seinen Gemächern.

250,12. Joseph sagte bei solchem Anblicke seines Hauses: „Das ist kein gutes Zeichen;

250,13. denn hier scheinen Diebe gehandelt zu haben! – Nur diese Art flieht, so sie ein Haus bestohlen hat; der ehrliche Mensch aber bleibt!

250,14. Gehet ihr, meine Söhne, hinein und untersuchet, ob noch etwas im Hause ist, und kommet dann und saget es mir!“

250,15. Und die vier Söhne gingen und untersuchten das Haus und fanden es bis auf das Vieh im Stalle rein ausgeplündert.

250,16. Also war auch die Speisekammer leer, und im Geldkasten war kein Groschen mehr zu finden.

250,17. Da die vier Söhne solches alles also fanden, da wurden sie sehr traurig und kamen zurück und zeigten solches alles dem Joseph an.

250,18. Da ward der Joseph zornig über die Schlechtheit der Menschen, die für Wohltaten mit solchem Danke lohnen ihre Wohltäter!

250,19. Und er sprach ganz ergrimmt: „Wahrlich, läge es in meiner Macht, ein solches Schandgesinde auf das empfindlichste zu züchtigen, da würde ich sogleich Feuer vom Himmel über solcher Diebe Häupter regnen lassen!“

250,20. Hier trat das Kindlein zum Joseph und sprach: „Ei, ei – Vater Joseph, du bist heute sehr schlimm!

250,21. Haben die Diebe dir ja noch Mich gelassen; wie magst du denn ihrer gar so zürnen?

250,22. Siehe, die Diebe haben deinem Hause nur eine recht grosse Wohltat erwiesen, dass sie es also ausgereinigt haben!

250,23. Denn wahrlich, wo in Zukunft ein Haus (das Herz des Menschen) nicht also gereinigt sein wird, da werde Ich nicht einziehen!

250,24. Dieses Haus aber ist nun von jeglicher Weltschlacke gereinigt, und es gefällt Mir also sehr wohl!

250,25. Denn fürs erste ist es offen in allen seinen Fächern und Gemächern,

250,26. und fürs zweite ist es ganz gereinigt, und so ist es nun ganz geeignet zu Meinem Einzuge! – Daher zürne den Dieben nicht, auf dass ihre Sünde nicht grösser werde!“

250,27. Joseph und alle nahmen sich diese Worte zu Herzen, – und das Kindlein sprach am Ende:

250,28. „Sehet, also handeln alle Menschen an Mir, wie diese Abgebrannten an diesem Hause, und dennoch lasse Ich nicht Feuer vom Himmel regnen!

250,29. Also fluchet auch ihr denen nicht, die Übles für Gutes tun, so werdet ihr wahre Kinder des Einen Vaters im Himmel sein!“ – Diese Worte beruhigten den Joseph vollkommen, und er ging darauf ganz wohlgemut in sein Haus.

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