KJUG-244

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-244 Kapitel


244. Kapitel - Josephs tatkräftige Nächstenliebe. Ein rechter Trost in schwerer Heimsuchung. Abendbesuch und Abendmahl bei Jonatha

244,1. Zwei Stunden nach dem vollen Untergange der Sonne hatte Joseph mit der Verteilung zu tun

244,2. und wies dabei auch den Dach- und Fachlosen Plätze an, wo sie übernachten konnten;

244,3. denn in der Stadt getrauten sich wenige nur zu übernachten, teils wegen des starken Brandgestankes,

244,4. teils aber auch wegen der Unsicherheit, da man noch immer fürchten musste, ob das Feuer nicht ehestens dieses oder jenes noch gesunde Haus ergreifen wird.

244,5. Als Joseph also sein Geschäft beendet hatte, da fragte er das Kindlein ganz geheim, ob es nun wohl geheuer sein dürfte, das Haus zu verlassen und sich zum Jonatha hinzubegeben.

244,6. Und das Kindlein sprach: „Was kümmert dich das Haus und dessen Inhalt?

244,7. Gehört es doch nicht uns, sondern dem, der es gekauft hat, so wie auch der Inhalt, der ebenfalls des Käufers ist.

244,8. Daher gehen wir nur zum Jonatha, der für uns sicher einen guten Fisch in Bereitschaft hat!“

244,9. Und der Joseph sprach: „Da hast Du freilich wohl recht;

244,10. aber bedenke, dass wir einen Kasten voll Goldes und Silbers haben, und haben Kühe, Ziegen und Esel!

244,11. Könnte das nicht ein Raub dieser nun sehr vielen Gäste werden?“

244,12. Und das Kindlein sprach: „Joseph, das ist jetzt zu hoch für Mich!

244,13. Rede darüber mit dem Jakob, der versteht diese Sachen nun besser als Ich!“ –

244,14. Und der Joseph tat sobald an den Jakob dieselbe Frage.

244,15. Und der Jakob sprach: „Vater! – Und so wir alles verlören, der Herr aber bleibt uns, was hätten wir dann verloren? –

244,16. Der Herr aber zieht mit uns zum Jonatha; was sollen wir dann hier im Hause des Statthalters zu verlieren fürchten?!

244,17. Lasse dir die ganze Erde rauben und behalte den Herrn, dann hast du mehr, als so alle Himmel und Erden dein vollstes brauchbares Eigentum wären!

244,18. Und so ziehe, du redlichster Mann, ohne Furcht und Sorge mit dem Herrn zum Jonatha, und du wirst dich überzeugen, dass wir nichts verlieren werden!“

244,19. Diese Worte des Herrn aus dem Munde Jakobs beruhigten den Joseph so sehr, dass er augenblicklich mit seiner ganzen Sippschaft aufbrach und sich zum Jonatha begab.

244,20. Alldort harrten schon alle mit der sehnsüchtigsten Erwartung der Ankunft Josephs.

244,21. Und als sie seiner ansichtig wurden, da liefen sie wie die Kinder ihrem Vater entgegen, darunter sich auch der Cyrenius befand.

244,22. Und als unter solchem Geleite Joseph mit den Seinen in das Haus Jonathas trat, da liess dieser sogleich die wohlbereiteten Fische auftragen, und alle hielten hier ihr Abendmahl.

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