KJUG-237

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237. Kapitel - Demütige und herzliche Rede der vier Brüder an das beschimpfte Kindlein. Dessen göttliche Antwort an Seine Brüder

237,1. Und die vier Söhne Josephs kamen sobald in das Speisezimmer des Joseph, fielen da auch sogleich auf ihre Knie nieder, bekannten ihre Schuld und baten dann den alten Vater Joseph um Vergebung.

237,2. Joseph vergab ihnen darauf und nahm sein Urteil zurück.

237,3. Darauf aber sagte er zu den vieren: „Ich habe es euch wohl vergeben;

237,4. aber ich war auch dabei der von euch am wenigsten Beleidigte.

237,5. Aber hier ist das Kindlein, von dem ihr mir zum grössten Ärger aussagtet,

237,6. Es sei ganz verzärtelt und sei darum manchmal voll Kapricen, da Ihm dann nichts recht und gut genug wäre.

237,7. Dadurch habt ihr Es gröblichst beschimpft!

237,8. Gehet hin und bittet Es vorzugsweise um Vergebung, sonst kann es euch übel ergehen!“

237,9. Darauf gingen die vier hin vor das Kindlein und sprachen vor Ihm:

237,10. „O Du unser liebes Brüderchen! Siehe, wir haben Dich ungerecht beschimpft vor unserem Vater,

237,11. und haben dadurch ihn gröblichst erzürnt, dass er uns darob nahe fluchen musste.

237,12. Gar grob haben wir uns an Dir und dem guten Vater Joseph versündigt.

237,13. O wirst Du, liebes Brüderchen, uns wohl je solche unsere grobe Sünde vergeben können? – Wirst Du uns wieder zu Deinen Brüdern erheben?“

237,14. Hier lächelte das Kindlein die vier Bittenden gar überaus freundlich an, streckte Seine zarten Arme aus und sprach mit Tränen in Seinen göttlichen Augen:

237,15. „O stehet auf, ihr Meine lieben Brüder, und kommet her, auf dass Ich euch küsse und segne!

237,16. Denn wahrlich, wer so wie ihr zu Mir kommt, dem solle vergeben sein und hätte er der Sünden mehr, denn da ist des Sandes im Meere und des Grases auf der Erde!

237,17. Wahrlich, wahrlich! – eher noch als diese Erde gegründet war, habe Ich diese Sünde an euch schon geschaut und habe sie euch auch schon um gar vieles eher vergeben, als ihr noch waret!

237,18. O ihr Meine lieben Brüder! Seid ja in keiner Angst wegen Meiner; denn Ich habe ja euch alle so sehr lieb, dass Ich wohl aus Liebe zu euch einst sterben werde am Leibe!

237,19. Daher habet ja keine Angst vor Mir; denn wahrlich, so ihr Mir auch gefluchet hättet, da hätte Ich euch aber dennoch nicht gerichtet, sondern hätte geweint ob der Härte eurer Herzen!

237,20. Kommet also her, ihr Meine lieben Brüder, auf dass Ich euch segne, darum ihr Mich ein wenig beschimpfet habt!“

237,21. Diese endlose Güte des Kindleins brach den vieren das Herz, dass sie weinten wie kleine Kinder.

237,22. Auch die andere Tischgesellschaft ward so sehr gerührt, dass sie sich des Weinens nicht enthalten konnte.

237,23. Das Kindlein aber richtete Sich auf, ging Selbst zu den vieren hin und segnete und küsste sie und sagte dann zu ihnen:

237,24. „Nun, liebe Brüder, werdet ihr es doch merken, dass Ich euch alles vergeben habe!? –

237,25. Ich bitte euch aber, gehet nun in die Küche und bringet uns allen einen besseren Fisch!

237,26. Denn fürwahr, Ich bin noch recht hungrig und kann den Fisch aber dennoch nicht essen, den ihr ehedem für uns bereitet habt!“

237,27. Hier erhoben sich sobald die vier, küssten das übergute Kindlein und eilten dann übergerührt in die Küche und bereiteten in der kürzesten Zeit einen allerbesten Fisch für den Tisch Josephs.

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