KJUG-216

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-216 Kapitel


216. Kapitel - Kalter Fisch mit Öl und Zitronensaft. Der Grund für die Mosaische Speisevorschrift. ,,Nun aber heisst es und wird allzeit heissen fürder: Der Herr ist der beste Koch!"

216,1. Darauf begab sich alles wieder ins Haus und allda nach dem Willen des Kindleins zum Tische.

216,2. Denn es hatte noch keiner von den Hauptgästen irgendeinen Bissen in den Mund gesteckt; die drei grossen Fische lagen noch fast ganz unangetastet da.

216,3. Da aber während des Suchens des Kindleins mehrere Stunden vergingen und der Tag dem Abende nahe war,

216,4. da wurden natürlich die Fische auch kalt, in welchem Zustande sie von den Juden zumeist nicht genossen werden durften.

216,5. Da aber die Sonne dennoch nicht untergegangen war, so durften die Fische wohl noch genossen werden; nur mussten sie frisch wieder übers Feuer gebracht und wohl erwärmt werden.

216,6. Darum berief Joseph sogleich seine vier Köche und befahl ihnen, die Fische wieder zu überbraten.

216,7. Das Kindlein aber sprach: „Joseph, lasse diese Arbeit gut sein; denn von nun an sollen auch die Fische kalt genossen werden, wenn sie nur gebraten sind zuvor!

216,8. Lasse aber anstatt des Wiederbratens Zitronen und gutes Öl bringen,

216,9. und diese Fische werden also besser schmecken, als so sie wieder gebraten würden!“

216,10. Joseph befolgte sogleich den Rat des Kindleins und liess bringen einen ganzen Korb Zitronen und ein tüchtiges Gefäss voll frischen Öles.

216,11. Und alle Gäste waren auf diese neue Kost lüstern, wie sie etwa doch schmecken werde.

216,12. Cyrenius war der erste, der sich ein recht tüchtiges Stück vom Fische nahm und gab darauf Öl und den Saft einer Zitrone.

216,13. Und als er zu essen begann, da konnte er nicht genug rühmen den Wohlgeschmack des also zubereiteten Fisches.

216,14. Auf solche Erfahrung des Statthalters griffen dann auch die andern Gäste zu, und allen schmeckte diese Kost so wohl, dass sie sich nicht genug darüber verwundern konnten.

216,15. Als Joseph selbst eine recht ansehnliche Probe davon gemacht hatte, da sprach er:

216,16. „Fürwahr! Wenn Moses je einen also zubereiteten Fisch genossen hätte, da hätte er diese Kost sicher auch in seine Diät aufgenommen!

216,17. Aber er musste eben in der Küche nicht so wohl bewandert gewesen sein wie Du, mein allerliebster Jesus!“

216,18. Hier lächelte das Kindlein recht herzlich und sprach gar freundlich:

216,19. „Mein lieber Vater Joseph, der Grund liegt darin:

216,20. Unter Moses in der Wüste hiess es: Der Hunger ist der beste Koch! – und das Volk hätte zu seinem Verderben oft rohes Fleisch gegessen aus Hunger;

216,21. darum musste Moses eine solche Diät vorschreiben, und die Speisen mussten frisch und warm genossen werden.

216,22. Nun aber heisst es und wird allzeit heissen fürder: Der Herr ist der beste Koch! – und da kann man dann schon auch einen kalten Fisch mit Zitronen und Öl geniessen.

216,23. Und das darum, weil der kalte, aber doch gut gebratene Fisch gleich ist dem Zustande der Heiden, der Zitronensaft gleich der sie einenden und zusammenziehenden Kraft aus Mir, und das Öl gleich Meinem Worte an sie. – Verstehst du nun, warum der Fisch also besser schmeckt?“ – Alles ward darob bis zu Tränen gerührt und wunderte sich hoch über des Kindes Weisheit.

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