KJUG-210

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210. Kapitel - Der dreimalige Umlauf des Kindes um die Brandfläche und seine prophetischen Worte an Cyrenius: ,,Der Herr aber wird dreimal um die Brandstätte der Welt ziehen, und es wird Ihn niemand fragen und sagen: ,Herr! was tust Du?` Und beim dritten Umgange erst solle der letzte Strahl des Zornes von der Erde genommen werden!"

210,1. Nachdem im Verlaufe von etlichen Stunden alles verbrannt war und von dieser Szene von allen den übrigen Gästen niemand etwas bemerkt hatte – indem es der Herr also haben wollte – ausser der Dienerschaft des Cyrenius,

210,2. da erst kamen die Tullia, der Maronius Pilla und die Obersten und die Hauptleute samt Maria und dem Jakob, der das Kindlein führte, an diesem Tage zum ersten Male aus dem Hause ins Freie.

210,3. Und der Maronius Pilla, da er eine sehr feine Nase hatte, nahm sogleich einen Brandgeruch wahr,

210,4. ging sogleich zum Joseph und sagte: „Edelster Freund, merkst du nichts von dem Geruche nach einem wilden Brande in deinen Nüstern?“

210,5. Und der Joseph führte ihn etwas hinter das Haus und zeigte ihm mit dem Finger die Brandstätte.

210,6. Und Maronius fragte, was denn da dem Feuer preisgegeben ward.

210,7. Und der Joseph sprach: „Freund! Darum eben ward die Sache dem Feuer übergeben, auf dass sie nicht aller Welt in die Augen fallen solle!

210,8. Cyrenius aber weiss alles; darum wende dich an ihn, er wird es dir sagen, was da war; denn er war Zeuge von allem!“

210,9. Damit war der Maronius abgefertigt und mit ihm noch einige neugierige Forscher.

210,10. Es verlangte aber darauf das Kindlein, mit Joseph, Cyrenius, Jonatha und mit Seinem Jakob zur Brandstätte zu gehen, die noch hier und da ein wenig dampfte.

210,11. Als diese dort anlangten, da lief das Kindlein dreimal um die bedeutend grosse Brandfläche, nahm einen zur Hälfte verbrannten Dolch und gab ihn dem Cyrenius und sprach:

210,12. „Cyrenius, siehe, nun sind deine Feinde besiegt, und zu Asche ward ihre Festigkeit!

210,13. Hier ist der letzte feindliche Rest in Meiner Hand, und dieser ist untauglich geworden!

210,14. Ich übergebe ihn dir zum Zeichen, dass du keine Rache üben sollst fürder an denen, die wider dich waren – und einige wenige es noch sind!

210,15. Denn also unbrauchbar und verschlackt, wie dieser Dolch hier, solle auch aller Zorn in dir und in deinen wenigen Feinden sein!

210,16. Diese deine Feinde aber gingen von Tyrus aus und wollten dich hier verderben.

210,17. Ich aber wusste den Tag und die Stunde und den Augenblick, da du in Gefahr schwebtest.

210,18. Darum liess Ich in dieser Nacht zur rechten Zeit einen Sturm kommen, der die reissenden Tiere aus dem Gebirge trieb

210,19. und musste die Meuterer in grosse Furcht und Angst versetzen, auf dass sie unbehilflich wurden, als sie von den Bestien angefallen worden sind.

210,20. Und siehe, also wird es in der Zukunft sein: Ein mächtig Feuer aus der Höhe wird kommen über die Gebeine der Frevler und wird sie verzehren bis zu Staub und Asche!

210,21. Der Herr aber wird dreimal um die Brandstätte der Welt ziehen, und es wird Ihn niemand fragen und sagen: ,Herr! was tust Du?‘

210,22. Und beim dritten Umgange erst solle der letzte Strahl des Zornes von der Erde genommen werden!“ – – –

210,23. Alle aber machten ob dieser Rede grosse Augen; denn niemand verstand ihren Sinn. – –

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