KJUG-199

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199. Kapitel - Josephs echt menschlich-kurzsichtige Fragen. Des Kindleins Antwort. Die universale Bedeutung der Menschwerdung des Herrn

199,1. Da aber Joseph solches vom Kindlein vernommen hatte, da sprach er:

199,2. „O mein Gottsöhnchen! – ich habe Dich in meiner Tiefe wohl verstanden.

199,3. Aber ich muss dazu bekennen, dass Du mir da eben keine angenehme Vorsage gemacht hast!

199,4. Denn so nach Dir, wie vor Dir, der grösste Teil der Menschen Heiden und Götzendiener verbleiben werden, wozu ist dann diese Deine Darniederkunft?

199,5. Wozu solche Erniedrigung Deiner endlosen ewigen Heiligkeit? Willst Du nur wenigen helfen? – Warum nicht allen?!“ –

199,6. Das Kindlein aber sprach: „O Joseph, du hast ja eine Menge eitler Fragen!

199,7. Hast du noch nie den gestirnten Himmel betrachtet? – Siehe, ein jeder Stern, den du erschaust, ist eine Welt, ist eine Erde, auf der, wie hier, freie Menschen wohnen!

199,8. Und zahllose gibt es, die noch keines Sterblichen Auge erspähet hat; und siehe, diesen allen gilt diese Meine Darniederkunft!

199,9. Wie und warum aber, das wirst du einst in Meinem Reiche in grösster Klarheit erschauen!

199,10. Darum wundere dich nicht, so Ich über dieser Erde Menschen dir eine solche Vorsage gemacht habe;

199,11. denn Ich habe deren ohne Zahl und Ende; und alle diese Zahl- und Endlosen bedürfen dieser Meiner Darniederkunft –

199,12. und bedürfen deren darum, weil solcher Meine eigene ewige Ordnung bedarf, aus der diese Erde wie alle andern ohne Zahl und Ende hervorgegangen sind.

199,13. Also wird es auf der Erde wohl also zugehen, wie Ich es dir vorausgesagt habe!

199,14. Aber darum wird der ewig heilige Zweck dieser Meiner Darniederkunft dennoch nicht ein vergeblicher sein! –

199,15. Denn sieh: Alle die zahllosen Welten, Sonnen und Erden haben ihre Bahnen, und diese haben eben auch zahl- und endlos verschiedene Richtungen.

199,16. Überall sind andere Gesetze und überall eine andere Ordnung;

199,17. aber am Ende kommen sie doch alle in der einen – Meiner Grundordnung zurecht und entsprechen dem einen grossen Hauptzwecke wie die Glieder des Leibes und deren Verrichtungen.

199,18. Und siehe, also wird es auch mit den Menschen der Erde am Ende sein, und sie werden dereinst im Geiste dennoch alle erkennen, dass es nur einen Gott, einen Herrn, einen Vater und nur ein vollkommenes Leben in Ihm gibt!

199,19. Wie und wann aber? – Das bleibt bei Dem, der es dir nun gesagt hat!

199,20. Aber es werden zuvor noch viele Winde über den Boden der Erde wehen müssen

199,21. und viel Wasser dem Himmel entstürzen und viel Holz verbrannt werden, bis man sagen wird:

199,22. Siehe, nun ist eine Herde und ein Hirt, ein Gott und nur ein Mensch aus Zahllosen, ein Vater und ein Sohn in und aus den Zahl- und Endlosen!“

199,23. Ob dieser Rede des Kindleins stiegen dem Cyrenius, dem Jonatha wie dem Joseph die Haare zu Berge, und der Joseph sprach:

199,24. „O Kindlein! – Deine Worte werden immer unbegreiflicher, wunderbarer – und wahrhaft entsetzlicher!

199,25. Wer mag deren endlose Tiefe erfassen?! – Darum rede mit uns nach unserem Verständnisse, sonst gehen wir zugrunde unter solcher Tiefe Deiner Rede!“

199,26. Das Kindlein aber lächelte und sprach: „Joseph! Siehe, gerade heute bin Ich recht aufgelegt, euch Enthüllungen zu machen, dass ihr alle darob erschaudern sollet!

199,27. Und ihr sollet daraus in der Fülle ersehen, dass in Mir im Ernste der vollkommene Herr der Ewigkeit zu Hause ist und nun wohnet unter euch! – Und so höret Mich weiter an!“

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