KJUG-196

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-196 Kapitel


196. Kapitel - Neue Zwistigkeiten im zweiten Spiel. Der dritte Schub. Das ehrgeizige Mädchen im Ministergrübchen. Die Hetze gegen das Kind. Der neue, letzte Schub. Alle kommen ins Kindergrübchen, das Kind allein ins Königsgrübchen. Sein Kügelchen beginnt zu strahlen wie die Sonne, und das Kind legt das strahlende Kügelchen ins Vatergrübchen. Die Grund-Lebensordnung ist wiederhergestellt

196,1. Im Verlauf dieses zweiten Spieles aber brachen wieder einige Zwistigkeiten unter den Spielenden aus.

196,2. Der Minister ward zu gefürchtet, weil das der Cyrenius selbst war; der Feldherr wie der Landpfleger und der Richter getrauten sich kaum zu rühren gegen den Minister und schmollten heimlich bei sich über solche Ordnung.

196,3. Besonders waren ein paar Mädchen, die da den Landpfleger und den Richter machten, nicht zufrieden, weil sie ohne des Ministers Einwilligung nichts tun dürften.

196,4. Nur Sixtus in seinem Kindergrübchen war vollkommen zufrieden.

196,5. Das Kindlein aber sah diese Uneinigkeit und berief daher alle wieder zusammen, teilte die Kügelchen wieder aus und liess zum dritten Male schieben.

196,6. Bei diesem Schube aber kam der Cyrenius ins Königsgrübchen und das Kindlein ins Kindergrübchen;

196,7. und alle Kinder hatten eine recht grosse Freude, dass auch einmal der zwei Jahre und vier Monate alte Jesus ins Kindergrübchen kam.

196,8. Hier kam sogar das gewisse Mädchen wieder und sagte zum Kindlein: „Siehe, da ist der rechte Platz für dich; das freut mich, dass du auch einmal in dieses langweilige Grübchen kamst!“

196,9. Das Kindlein aber sprach: „Siehe, das Ministergrübchen ist noch frei! Nehme ein Kügelchen und schiebe, vielleicht kommst du hinein?“

196,10. Darauf nahm das Mädchen doch wieder das Kügelchen und schob und kam richtig ins Ministergrübchen.

196,11. Als sie sich aber im Ministergrübchen erschaute, da wurde sie ganz brennend rot vor Freude, dass endlich einmal ihr Ehrgeiz befriedigt worden ist, und sprach scherzend:

196,12. „Nun, mein Jesus, freue dich; jetzt werde ich dich schon strafen, wenn du ungehorsam sein wirst!“

196,13. Und das Kindlein sagte: „Weisst du, die Kinder sind frei vom Gesetze; was willst du Mir dann tun, und was machen mit Mir?“

196,14. Das Mädchen aber sprach: „Lass nur einmal das Spiel anfangen, und du sollst sogleich sehen, ob der Minister keine Gewalt über die Kinder hat!“

196,15. Darauf teilte Cyrenius als der König das Spiel aus, und alles ging auf seine Plätze und übte dort sein Amt aus.

196,16. Der Minister aber hetzte besonders den Priester gegen das Kind auf, auf dass er es ja nicht zu sich kommen lassen solle.

196,17. Also hatten auch die andern Stände kein Gehör für das Kind.

196,18. Und das Kind lief darum zum Könige und beklagte sich nach der Regel des Spieles bei ihm ob seiner Verfolgung.

196,19. Und der König sprach: „O Herr, ich bin in diese Regeln noch zu wenig eingeweiht!

196,20. Da nun aber sich schon wieder dieser Regeln ungeachtet eine Unordnung ins Spiel eingeschlichen hat, da will ich die kleine Gesellschaft wieder einberufen, und so Du willst, können wir sogleich einen neuen Schub machen!“

196,21. Und das Kindlein sprach: „Ja – Cyrenius, einen neuen, und für ewig den letzten!

196,22. Und so rufe die Kinder zusammen, auf dass wir die letzte Probe machen!“

196,23. Und der Cyrenius berief die Kinder zusammen und verteilte die Kügelchen, und es ward geschoben.

196,24. Diesmal aber schoben alle Kinder samt dem Cyrenius ins Kindergrübchen; nur allein Jesus schob ins Königsgrübchen.

196,25. Da fing aber Sein Grübchen an sobald glühend zu werden und Sein Kügelchen zu strahlen wie die Sonne!

196,26. Und das Kindlein nahm das strahlende Kügelchen und legte es ins Vatergrübchen und fragte dann den Cyrenius:

196,27. „Cyrenius! Verstehst du nun schon ein wenig dieses bedeutungsvollste Spiel?“

196,28. Und der Cyrenius sprach: „O Herr, Du mein Leben! – wie solle ich das verstehen?“

196,29. Und das Kindlein sprach: „So höre Mich denn an; Ich werde es euch allen gar klar und gründlich deuten!“

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