KJUG-192

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-192 Kapitel


192. Kapitel - Das lehrreiche Grübchenspiel. Die Lebensgrübchen und ihre Ordnung

192,1. Darauf wandte sich das Kindlein zum Sixtus als dem ältesten der Knaben von den Cyrenischen Kindern und sagte zu ihm:

192,2. „Sixtus, gehe und mache da vorne am abgetretenen Wege zehn Grübchen, ein jedes eine Spanne vom andern entfernt! Was dann damit zu geschehen hat, das weisst du schon.

192,3. Dann bringe du die zehn Kügelchen, die der Jakob aus Lehm für uns zum Spielen gemacht hat, und wir werden dann ein wenig Kügelchen werfen; – du weisst schon wie, denn du hast es Mich ja gelehrt!“

192,4. Darauf tat Sixtus sogleich, was das Kindlein verlangte.

192,5. Als die zehn Grübchen gemacht und die Lehmkügelchen herbeigeschafft waren, da sagte das Kindlein zum Cyrenius:

192,6. „Nun lasse Mich nur wieder frei, damit Ich dir erklären kann und zeigen, wie dieses Spiel geht; aber ihr andern Kinder dürft Mir nun nichts einreden, weil Ich dem Cyrenius selbst die Sache erklären will!“

192,7. Hier wandte sich das Kindlein ganz pathetisch an den Cyrenius und sprach:

192,8. „Siehe, das Spiel geht also: Drei Schritte vor diesen Grübchen musst du stehen, dann ein Kügelchen schieben.

192,9. Bringst du es durch einen gelungenen Wurf ins zehnte und somit letzte und entfernteste Grübchen, so bist du des Spieles König; bringst du es ins neunte, dann bist du ein Minister; im achten bist du ein Feldherr!

192,10. Im siebenten ein Landpfleger, im sechsten ein Richter, im fünften ein Priester, im vierten ein Landmann, im dritten ein Vater, im zweiten eine Mutter und im ersten ein Kind!

192,11. Wie dann das Spiel weitergeht, das werde Ich dir schon wieder erklären, wenn die Grübchen besetzt sein werden.“

192,12. Hier nahm lächelnd der Cyrenius ein Kügelchen und schob es nach dem Wege, und das Kügelchen rollte sogleich ins erste Grübchen!

192,13. Und das Kindlein fragte: „Bist du mit deinem Stande zufrieden? Ansonst kannst du als Anfänger noch zwei Male schieben!“

192,14. Und der Cyrenius sagte: „Mein herrlichstes Leben, Mein Jesus! Ich bleibe schon, wo ich nun bin!“

192,15. Und das Kindlein sprach: „Gut, so schiebet ihr nun darauf, einer nach dem andern. Ich werde dann zuletzt schieben!“

192,16. Und die Kinder schoben ihre Kügelchen, besetzten aber nicht alle Grübchen, sondern sie kamen oft zu zwei und zu drei in ein Grübchen.

192,17. Am Ende schob das Kindlein und kam wie sonst allzeit ins zehnte Grübchen! –

192,18. Da hielt sich ein Mädchen auf und sprach: „Aber so muss denn der kleine Jesus allzeit ein König sein!“

192,19. Das Kindlein aber sagte zum Mädchen: „Warum grämst du dich darob? – hast du doch vor Mir geschoben, warum bist du denn so ungeschickt in deiner Hand?!

192,20. Grolle Mir aber nicht darob, sonst werde Ich gleich wieder eine Maus über dich kommen lassen, vor der du dich so sehr fürchtest!“

192,21. Darauf sagte das Mädchen nichts mehr und begnügte sich allein in ihrem zweiten Grübchen!

192,22. Es war aber das neunte, achte, siebente und sechste Grübchen unbesetzt; da sagte der Cyrenius zum Kindlein:

192,23. „Siehe, Du mein Leben! – Nun gibt es noch keinen Minister, keinen Feldherrn, keinen Landpfleger und keinen Richter!

192,24. Wer wird nun diese Hauptstellungen übernehmen?“

192,25. „Diese Stellen“, sprach das Kindlein, „muss nun Ich Selbst versehen, weil sie niemand besetzt hatte; denn alle die unbesetzten Posten müssen von einem, vom Königsgrübchen gerechnet, besetzten übernommen werden!

192,26. Wäre der Minister besetzt, da fielen die drei nachfolgenden leeren Posten ihm zu; da er aber unbesetzt ist, so fallen die vier Grübchen nun dem Könige zu! – Da nun aber die Grübchen besetzt sind, so gehen wir nun aufs eigentliche Spiel über!“

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