KJUG-183

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-183 Kapitel


183. Kapitel - Des Cyrenius Reisebegebnisse und seine Bitte um Aufschluss an Joseph. Josephs ausweichende Antwort. Des unbefriedigten Cyrenius Aufklärung durch das Kindlein. Der allgemeine Aufbruch zur Villa Josephs

183,1. Als sich der Cyrenius so recht durchgewundert hatte, da er sich nach allen Seiten hin von der Richtigkeit überzeugt hatte, da erst fing er ganz verblüfft wieder ordentlicher zu reden an und sprach zum Joseph:

183,2. „Ja, du mein erhabenster Freund und Bruder, es geschehe sogleich nach deinem Verlangen;

183,3. aber zwei Dinge müssen eher noch berichtiget sein!

183,4. Fürs erste muss mein grosser Retter belohnt sein – und das auf eine kaiserliche Art!

183,5. Und fürs zweite muss ich von dir eher noch erfahren, wie es so ganz eigentlich möglich war, dass ich gerade hierher verschlagen ward, dahin ich es am allerwenigsten vermeinte!

183,6. Denn siehe, schon von Tyrus angefangen, hatte ich stets einen starken Ostwind, der sich nach und nach in einen förmlichen Orkan umwandelte!

183,7. Ich ward von diesem widrigen Winde bereits zehn volle Tage auf der hohen See – Gott weiss es, wo überall – herumgetrieben.

183,8. Als ich aber mit der Hilfe dieses grossen Retters gestern in der Mitternacht endlich einmal wieder Land unter meine Füsse bekam, da dachte ich mich in Spanien zu befinden, und zwar nahe an den Säulen des Herkules!

183,9. Und – nun bin ich anstatt im vermeinten Spanien genau da, wohin ich so ganz eigentlich habe kommen wollen!

183,10. O Bruder, o Freund! – nur einen kleinen Aufschluss gebe mir darüber!“

183,11. Und der Joseph sagte: „Freund, lasse aber doch dein Schiff eher von deinen Leuten untersuchen, ob alles in Ordnung ist;

183,12. dann erst will ich dir mit der Gnade des Herrn über deine Seefahrt etwas kundtun!“

183,13. Und der Cyrenius erwiderte dem weisen Joseph: „O Freund! – du kommst mir heute sehr sonderlich vor!

183,14. Prüfest du mich? Oder was ist es, das du mit mir vorhast?

183,15. Ist heute doch der Sabbat deines und meines Herrn, auf den du sonst überaus viel gehalten hast!

183,16. Und wahrlich, ich verstehe dich nicht und weiss es auch nicht, warum du heute mich zu einer Arbeit zwingen willst?!

183,17. Siehe, Dieser hier, der da heilig, überheilig auf meinen Armen ruht, hat sicher lange schon mein Schiff geordnet, darum ich Ihn liebe über alles!

183,18. Wozu wohl wäre da meine Sorge? – Ich war in grosser Gefahr und sorgte mich viel;

183,19. aber alle meine Sorge war zu nichts nütze; denn nur Er ganz allein hat mir Rettung gebracht!

183,20. Darum will ich mich aber fürder auch um nichts mehr sorgen und werde das Schiff heute schon ganz gewiss ruhen lassen! – Ist das nicht recht also?“

183,21. Und das Kindlein küsste den Cyrenius und sagte: „Joseph hat dich in Meinem Namen nur versucht, weil du den Jonatha eher belohnen wolltest, als mit ihm nach der Villa ziehen.

183,22. Ich aber sage dir, du sollst den Jonatha gar nicht belohnen; denn Ich Selbst bin ja sein Lohn!

183,23. Darum mache dich nur auf, und ziehe mit dem Joseph; daheim solle dir alles klar werden!“ – Und der Cyrenius tat sogleich, was das Kindlein ihm geraten hatte, und alles zog nach der Villa.

Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-183 Kapitel