KJUG-176

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176. Kapitel - Fortsetzung der Mondbetrachtung Josephs und Jonathas. Ein Licht über den beschatteten Mond

176,1. Im Hause angelangt, sprach der Jonatha zum Joseph: „Bruder! was wird aus dieser höchst fatalen Geschichte werden?

176,2. Bei meinem armen Leben, da sieh einmal zum Fenster hinaus! Der ganze Mond ist bereits bei Botz und Stengel weggezehrt!

176,3. Und finster ist's nun draussen ganz entsetzlich!

176,4. Ja, ja, ich habe es aber auch schon öfter von gelehrtesten Heiden gehört, dass der Mensch die Gestirne des Himmels nicht zählen und auch sonst nicht zu aufmerksam betrachten solle, –

176,5. denn da könne es leicht geschehen, dass sie herunterfielen auf die Erde!

176,6. Und träfe der Mensch etwa seinen eigenen Leitstern, und fiele dieser herab, so wäre der Mensch hin und verloren!

176,7. Der Mond aber ist ja auch ein Gestirn am Himmel und kann demselben sonderbaren Gesetze unterworfen sein!

176,8. Und da kann es sein, dass wir ihn getroffen haben, und er fiel irgendwo teilweise zu Boden auf die Erde; denn ich sah eine Menge Partikel davonfliegen (Sternschnuppen).

176,9. Oder wir sind nun vom Monde besessen und werden zu Mondsüchtigen werden, was für uns eine grosse Plage wird!

176,10. Eines davon ist sicher der Fall! Denn dass der Mond nicht mehr besteht, das kann man mit den Händen greifen; aber wer ihn aufgezehrt hat, oder wohin er kam, das ist nun eine ganz andere Frage!“

176,11. Und der Joseph sprach: „Weisst du was, das habe ich wohl schon öfter gehört, dass zuweilen der Mond wie auch die Sonne verfinstert wird.

176,12. Und das könnte jetzt wohl auch gar leicht der Fall sein, obschon ich mich selbst nicht erinnern kann, je etwas dergleichen gesehen zu haben!

176,13. Das aber habe ich gehört von alten Leuten, dass da zuweilen die Engel Gottes diese zwei Himmelslichter also putzen wie wir eine Lampe, so der Docht einen Butzen bekommt,

176,14. während welcher Arbeit es dann natürlich etwas finster wird auf der Erde. Und das könnte jetzt wohl auch der Fall sein!

176,15. Denn die Fabel, dass da ein Drache die beiden Gestirne zu verschlingen anfängt, ist zu dumm und gehört dem finstersten Heidentume an.“

176,16. Während sich aber Joseph und Jonatha über den Mond also besprachen, fing der Mond auf der andern Seite an wieder sichtbar zu werden.

176,17. Und die Kinder und die Söhne Josephs bemerkten das und sprachen: „Sehet, sehet, der Mond kommt schon wieder zum Vorscheine!“

176,18. Die beiden blickten hinaus, und dem Jonatha fiel ein Stein vom Herzen, weil er nur den Mond wieder zu sehen bekam.

176,19. Hier fragte wieder der Joseph das Kindlein, wie denn doch solches zuging.

176,20. Das Kindlein aber sprach: „Lasset doch den armseligen Mond zuvor aus dem Schatten, den die Erde wirft, heraustreten, dann erst wollen wir sehen, ob er sich verändert hat!

176,21. Die Erde ist ja kein endloser Körper, sondern ist so rund wie die Pomeranze, die Ich ehedem verzehrte,

176,22. und schwebet frei und ist um sie ein endloser freier Raum; darum können der Sonne Strahlen sie allzeit überleuchten auf allen Seiten.

176,23. Also muss die grosse Erde ja auch einen Schatten werfen, und kommt der Mond in diesen, so wird er finster, da sonst auch er von der Sonne beleuchtet wird. Mehr sage Ich euch aber nicht!“ – Hier sahen Joseph und Jonatha einander an und wussten nichts darauf zu erwidern.

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