KJUG-175

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175. Kapitel - Maria und das Jesusknäblein in herzlich-scherzender Unterhaltung auf dem Hügel. Joseph und Jonatha bei ihrer ,Mondmahlzeit`. Die plötzliche Mondfinsternis

175,1. Da aber Maria mit der Eudokia ihre häuslichen Geschäfte beendet hatte, da begab sie sich ebenfalls auf den Hügel, geleitet von der Eudokia.

175,2. Und das Kindlein lief ihr entgegen und hüpfte freudig um die herrliche Mutter.

175,3. Maria aber nahm das schon ziemlich schwere Kindlein auf ihre etwas müden Arme und kosete Es und sagte scherzweise:

175,4. „Aber heute bist Du schwer! Du warst gewiss recht genäschig und hast zuviel Honig, Butter und Brot gegessen?“

175,5. Und das Kindlein sprach: „Zahlt sich's wohl aus! So ein Töpfchen, das der Jakob leicht in seiner Faust verbergen kann!

175,6. Dann ein Stückchen Brotes, das man auch nicht dem Winde preisgeben darf, auf dass er es nicht sobald in die Luft erhebe wie ein dürres Baumblatt!

175,7. Davon wird man doch sicher nicht sehr gewichtig werden!

175,8. Ich muss dir sagen, dass Ich im Ernste recht hungrig bin und freue Mich schon aufs Nachtmahl.

175,9. Siehe, Joseph und Jonatha haben eher den ganzen Mond gespeist und sind doch noch hungrig, da sie doch nicht mehr wachsen;

175,10. wie solle Ich da von der Fliegenjause satt geworden sein, der Ich doch wachsen muss?!“

175,11. Und die Maria sprach zum Kinde: „Mein Söhnchen, aber heute bist Du wieder recht schlimm!

175,12. Siehe, wenn Joseph und Jonatha den Mond gespeist hätten, da würde er wohl nimmer so schön vom Himmel herableuchten!“

175,13. Und das Kindlein aber sprach: „Weib und Mutter! Ich bin nicht schlimm; sondern du hast Mich nur nicht verstanden!

175,14. Gehe aber nur hin zu den zweien, und sie werden dir sogleich auch etwas vom Monde zum Verkosten geben!“

175,15. Hier lächelte Maria und ging hin zum Joseph, und grüsste ihn, und fragte ihn, was er da gar so vertieft nachdenke,

175,16. und warum er mit Jonatha gar so emsig nach dem Vollmonde blicke.

175,17. Und der Joseph sah sich kaum nach der Maria um und sprach: „So störe mich nicht in meiner Betrachtung;

175,18. denn ich möchte nun etwas entziffern mit dem Jonatha! Jesus hatte uns Winke gegeben, die müssen ausgearbeitet werden; daher sei ruhig nun, und störe uns nicht!“

175,19. Hier sah die Maria das Kindlein an, das da heimlich lächelte, und das Kindlein sprach:

175,20. „Siehst du nun, wie Joseph und Jonatha noch am Monde zehren? Warte aber nur hier ganz geduldig, und lasse Mir durch den Jakob ein Stückchen Brotes holen und eine Pomeranze!

175,21. Denn das Zehren am Monde von Joseph und Jonatha macht Mich noch hungriger, als Ich ohnehin schon bin.“

175,22. Und die Maria sandte sogleich den Jakob und liess bringen, was das Kindlein verlangte.

175,23. Darauf aber fragte sie das Kindlein, bis wann die beiden mit ihrer Mondesentzifferung fertig würden.

175,24. Und das Kindlein sprach: „Habe nur acht; heute und jetzt sogleich wird eine Verfinsterung des Mondes kommen, die wird bei drei Stunden währen!

175,25. Die zwei aber wissen nicht, woher diese rührt; darum werden sie meinen, sie hätten im Ernste den Mond verzehrt, besonders Jonatha!

175,26. Und diese Erscheinung wird dieser Betrachtung ein Ende machen.

175,27. Darnach werde Ich sie schon wieder belehren, wie Ich es sonst zu tun pflege, wenn es not tut.

175,28. Aber zuvor müssen beide recht tüchtig anrennen und müssen ihre Berechnungen zu Staube werden sehen!“

175,29. Als das Kindlein kaum diese Worte ausgeredet hatte, da bekam der Mond schon einen dunkelbraunen Einbug.

175,30. Jonatha bemerkte das zuerst und zeigte es dem Joseph an.

175,31. Joseph bemerkte natürlich ganz überrascht dasselbe und noch mehr, da die Verfinsterung in jedem Augenblicke wuchs.

175,32. Da wurde bald beiden bange, und Joseph fragte sogleich das Kind: „Was ist das, was mit dem Monde vorgeht?“

175,33. Und das Kindlein sprach: „Du siehst ja, dass Ich esse, was willst du da Mich stören? – Warte, bis Ich mit der Pomeranze also fertig werde wie ihr mit dem Monde, dann werde Ich schon weiter reden!“

175,34. Joseph schwieg darauf, und als der Mond sich ganz verfinsterte, da erschraken beide, und alles musste sich nun ins Haus begeben, und Jonatha meinte im Ernste, dass er den Mond verzehrt habe.

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