KJUG-16

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16. Kapitel - Die Erscheinungen bei der Höhle. Das Traumgesicht der Wehmutter und ihre prophetischen Worte. Die Wehmutter bei Maria und dem Kinde. Salomes, ihrer Schwester, Zweifel an der Jungfräulichkeit Mariens

16,1. Und das Weib willigte ein und folgte dem Joseph hin zur Höhle; da sie aber zur Höhle kamen, da verhüllte sich dieselbe plötzlich in eine dichte weisse Wolke, dass sie nicht den Eingang finden mochten.

16,2. Ob dieser Erscheinung fing sich die Wehmutter hoch zu verwundern an und sprach zu Joseph:

16,3. „Grosses ist widerfahren am heutigen Tage meiner Seele! – Ich habe heute morgen ein grosswunderbarstes Gesicht gehabt, in dem alles sich also gestaltete, wie ich es jetzt in der Wirklichkeit gesehen habe, noch sehe und noch mehr sehen werde!

16,4. Du bist derselbe Mann, der mir im Gesichte entgegenkam; also sah ich auch zuvor alle Welt ruhen mitten in ihrem Geschäfte und sah die Höhle, wie eine Wolke über sie kam, und habe mit dir geredet, wie ich nun geredet habe.

16,5. Und ich sah noch mehreres Wunderbarstes in der Höhle, als mir meine Schwester Salome nachkam, der ich allein mein Gesicht am Morgen anvertraute!

16,6. Darum sage ich denn nun auch vor dir und vor Gott, meinem Herrn: Israel ist ein grosses Heil widerfahren! Ein Retter kam, von oben gesandt, zur Zeit unserer grossen Not!“

16,7. Nach diesen Worten der Wehmutter wich sobald die Wolke von der Höhle zurück, und ein gewaltiges Licht drang aus der Höhle der Wehmutter und dem Joseph entgegen – so, dass es die Augen nicht zu ertragen imstande waren, und die Wehmutter sprach: „Wahr ist also alles, was ich gesehen habe im Gesichte! – O Mann! du Glücklicher, hier ist mehr denn Abraham, Isaak, Jakob, Moses und Elias!“ –

16,8. Nach diesen Worten aber fing das starke Licht an, nach und nach erträglicher zu werden, und das Kindlein ward sichtbar, wie es gerade zum ersten Male die Brust der Mutter nahm.

16,9. Die Wehmutter aber trat mit Joseph nun in die Höhle, besah das Kindlein und dessen Mutter, und als sie alles auf das herrlichste gelöset fand, sagte sie:

16,10. „Wahrlich, wahrlich, das ist der von allen Propheten besungene Erlöser, der da ohne Bande frei sein wird schon im Mutterleibe, um anzudeuten, dass er all die harten Bande des Gesetzes lösen wird!

16,11. Wann aber hat jemand gesehen, dass ein kaum gebornes Kind schon nach der Brust der Mutter gegriffen hätte!?

16,12. Das bezeuget ja augenscheinlichst, dass dieses Kind einst als Mann die Welt richten wird nach der Liebe und nicht nach dem Gesetze!

16,13. Höre, du glücklichster Mann dieser Jungfrau, es ist alles in der grössten Ordnung; darum lasse mich aus der Höhle treten, denn mir fällt es schwer nun auf die Brust, da ich empfinde, dass ich nicht rein genug bin, um die zu heilige Nähe meines und deines Gottes und Herrn zu ertragen!“

16,14. Joseph erschrak völlig über diese Worte der Wehmutter. – Sie aber eilte aus der Höhle ins Freie.

16,15. Als sie aber aus der Höhle trat, da traf sie draussen ihre Schwester Salome, welche ihr ob des bewussten Gesichtes nachgefolgt ist, und sprach sogleich zu ihr:

16,16. „Salome, Salome! komme und sehe mein Morgengesicht in der Wirklichkeit bestätigt! – Die Jungfrau hat in der Fülle der Wahrheit geboren, was die menschliche Weisheit und Natur nimmer zu fassen vermag!“

16,17. Die Salome aber sprach: „So wahr Gott lebt, kann ich eher nicht glauben, dass eine Jungfrau geboren habe, als bis ich sie werde mit meiner Hand untersucht haben!“

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