KJUG-149

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-149 Kapitel


149. Kapitel - Die Frage der Ausbesserung des alten Karthagerschiffes am Sabbat. Des Kindleins Rede über das Gutes-Tun am Sabbat. Der Ungehorsam des gesetzestreuen Joseph. Die wunderbare Ausbesserung des Schiffes durch die Engel

149,1. Nach dieser Beruhigung des Hauptmanns gab der Cyrenius dem Obersten einen Befehl, laut dem dieser für den nächsten Tag noch ein Schiff ausrüsten musste, in welchem diese Armen nach Tyrus überbracht werden sollten.

149,2. Der Oberste aber sprach: „Kaiserliche Consulische Hoheit! Es liegt meines Wissens nur noch ein altes karthagisches Schiff draussen im Hafen, das aber schon sehr schadhaft ist.

149,3. Schiffsbauleute gibt es in dieser Stadt nicht, wohl hier und da nur höchst elende Zimmerleute, die mit der genauesten Not etwa ein Fischerfloss zusammenbinden können.

149,4. Es steht demnach sehr in Frage, wie wir das alte Karthagerschiff zurechtbringen werden!“

149,5. Und der Cyrenius sprach: „Sorge dich nicht; dafür solle sogleich der beste Rat geschafft werden!

149,6. Siehe, jener weise Jude ist seiner Kunst nach ein grosser Meister als Zimmermann, und also auch seine fünf Söhne!

149,7. Diesen will ich um Rat fragen, und ich bin überzeugt, er wird mir ganz besonders in dieser Sache den besten Rat erteilen!“

149,8. Hier wandte sich der Cyrenius sogleich an den Joseph und stellte ihm die Sache vor.

149,9. Joseph aber sprach: „Freund und Bruder! Es wäre alles recht und gut, wenn nur heute nicht unser grösster Sabbat wäre, an dem wir keine Arbeit anrühren dürfen!

149,10. Aber es gibt vielleicht hier Zimmerleute, die unser Sabbat nichts angeht; denen will ich ja wohl die Anleitung geben.“

149,11. Es erhob sich aber da das Kindlein und sprach: „Joseph! – des Sabbats wegen darf ein jeder Mensch Gutes tun!

149,12. Die Feier des Sabbats bestehet nicht sosehr im Müssigsein den ganzen Tag hindurch, sondern vielmehr in guten Werken.

149,13. Moses hat wohl die Feier des Sabbats hoch geboten und in seinem Gebote jede unnötige und knechtlich bezahlte Arbeit als eine Schändung des Sabbats bezeichnet, die vor Gott ein Greuel ist;

149,14. aber an einem Sabbate den Willen Gottes zu tun, hat Moses nie verboten!

149,15. Es steht nirgends im Gesetze, dass man an einem Sabbate einen Bruder solle zugrunde gehen lassen!

149,16. Ich aber als der Herr des Sabbats sage: Tut auch am Sabbate allzeit Gutes, so werdet ihr den Sabbat am besten feiern!

149,17. Getraust du, Joseph, dich aber schon nicht, scheinbar nur das Gesetz Mosis zu übertreten durch die leichte Ausbesserung jenes Schiffes, so sollen das sogleich Meine Diener tun!“

149,18. Und Joseph sprach: „Mein göttlich Söhnchen, Du hast wohl recht; aber siehe, ich bin im Gesetze alt geworden und will es auch nicht dem Scheine nach übertreten!“

149,19. Da berief das Kindlein sogleich die Jünglinge und sprach: „Also gehet ihr hin und erfüllet Meinen Willen;

149,20. denn der Joseph achtet das Gesetz mehr als den Gesetzgeber und den Sabbat mehr als den Herrn des Sabbats!“

149,21. Und so schnell wie ein Gedanke verliessen die Jünglinge den Saal und brachten auch im Augenblicke das Schiff zurecht und kamen auch sobald wieder zurück.

149,22. Alles verwunderte sich über diese Schnelligkeit, und viele glaubten nicht, dass das Schiff in Ordnung sei. Aber es kamen bald Boten vom Hafen, die diese Tat dem Cyrenius anzeigten. Darauf begab sich dann die ganze Gesellschaft ans Ufer und besichtigte das Schiff und wunderte sich über solche Fertigkeit dieser Jünglinge.

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