KJUG-147

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147. Kapitel - Das Bittgeschrei der Kranken zu Maria. Ihr Hinweis auf das Jesuskind. Die Heilung der Kranken. Ihre Belehrung durch die Engel. Der Hauptmann sucht nach dem Wundertäter

147,1. Nach einer Weile erst ging die erhabene Gesellschaft wieder in das nachbildliche Allerheiligste und ward wieder mit der grössten Preisung empfangen.

147,2. Die Lahmen, Krüppel und sonstigen Bresthaften aber schrien: „O du herrliche Mutter! Die du halfst den Blinden, wir bitten dich, befreie auch uns von unserer grossen Qual!“

147,3. Maria aber sprach: „Was rufet ihr zu mir? Ich kann euch keine Hilfe leisten; denn ich bin gleich euch nur eine schwache sterbliche Magd meines Herrn!

147,4. Aber Der, den ich auf meinen Armen trage, kann euch wohl helfen; denn in Ihm wohnt die ewige Fülle der göttlichen Allkraft!“

147,5. Es horchten aber die Kranken nicht auf die Rede der Maria, sondern schrien noch viel mehr: „O herrliche Mutter, helfe uns, helfe uns Armen, und mache uns frei von unserer Qual!“

147,6. Da richtete sich das Kindlein auf und streckte Seine Hand über die Kranken aus, und sie wurden alle im Augenblick vollkommen gesund.

147,7. Die Lahmen sprangen wie Hirsche, die Krüppel wurden gerade wie die Zedern auf dem Libanon, und alle sonstigen Bresthaften wurden von ihren Leiden befreit.

147,8. Und die Engel traten dann zu allen diesen Armen, hiessen sie schweigen, und verkündigten ihnen die Nähe des Reiches Gottes auf Erden!

147,9. Diese Begebenheit brachte unsern Hauptmann aus seinem tiefen Gedankentraume, und er ging ebenfalls ins Allerheiligste der Gesellschaft nach.

147,10. Allda angelangt, trat er sogleich zum Joseph hin und fragte ihn: „Erhabener Freund, was geschah hier? – Ich sehe ja hier weder Blinde noch Lahme, noch Krüppel und sonstige Elende mehr!

147,11. Wie?! – Sind sie alle durch ein Wunder geheilt worden, oder war ihr ehedem elender Zustand nur eine Verlarvung?“

147,12. Und der Joseph sprach: „Gehe hin und rede darüber mit denen selbst, die dir jetzt so rätselhaft vorkommen! Diese werden es dir am besten zu sagen wissen, was sich nun mit ihnen zugetragen hat!“

147,13. Und der Hauptmann tat sogleich, was ihm der Joseph geraten hatte; denn das Fragen war überhaupt dieses Hauptmanns schwache Seite.

147,14. Er bekam aber überall eine und dieselbe Antwort; überall lautete es: „Auf wunderbare Weise ward ich gesund!“

147,15. Und der Hauptmann kam wieder zum Joseph und fragte ihn:

147,16. „Wer aus euch wirkte denn das Wunder? – Wem aus euch ist solch eine Wunderkraft eigen? – Wer aus euch ist denn sicher ein Gott?!“

147,17. Und der Joseph sprach: „Siehe, dort stehen wieder die armen Geheilten!

147,18. Gehe abermals hin und frage sie; diese werden dir schon den rechten Wink geben!“

147,19. Und der Hauptmann wandte sich sogleich wieder an die Armen und fragte um den Wundermann.

147,20. Die Armen aber sprachen: „Siehe an die grosse Gesellschaft; aus ihrer Mitte kam uns wunderbar die Heilung!

147,21. Die kleine Jüdin scheint die Macht zu tragen – wie aber? Das werden die Götter besser wissen als wir!“

147,22. Nun wusste der Hauptmann nicht viel mehr als vorher.

147,23. Joseph aber sprach zum Hauptmanne: „Siehe, du bist ein Reicher Roms; versorge nun diese Armen aus Liebe zu Gott, so wirst du mehr erfahren! Für jetzt aber begnüge dich mit dem!“

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