KJUG-142

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142. Kapitel - Josephs Dankgebet und Demut. Des Cyrenius Liebesstreit mit Joseph wegen der Platzordnung. Josephs kluger Rat

142,1. Nachdem alles also bestellt und geordnet war, da erst erhob Joseph seine Augen gen Himmel und dankte dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.

142,2. Und als er sein Dankgebet beendet hatte, da erst nahm er ganz untenan mit den Seinen Platz am königlich bestellten Tische des Cyrenius.

142,3. Cyrenius aber eilte sogleich hin zum Joseph und sprach zu ihm:

142,4. „Nein, nein, mein erhabenster Freund und Bruder! Das geht nicht an; denn dieses Fest geht dich an und nicht mich!

142,5. Daher ist dort zuoberst des Tisches dein Platz, und nicht hier zuunterst!

142,6. Erhebe dich demnach, und lasse dich von mir selbst dort zuoberst am Tische, da er mit Gold gedeckt ist, hinsetzen, und das mit allen dir Angehörigen!

142,7. Hier aber werden meine Leute sitzen und liegen; denn also habe ich selbst es angeordnet!“

142,8. Joseph aber sprach: „Cyrenius! Siehe, eben darum, da ich dein aufrichtigster Freund und Bruder bin, bleibe ich mit den Meinen hier auf diesem Platze sitzen!

142,9. Denn siehe, bei mir verlierst du nichts, wenn ich auch hier auf dem untersten Platze sitze;

142,10. aber bei deinen grossen Staatsamtsgefährten verlierst du viel, so du sie nicht obenan setzest!

142,11. Daher lasse die Sache also gut sein! Auf der Welt solle die Welt ihren Vorzug haben; im Reiche Gottes aber wird erst der ganz umgekehrte Fall sein, – denn dort werden die Letzten die Ersten sein beim Tische Abrahams, Isaaks und Jakobs!“

142,12. Der Cyrenius aber sprach: „O Bruder! Ich habe mich gefreut auf diesen Tag, dass ich dir, einem Königssohne, auch eine königliche Ehre antäte!

142,13. Nun aber ist die Hälfte meiner Freude dahin, indem ich gerade dich, dem alles das gilt, ganz untenan sehen muss!

142,14. Bruder! Gehe und setze dich doch wenigstens auf den Mittelplatz, auf dass ich dir beim Tische doch näher bin!“

142,15. Und der Joseph sprach: „Aber mein geliebtester Bruder, du wirst doch nicht kindisch sein!?

142,16. Du weisst ja, dass ich allzeit und überall in der Ordnung bleiben muss, die mir Gott der Herr vorschreibt in meinem Herzen!

142,17. Wie willst du mich denn über diese Ordnung hinaus versuchen wollen?!

142,18. Setze du obenan deine Grossen und Glänzenden; und du als Herr kannst dich hinsetzen, wohin du willst, indem dir jeder Platz am Tische gebührt!

142,19. Und somit ist diese Sache abgetan; am goldenen Gedecke werden deine Grossen schon den ersten Platz erkennen und werden sich höchst geehrt fühlen, so du ihnen solche Ehrenplätze ganz einräumst und selbst einen niedereren für dich erwählest!“

142,20. Der Cyrenius verstand die Worte Josephs, wies darauf seinen Grossen die ersten Plätze an,

142,21. er selbst aber setzte sich mit der Tullia an der Mitte des Tisches.

142,22. Und so war alles wohl geordnet; die Grossen waren voll Freude, dass sie obenan sassen,

142,23. Cyrenius war vergnügt in der Mitte, und Joseph mit den Seinen war überheiter, dass er auch bei diesem grossen Glanzfeste in der Ordnung Gottes verbleiben konnte.

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