KJUG-130

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130. Kapitel - Cyrenius bekennt seine Unwissenheit in geistigen Dingen. Seine Bitte um Licht. Die Antwort der Engel als ein grosses und klares Zeugnis über des Herrn Wesen und Menschwerdung. Des Kindleins Segen über Cyrenius

130,1. Die beiden Jünglinge sprachen darauf nichts weiter; aber der Cyrenius war durch diese Erklärung zu sehr angestochen worden, als dass er nun ruhen konnte.

130,2. Als er sich nach einiger Zeit erst wieder gesammelt hatte, da sprach er zu den beiden Jünglingen:

130,3. „Hocherhabenste Diener Gottes von Ewigkeit ganz sicher! Eure Erklärung ist zu wunderbar erhaben und all mein Leben anziehend, als dass ich mich mit dem begnügen sollte, was ihr mir gesagt und gezeigt habt!

130,4. Ich erkenne nun wohl vollkommen, dass ich ein aller höheren Weisheit vollkommen lediger Verstand- und Naturmensch bin, der kaum um eine Spanne weiter sieht, als er greift.

130,5. Sollte es aber nicht möglich sein, mir nur ein wenig mehr Einsicht zu verschaffen?!

130,6. Ich bitte euch demütigst darum, tut mir solches! Öffnet mir ein in mir sicher verborgen liegendes tieferes Erkenntnisvermögen,

130,7. auf dass ich wenigstens das, was ihr mir kundgegeben habt, klarer verstehen möchte!“

130,8. Die beiden aber sprachen: „Siehe, du sonst so lieber Freund und Bruder, du bittest hier um vor der Zeit Unmögliches!

130,9. Denn solange du noch im Fleische wandelst, magst du nimmer Dinge der höchsten göttlichen Weisheit begreifen!

130,10. Denke dir, Gott der Herr, der hier in aller Seiner endlosen und ewigen Fülle in diesem Kindlein wohnet, hätte zahllose Myriaden der herrlichsten und übergrossen Welten und Erden, deren endlos kleinsten Teil du zur Nachtzeit als Sternchen am Himmel erschauest,

130,11. die Er Sich hätte, wie diese Erde, für Seine Menschwerdung erwählen können! Und dennoch hat Er diese magere Erde erwählt, die doch unter allen zahllosen Weltkörpern der elendeste und schlechteste ist in jeder Hinsicht genommen!

130,12. Aber Ihm, dem ewigen Herrn der Unendlichkeit, hat es also wohlgefallen; Er tat es, wie es vor unseren Augen liegt!

130,13. Meinst du aber, Er hat dazu etwa unseres Rates bedurft oder etwa unserer Einwilligung?

130,14. O siehe, das wäre grundirrig gedacht! – Er tut von Ewigkeit allein, was Er will, und noch nie ist jemand Sein Ratgeber gewesen!

130,15. Wer aber kann Ihn fragen und sagen: ,Herr! was tust Du, und warum tust Du es?‘

130,16. Er Selbst ist in Sich ewig die höchste Vollendung, die höchste Weisheit, die grösste Liebe und Sanftmut!

130,17. Er ist in Sich die allein allerhöchste Kraft und Macht; ein Gedanke der Vernichtung in Seiner Brust, und alles sinkt im schnellsten Augenblicke ins Nichts zurück!

130,18. Und siehe, dennoch lässt Er Sich hier als ein schwaches Menschenkind auf den Armen einer schwachen jüdischen Jungfrau locken!

130,19. Und Er, der zahllose Sonnen, Welten und Wesen endloser Art mit der belebenden, allerweisest zweckdienlichsten Kost allerreichlichst von Ewigkeit versieht, sauget hier auf dieser mageren Erde Selbst die schwachen Brüste einer fünfzehnjährigen Jungfrau!

130,20. Er als das Grundleben alles Lebens hat Selbst das Kleid des Todes, der Sünde angezogen und hat Sich verborgen im Fleische und Blute!! –

130,21. Was sagst denn du dazu? – Wie kommt dir das vor? – Möchtest du darüber nicht auch eine hellere Beleuchtung haben?!

130,22. Siehe, sowenig aber du das je in der Tiefe erfassen wirst, ebensowenig kann dir hier über das Frühreden dieses allerhöchsten Kindes mehr gesagt werden.

130,23. Liebe Es aber aus allen deinen Kräften in dir, und verrate Es nirgends, so wirst du auch in dieser Liebe etwas finden, was dir sonst alle Himmel in Ewigkeiten nicht zu offenbaren vermöchten!“

130,24. Diese Worte erfüllten den Cyrenius mit einer so ungeheuren Achtung vor dem Kinde, dass er sogleich vor Demselben niederfiel und weinend sprach: „O Herr! Ich bin ewig solcher Gnade nicht wert, die ich hier geniesse!“

130,25. Das Kindlein aber sprach: „Cyrenius, stehe auf, und verrate Mich nicht! Ich kenne ja dein Herz, und liebe dich, und segne dich; darum erhebe dich!“ – Und der Cyrenius erhob sich sobald, ganz bebend vor Liebe und Achtung.

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