KJUG-128

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-128 Kapitel


128. Kapitel - Cyrenius wird belehrt über die verheissenen Zupfereien des Herrn. Joseph erklärt die wunderbaren Erscheinungen in der Natur

128,1. Nachdem also alles wieder zur Ordnung und Ruhe gebracht ward, da richtete Sich das Kindlein auf und sprach zum Cyrenius:

128,2. „Höre Mich an, du edelherziger Mann! – Erinnerst du dich noch dessen, wie Ich den Bruder Jakob bei den Haaren zupfte?

128,3. Siehe, da wolltest du, dass Ich auch dich also bei den Haaren zupfen sollte!

128,4. Ich versprach dir solches, und siehe, nun halte Ich auch schon Mein Versprechen;

128,5. denn all die kleinen Überraschungen, die dir seither vorkamen, sind nichts als die dir verheissenen Zupfereien bei deinen Haaren!

128,6. Wenn dir aber in Zukunft wieder solche vor- und zukommen werden, da erinnere dich dieser Meiner Worte und fürchte nichts, und werde nimmer zornig;

128,7. denn du wirst darob kein Haar verlieren! Dem Ich solches tue, den liebe Ich! – und der hat nichts zu fürchten weder in dieser noch in der andern Welt!“

128,8. Dem Cyrenius kamen bei dieser Erklärung des Kindleins die Tränen, und er wusste sich vor lauter Liebe und Dank nicht zu helfen.

128,9. Es vernahmen aber auch viele umstehende Heiden solche Rede des Kindleins und erstaunten über alle Massen, wie dies Kindlein von einem Vierteljahre Alters also vollkommen weise und klarst zu reden vermag.

128,10. Und es wandten sich einige an den Joseph und fragten ihn, wie doch solches zuging, dass dies Kindlein in so frühester Zeit also vollkommen ausgebildet zu reden vermag?

128,11. Joseph zuckte hier mit den Achseln und sprach: „Liebe Freunde! – Auf der grossen Erde, und besonders im Gebiete des Lebens, zeigen sich hie und da die wunderbarsten Erscheinungen.

128,12. Sie geschehen vor unseren Augen zwar, aber wer kann die geheimen Gesetze einer schaffenden Gottheit bestimmen, nach denen sie solches wirkt?!

128,13. Fürwahr, wir treten, als selbst die grössten Wunder, der Wunder Unzahl täglich mit unseren Füssen – und beachten sie kaum!

128,14. Wer von uns aber weiss, wie dieses zahllose Wunderwerk entsteht – wie das Gras, wie der Baum, wie der Wurm, wie die Mücke, wie der Fisch im Wasser?

128,15. Fürwahr, uns bleibt da nichts übrig, als die Wunder zu betrachten und den grossen heiligen Werkmeister derselben zu rühmen, zu loben und anzubeten!“

128,16. Diese Erklärung des Joseph beruhigte vollkommen die fragenden Heiden,

128,17. und sie sahen von diesem Augenblicke die ganze Natur mit ganz anderen Augen an.

128,18. Sie zerstreuten sich dann nach allen Seiten des freien Berges und betrachteten die Wunder der Schöpfung.

128,19. Cyrenius aber wandte sich dennoch heimlich an den Joseph und fragte ihn, ob er solches im Ernste nicht wüsste.

128,20. Und Joseph beteuerte ihm das und sprach: „Wende dich darob an das Kindlein; das wird dir sicher die beste Auskunft geben.“

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