KJUG-127

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127. Kapitel - Cyrenius versucht durch Tullia Joseph günstiger zu stimmen. Josephs Freundesworte. Die Löschung des Brandes durch die Willenskraft der zwei Jünglinge

127,1. Diese ganz ernstlich von Joseph gesprochenen Worte machten auf den Cyrenius einen gar mächtigen Eindruck, und er wusste nicht, was er darauf sagen solle;

127,2. auch getraute er sich dem sichtlich etwas aufgeregten Manne nicht noch mit irgendeinem Worte zu kommen.

127,3. Darum sagte er zur Tullia: „Gehe du hin zu dem weisen Manne und trage ihm meine verzeihliche Not und die von ihr bewirkte Aufregung meines Gemütes vor!

127,4. Bitte ihn um Verzeihung und versichere ihm, dass ich ihm in alle Zukunft keine solche Minute mehr bereiten werde!

127,5. Nur möchte er mich diesmal nicht sitzenlassen und solle mir nicht versagen seinen Beistand!“

127,6. Joseph aber vernahm wohl, was Cyrenius zu der Tullia geredet hatte;

127,7. er stand darum auf, ging hin zum Cyrenius und sprach: „Edler Freund und Bruder in Gott dem Herrn! Wir haben bis jetzt noch keine Unterhändler gebraucht,

127,8. sondern wir haben unser gegenseitiges Anliegen uns allzeit offen bekannt!

127,9. Wozu solle da dein Weib eine Unterhändlerin machen, als wären wir beide uns nicht genug?

127,10. Meinst du etwa, als könnte auch ich mich irgendeiner Sache wegen erzürnen?

127,11. O siehe, da würdest du dich sehr irren an mir! – Mein Ernst ist nur die Frucht meiner grossen Liebe zu dir!

127,12. Schlecht aber ist der Freund, der seinen Freund im Notfalle nicht auch ein Wort des Ernstes kann vernehmen lassen!

127,13. Siehe, wäre an der Sache, die dich nun so kümmert, etwas, da dürftest du doch versichert sein, dass ich dich zuerst darauf aufmerksam gemacht hätte, wie ich es dir sonst noch bei jeder Gelegenheit tat!

127,14. Hier aber ist nichts als ein ganz leeres Blendwerk von seiten derjenigen argen Geister, die hier vertrieben wurden!

127,15. Sie üben nun eine blinde Rache aus und wollen uns darum beunruhigen, weil wir sie hier aus ihrem alten Neste vertrieben haben.

127,16. Siehe, das ist das Ganze! – Hättest du mich früher gefragt, bevor du dich erregtest, da hättest du nicht einmal vonnöten gehabt, dich vom Boden zu erheben!

127,17. Du aber trautest sogleich deinen Sinnen und erregtest dich für nichts und nichts!

127,18. Nun aber setze dich nur ganz beruhigt wieder nieder, und schaue mit gelassenen Blicken dem Brande zu, und sei versichert, er wird bald ein Ende nehmen!“

127,19. Diese Kundgabe Josephs war für den Cyrenius freilich wohl ungefähr das, was da ist für eine Kuh ein neues Tor;

127,20. aber er glaubte dennoch, was ihm der Joseph gesagt hatte, obschon er von dieser Sache nichts verstand.

127,21. Joseph aber sprach in der Gegenwart des Cyrenius zu den Jünglingen:

127,22. „Blicket auch ihr einmal hin nach der Stätte, da die hier Vertriebenen ihren Mutwillen treiben, damit des ein Ende werde zur Beruhigung meines Bruders!“

127,23. Und die zwei taten das, und siehe, im Augenblick war von dem Brande keine Spur mehr zu entdecken!

127,24. Nun erst begriff Cyrenius etwas besser, was ihm zuvor Joseph kundgab, und ward nun wieder heiteren Mutes; aber vor den zwei Jünglingen wie vor dem Joseph bekam er einen ungeheuren Respekt.

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