KJUG-126

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-126 Kapitel


126. Kapitel - Der Imbiss im Freien mit den Jünglingen. Der Brand des kaiserlichen Palastes. Des Cyrenius Aufregung und Zorn. Josephs Ruhe und gelassene Antwort an den erregten Cyrenius

126,1. Darauf lud der Cyrenius den Joseph abermals ein, dass er sich mit ihm an die Erfrischungen machen möchte samt der Maria, dem Kindlein und der Eudokia.

126,2. Hier ging der Joseph sogleich mit den Seinen und nahm zuunterst Platz und segnete die Speise und ass und trank.

126,3. Dem Beispiele Josephs folgten auch die zwei Jünglinge und dann die ganze andere Gesellschaft.

126,4. Als sie aber also ganz wohlgemut beisammensassen und assen und tranken,

126,5. siehe, da bemerkte der Maronius, der da an der Seite des Cyrenius sass, wie sich über die Stadt Ostracine eine mächtige Rauchsäule zu erheben anfing,

126,6. und wie auch am etwas fernen Meeresufer sich ebenfalls dichte Rauchsäulen erhoben.

126,7. Er zeigte solches dem Cyrenius sogleich an, und dieser erkannte sobald, dass da in der Stadt eben sein Palast in Flammen stehe, – und vermutete, dass auch am etwas fernen Meeresufer seine Schiffe angezündet seien.

126,8. Wie von tausend Blitzen getroffen, sprang hier Cyrenius auf und schrie:

126,9. „Um des Herrn willen, – was muss ich erschauen?! – Sind das die Früchte meiner Güte an euch elenden Ostracinern?

126,10. Wahrlich, ich will diese Güte in die Wut eines Tigers umwandeln, und ihr sollt euren Frevel büssen, wie ihn noch keine Furie in der untersten Hölle gebüsst hat!

126,11. Auf, Freunde und Brüder! Nun ist für uns hier keines Bleibens mehr! Auf, auf zur gerechten Rache gegen diese Frevler!!!“

126,12. Alles Gefolge des Cyrenius sprang auf diesen furchtbaren Ruf des Cyrenius mit Blitzesschnelle auf und raffte im Nu alles zusammen.

126,13. Nur Joseph blieb mit den Seinigen ganz ruhig sitzen und sah kaum nach der Gegend hin, da es brannte.

126,14. Cyrenius bemerkte das und fuhr den Joseph hastig an, sagend:

126,15. „Was für ein Freund bist du mir wohl, so du im Anblicke meines Unglücks also ruhig hier sitzen kannst?!

126,16. Weisst du doch, dass ich ohne dich diesen Gebirgsweg nicht sicher passieren kann wegen der vielen reissenden Bestien!

126,17. Daher erhebe dich und stelle mich sicher, sonst erbitterst du mich auch gegen dich!“

126,18. Und Joseph sprach ganz gelassen: „Siehe, du zornentbrannter Römer, gerade jetzt werde ich dir nicht folgen!

126,19. Was wirst du wohl tun, so du etwa in zwei Stunden hinabkommst? – Wird in der Zeit nicht alles schon von den Flammen verzehrt sein?!

126,20. Willst du aber dafür Rache üben, da meine ich, es dürfte dazu noch immer Zeit genug sein!

126,21. Wärest du nicht also aufgefahren, wahrlich, ich hätte es den beiden Jünglingen gesagt, und diese hätten dem Brande augenblicklich den Garaus gemacht.

126,22. Da du aber selbst also aufgefahren bist, so ziehe nun selbst hin, und dämpfe mit deinem Zorne das Feuer!“

Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-126 Kapitel