KJUG-125

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125. Kapitel - Der gefährliche Tempel. Der Schwarm schwarzer Fliegen. Der Tempel stürzt ein. Die Gesellschaft unter dem Feigenbaum

125,1. Als die Vollhöhe dieses Berges auf die Weise von all dem Geschmeisse gereinigt war, da sprach der Cyrenius zu seiner Dienerschaft:

125,2. „Gehet in den Tempel und feget ihn, und bedecket den Altar mit reinen Tüchern, und leget dann den mitgenommenen Mundvorrat auf denselben!

125,3. Wir werden sodann in diesem schönen Aussichtstempel eine kleine Stärkung zu uns nehmen!“

125,4. Sogleich ging die Dienerschaft des Cyrenius und tat, was ihr anbefohlen ward.

125,5. Als also alles bestellt war, da machte der Cyrenius dem Joseph und der Maria die Einladung, dass sie ihm in den Aussichtstempel folgen sollen, um dort eine kleine Stärkung und Erfrischung zu nehmen.

125,6. Der Joseph aber sprach: „Bruder, ich sage dir, lasse eilends alles aus dem Tempel holen, sonst fällt er eher zusammen, als bis du deine Sachen wirst herausgeholt haben!

125,7. Denn siehe, dies Gebäude ist schon überaus alt, verwittert und locker und hat einst zu grossen Schändlichkeiten den Priestern gedient!

125,8. Darum wird es nun nur noch von einigen argen Geistern zusammengehalten.

125,9. Trete nun ich mit meinem Weibe und Kindlein in dies lose Gebäude, da werden die argen Geister entfliehen, und der ganze Tempel stürzt dann in dampfende Trümmer über uns zusammen!

125,10. Ich bitte dich darum, befolge meinen Rat, und du wirst gut fahren!“

125,11. Der Cyrenius machte hier grosse Augen und befolgte den Rat Josephs aber dennoch augenblicklich.

125,12. Es war aber seine Dienerschaft kaum noch, wennschon eiligst, mit diesem Geschäfte fertig, als man eine grosse Menge schwarzer Fliegen aus dem Tempel entfliegen sah unter einem wilden Stossgesumse.

125,13. Bei dieser Erscheinung rief Joseph den Dienern zu: „Begebet euch schleunigst aus dem Tempel, sonst leidet ihr Schaden!“

125,14. Wie vom Sturmwinde ergriffen, schossen auf diesen Zuruf Josephs die Diener des Cyrenius aus dem Tempel.

125,15. Als sie aber kaum noch einige Schritte in grösster Eile vom Tempel entfernt waren, da stürzte schon der Tempel unter grossem Gekrache zusammen.

125,16. Alles entsetzte sich und schlug die Hände über dem Kopfe zusammen; selbst die drei getreuen Löwen machten bei dieser Gelegenheit etwas Reissaus, kamen aber nachderhand wieder.

125,17. Man fragte sich allseitig um den Grund dieser Begebenheit; aber unter den Heiden – mit Ausnahme des Cyrenius – konnte niemand dem andern einen Bescheid erteilen.

125,18. Als aber die Gesellschaft sich von dem Schreck ein wenig erholt hatte, da fragte der Cyrenius den Joseph, wo da wohl ein sicherer Platz wäre, den er möchte für die Erfrischungen decken lassen.

125,19. Und Joseph zeigte ihm ein ganz freies grünes Plätzchen unter einem Gebirgsfeigenbaume, der voll von Blüten und Früchten war.

125,20. Und sogleich sandte Cyrenius seine Diener dahin, liess den Platz reinigen und dann gar zierlich decken und darauf legen allerlei mitgenommene Erfrischungen.

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