KJUG-124

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-124 Kapitel


124. Kapitel - Eudokias und Tullias Ohnmacht. Die giftigen Schlangen auf der Vollhöhe. Die Reinigung des Platzes durch Maria mit dem Kinde. Das Erstaunen des Gefolges des Cyrenius

124,1. Diese Bestienkarawane aber kehrte nicht um, sondern sie zog etwas knurrend ihren Weg weiter.

124,2. Die Eudokia an der Seite Marias, wie auch die Tullia an der Seite des Cyrenius, der nun knapp vor den zwei Eseln ging, überfiel bei dem Anblick wohl eine kleine Ohnmacht;

124,3. aber der Joseph und die Maria flössten ihnen so viel Mut ein, dass ihnen bald alle Furcht wieder verging.

124,4. Und der Zug ging wieder ungehindert weiter und hatte nun bis auf die Vollhöhe keinen Anstand mehr.

124,5. Aber auf der Vollhöhe angelangt, und zwar in die herrliche Freie, allda auf dem höchsten Punkte der Tempel stand, da erhob sich ein neuer Anstand.

124,6. In der Gegend des Tempels war ein förmliches Lager von den giftigsten Klapperschlangen und Vipern.

124,7. Zu Hunderten sonnten sie sich auf dem weiten freien Platze um den Tempel herum.

124,8. Als dieses Geschmeiss der anrückenden Gesellschaft ansichtig ward, da fing es an zu klappern und zu züngeln und zu pfeifen.

124,9. Das Gefolge des Cyrenius ward darob ganz starr vor Angst. Besonders schlecht ging es hier der Tullia, die zu Fusse ging; die ward ganz wie von Sinnen und sah hier ihren Untergang vor Augen in ihrer grossen Angst.

124,10. Aber nicht nur die Menschen, sondern auch die drei Löwen fingen an, ein gewisses Angstgetöne von sich zu geben, und schmiegten sich so eng als möglich an die Menschen.

124,11. Dem Cyrenius machte zwar dieser Anblick nichts, aber dennoch genierte er ihn seines Weibes und seines Gefolges wegen.

124,12. Er wandte sich darum an den Joseph und sprach: „Bruder! sage den beiden Dienern des Herrn, dass sie dieses Geschmeiss bedrohen sollen!“

124,13. Der Joseph aber sprach: „Es ist dieses nicht vonnöten!

124,14. Denn siehe, da ist mein Weib eine Hauptmeisterin; lassen wir sie nur voraustreten mit ihrem Lasttiere,

124,15. und du wirst es sehen, wie dieses Geschmeiss vor ihr die Flucht ergreifen wird!“

124,16. Und die Maria mit dem Kindlein auf dem Arme trat mit ihrem Lasttiere hervor; und als die Bestien die Maria ersahen,

124,17. da flohen sie plötzlich mit Blitzesschnelle von dannen, und nicht eine war irgend mehr zu erblicken.

124,18. Es verwunderte sich aber darob das ganze Gefolge des Cyrenius, und viele fragten sich ganz erstaunt untereinander:

124,19. „Ist das nicht etwa gar die Hygéa, der auch alle Schlangen sollen auf einen Wink gehorcht haben?“

124,20. Cyrenius aber, der solches Fragen vernahm, sprach: „Was redet ihr von Hygéa, die nie war!?

124,21. Hier ist mehr als Juno, die auch nie war; es ist das von Gott dem Höchsten erwählte Weib dieses erhabensten Weisen!“

124,22. Hier stutzten alle aus dem Gefolge des Cyrenius; aber keiner getraute sich weiter jemanden darüber zu fragen.

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