KJUG-119

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119. Kapitel - Josephs Anordnungen zum Hochzeitsmahl. Das Anlegen der Festkleider. Das strahlende Festgewand der Engel. Die Beklommenheit des Cyrenius und der übrigen. Das Wiederablegen der Festkleider

119,1. Hier kamen aber auch schon die Söhne Josephs herein und sagten zu ihm: „Vater, das Morgenmahl ist reichlich bereitet!

119,2. So du willst, wollen wir den grossen Speisetisch ordnen und sodann das Mahl aufsetzen.“

119,3. Und der Joseph sprach: „Gut, meine Kinder, tut das, ziehet aber eure neuen Kleider an, denn wir werden nun am Morgen das Hochzeitsmahl des Cyrenius halten!

119,4. Ihr müsset auch am Tische sein, darum müsst ihr auch hochzeitlich angezogen sein! Gehet nun, und tut alles, was da gut, recht und schicklich ist!“

119,5. Und die Söhne ordneten den Tisch und gingen dann und taten, wie es ihnen Joseph geboten hatte.

119,6. Es traten aber auch die beiden Jünglinge hin zum Joseph und sprachen:

119,7. „Vater Joseph, was meinst du wohl? Siehe, unser Gewand, das wir anhaben, ist nur unser Werkkleid; sollen auch wir uns in ein hochzeitliches Kleid werfen?“

119,8. Joseph aber erwiderte: „Ihr seid Engel des Herrn, und dies euer Gewand ist ja ohnehin das schönste Hochzeitsgewand; wozu solle da euch ein anderes zieren?“

119,9. Die Jünglinge aber sprachen: „Siehe, wir wollen niemandem ein Ärgernis geben; das du deinen Söhnen befohlen hast, wollen auch wir tun und wollen bei deinem Tische in unsern Hochzeitskleidern zugegen sein!

119,10. Lasse uns daher hinausziehen, auf dass wir die Kleider wechseln gleich deinen Söhnen!“

119,11. Und Joseph sprach: „So tut denn, was ihr sicher vom Herrn aus für nötig findet! Ihr seid ja allzeit Diener des Herrn und wisset auch allzeit Seinen Willen; also tuet darnach!“

119,12. Und die beiden Jünglinge gingen hinaus, und in kurzer Zeit kamen sie mit den Söhnen Josephs und all den andern Jünglingen in also hellstrahlenden Kleidern wie die Morgenröte im schönsten Rotglanze;

119,13. ihre Gesichter, Füsse und Hände aber strahlten wie die Sonne, wenn sie aufgeht.

119,14. Cyrenius und all sein Gefolge entsetzten sich vor dieser unendlichen Pracht und Majestät.

119,15. Und der Cyrenius sprach in einer ängstlichen Eile zum Joseph:

119,16. „Allererhabenster Freund, ich habe jetzt gesehen die endlose Herrlichkeit deines Hauses! Lasse mich aber hinausziehen, denn diese Herrlichkeit verzehrt mich!

119,17. Warum musstest du aber auch deinen Söhnen eine Umkleidung geboten haben? Ohne die wären sicher auch des Herrn Diener in ihrer früheren, mir so wohltuenden Einfachheit und Glanzlosigkeit geblieben!“

119,18. Hier ermannte sich Joseph, dem auch sein Atem vor lauter Glanz zu kurz wurde, und befahl wieder seinen Söhnen, ihre Werkkleider anzuziehen.

119,19. Die Söhne gingen und taten das; aber auch die Jünglinge gingen und wechselten ihr Gewand und kamen dann mit den Söhnen Josephs wieder in ihrer ersten Einfachheit.

119,20. Nun ward es dem Cyrenius wieder leichter ums Herz, und er konnte sich nun zum Tische setzen mit seinem Weibe und seinen Gefährten.

119,21. Und so besetzte er den oberen Teil des Tisches mit den Seinen und Joseph, Maria mit dem Kindlein, die Eudokia, die Söhne Josephs und die Jünglinge den unteren Teil des Tisches und assen und tranken alle nach dem Lobgesange Josephs.

119,22. Einige Hauptleute samt dem Obersten aber meinten, sie seien nun leibhaftig an der Tafel der Götter im Olymp, und wussten sich vor lauter Wonne nicht zu helfen; denn sie wussten nichts vom Hause Josephs, wie es beschaffen ist.

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