KJUG-117

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117. Kapitel - Cyrenius verstimmt wegen der Verräter. Josephs Hinweis auf die Hilfe des Herrn. Cyrenius und die Engel. Das Machtwunder der Engel

117,1. Es hatte aber diese Erscheinung den Cyrenius dennoch etwas verstimmt, und er wusste nicht, was er nun mit diesen Verrätern tun solle.

117,2. Er trat darum zum Joseph hin und besprach sich mit ihm; Joseph aber erwiderte ihm:

117,3. „Sei guten Mutes, du mein Bruder im Herrn! Denn es wird dir darob kein Haar gekrümmt werden.

117,4. Siehe, du bist auf der Erde sicher mein grösster Freund und Wohltäter; aber was hätte mir heute in der Nacht alle deine Freundschaft genützt?

117,5. Diese gedungenen Mörder hätten mich in der Nacht samt meinem ganzen Hause sieden und braten können, ohne dass du davon etwas eher erfahren hättest, als bis du heute am Morgen, da du zu mir kamst, nichts mehr von mir gefunden hättest!

117,6. Wer war da mein Retter? Wer hatte die geheimen Pläne der Bösen schon lange eher durchschaut und hat mir zur rechten Zeit Hilfe gesandt?

117,7. Siehe, es war der Herr, mein Gott und dein Gott! – Also sei du guten Mutes; denn auch du bist nun in der allschützenden Hand des Herrn, und Er wird es nicht zulassen, dass dir auch nur ein Haar gekrümmt werde!“

117,8. Mit gerührtem Herzen dankte der Cyrenius an der Seite seiner Tullia, die sich mit dem Kindlein beschäftigte, dem Joseph für diesen Trost.

117,9. Aber er ersah zugleich die zwei herrlichen Jünglinge und gewahrte auch, dass deren in der Küche noch mehrere zugegen sind.

117,10. Er fragte darum den Joseph, woher denn diese gar so schönen, überzarten Jünglinge wären, ob das etwa auch gerettete Unglückliche seien.

117,11. Joseph aber sprach: „Siehe, ein jeder Herr hat seine Diener; du weisst aber nun ja, dass mein Kindlein auch ein Herr ist!

117,12. Und siehe, das sind Seine Diener; diese sind es auch, die dies Haus heute Nacht vor dem Untergange bewahrt haben!

117,13. Rate aber nicht, woher des Landes sie sind; denn da wirst du nichts richten, indem diese Helfer von einer unbeschreiblichen Kraft und Macht sind.“

117,14. Also werden sie es dir nicht kundgeben, und mit Zwang wirst du gegen sie nichts ausrichten, indem sie zu mächtig und endlos kräftig sind!

117,15. Und der Cyrenius sprach: „So sind das Halbgötter, wie wir sie haben in unserer fabelhaften Lehre?

117,16. Wie?! – Solltet auch ihr neben dem einen Gotte solche Halbgötter haben, welche bestimmt sind, dem Menschen wie dem Hauptgotte gute Dienste zu leisten?!“

117,17. Und der Joseph sprach: „O Bruder, da irrst du gewaltig! Siehe, von Halbgöttern ist bei uns ewig keine Rede;

117,18. wohl aber von schon überseligen Geistern, die nun Engel Gottes sind, einst aber auch wie wir auf der Erde gelebt haben!

117,19. Doch was du nun von mir erfahren hast, davon schweige, als hättest du nie etwas erfahren, sonst könnte deinem Leibe Übles begegnen!“

117,20. Hier legte Cyrenius den Finger auf den Mund und schwor zu schweigen bis in seinen Tod.

117,21. Hier traten die zwei Jünglinge hin zum Cyrenius und sprachen: „Nun gehe mit uns hinaus, auf dass wir dir unsere Kraft zeigen!“

117,22. Und der Cyrenius ging mit ihnen hinaus, und siehe, ein Berg im tiefen Hintergrunde verschwand durch ein Wort aus dem Munde der Jünglinge!

117,23. Hier ersah der Cyrenius erst den Grund, warum er schweigen müsse, und er schwieg davon auch durch sein ganzes Leben – und alle, die mit ihm waren.

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