KJUG-115

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-115 Kapitel


115. Kapitel - Joseph mahnt zur Nachtruhe. Der Jünglinge Eröffnung über den nächtlichen Anschlag der dreihundert Räuber. Der Überfall. Der Sieg der Engel

115,1. Joseph aber sprach: „Kinder und Freunde! Es ist schon spätabends geworden; daher meine ich, es wird an der Zeit sein, sich zur Ruhe zu begeben!“

115,2. Die Jünglinge aber sprachen: „Ja, Vater Joseph, du hast recht; ihr alle, die ihr noch in den sterblichen Leibern wohnet, gehet zur stärkenden Ruhe!

115,3. Wir aber werden hinausziehen vor dein Haus und werden es bewachen!

115,4. Denn es hat der Feind des Lebens nun listigerweise erfahren, dass hier der Herr wohnt, und hat beschlossen, in dieser Nacht dieses Haus mörderisch zu überfallen.

115,5. Daher aber sind wir da, um zu schützen dieses Haus; und so der Feind kommen wird, da solle er übel zugerichtet werden!“

115,6. Joseph und Maria, die noch wache Eudokia, die drei Priester und die Söhne Josephs erschraken gewaltigst über diese Nachricht;

115,7. und Joseph sprach: „Wenn also, da mag ich nicht ruhen, sondern mit euch wachen die ganze Nacht hindurch!“

115,8. Die Jünglinge aber sprachen: „Seid alle ganz ausser Sorge; wir sind unser genug und haben auch Kraft genug, nach dem Willen des Herrn die ganze Schöpfung in Nichts zu verwandeln!

115,9. Wie sollen wir uns dann vor einer Handvoll gedungener feiger Mörder fürchten!?

115,10. Denn siehe, die ganze Sache besteht darinnen: einige Freunde der zugrunde gegangenen Priesterschaft haben in Erfahrung gebracht durch die Mühe des Satans, dass der Cyrenius ein grosser Freund der Juden geworden ist, und das durch dieses Haus.

115,11. Darum machten sie ein geheimes Komplott und schworen, in dieser Nacht dies Haus zu überfallen und alles zu ermorden, was darinnen ist.

115,12. Wir aber haben solchen Plan schon lange vorausgesehen und sind darum gekommen, um dieses Haus zu schützen.

115,13. Sei daher ganz ruhig; morgen aber wirst du sehen, wie wir diese Nacht hindurch für dich arbeiten werden!“

115,14. Als der Joseph aber solche treue Schutzversicherung von den Jünglingen vernommen hatte, da lobte und pries er Gott,

115,15. zeigte darauf zuerst der Eudokia ihr Schlafgemach, segnete sie als seine Tochter, und sie begab sich zuerst und sogleich zur Ruhe.

115,16. Darauf ging Maria mit dem Kindlein ins selbe Gemach und nahm diesmal Dasselbe zu sich ins Bett.

115,17. Dann gingen auch die drei Priester in ihr Gemach; Joseph und die Söhne aber blieben im Speisezimmer und wachten.

115,18. Die Jünglinge aber gingen hinaus und lagerten sich um das Haus.

115,19. Als die Mitternacht herankam, da vernahm man Waffengeklirr auf dem Wege aus der Stadt zur Villa.

115,20. In wenigen Minuten war das ganze Haus Josephs umzingelt von dreihundert bewaffneten Männern.

115,21. Als sie aber nun ins Haus dringen wollten, da erhoben sich die Jünglinge und erwürgten im Augenblick bis auf einen Mann die ganze Schar.

115,22. Den einen aber banden sie und führten ihn in eine Kammer zum Zeugnisse für den nächsten Tag.

115,23. Und so ward Josephs Haus wunderbar gerettet und blieb dann im Frieden und sicher vor jedem künftigen Anfalle.

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