KJUG-113

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113. Kapitel - Marias Erstaunen über die andauernden Heimsuchungen. Josephs Trost. Der Engel Ehrfurcht vor dem Kindlein und dessen Worte an die Erzengel. Das gemeinsame Abendmahl

113,1. Joseph ging darauf sogleich wieder ins Zimmer und erzählte der Maria und der Eudokia, was er nun gesehen habe, und was draussen in der Küche vor sich gehe.

113,2. Maria und die Eudokia erstaunten darob ganz gewaltig, und die Maria sprach:

113,3. „O grosser Gott, so sind wir doch keine Sekunde sicher vor Deinen Heimsuchungen! – Kaum hat die eine den Fuss ausser der Türe, so setzen schon wieder hundert neue dafür die Füsse ins Zimmer!

113,4. O Herr, willst Du uns denn gar keine Ruhe gönnen?! – Sollen wir etwa schon wieder fliehen, und nun etwa vor den Römern? Oder was solle aus dieser Erscheinung werden?“

113,5. Joseph aber sprach: „Liebe Maria, ängstige dich nicht vergeblich! Siehe, wir sind ja lauter Wanderer in dieser Welt, und der Herr ist unser Führer!

113,6. Wohin der Herr uns führen will, dahin folgen wir Ihm auch ganz ergeben in Seinen heiligen Willen; denn Er allein weiss es ja, wo und was für uns am besten ist!

113,7. Siehe, du ängstigest dich allzeit, so uns der Herr etwas Neues zusendet; ich aber bin darob voll Freuden, – denn nun weiss ich es ja, dass der Herr allzeit für unser Bestes sorget!

113,8. Heute morgen hat der Herr eine starke Prüfung über mich gesandt; ich ward darob sehr traurig.

113,9. Aber die Traurigkeit währte nicht lange; der Getötete ward erweckt und lebt, und ich bin wieder voll Heiterkeit und freue mich nun auf ein gutes, gesegnetes Nachtmahl.

113,10. Tue du desgleichen, und es wird dir viel besser bekommen als alle deine vergebliche jugendliche Furcht und Ängstlichkeit!“

113,11. Diese Worte Josephs beruhigten die Maria, und sie ward nun selbst voll Neugierde, zu sehen die neuen Köche in der Küche.

113,12. Sie erhob sich darum und wollte nachsehen; aber im Augenblicke traten die Söhne Josephs mit Speisen beladen ins Zimmer, und alle die Jünglinge folgten ihnen mit der allerhöchsten Ehrfurcht.

113,13. Und als sie in die Nähe des Kindleins kamen, da fielen sie plötzlich auf ihre Knie nieder und beteten dasselbe an.

113,14. Das Kindlein aber richtete Sich auf und sprach zu den Jünglingen: „Erhebet euch, ihr Erzengel Meiner endlosen Himmel!

113,15. Ich habe eure Bitte erhört! Eure Liebe will Mir dienen auch hier in Meiner Niedrigkeit; doch Ich, euer Herr von Ewigkeit, habe noch nie eures Dienstes bedurft!

113,16. Da aber eure Liebe so mächtig ist, da bleibet drei Erdtage hier und dienet diesem Hause; aber ausser denen, die hier im Hause sind, erfahre niemand, wer ihr seid!

113,17. Nun aber haltet das Nachtmahl mit Meinem Nährvater und mit Meiner Gebärerin und mit dieser Tochter, die Mich auf ihren Händen hat, mit den drei Suchenden und mit Meinen Brüdern!“

113,18. Darauf erhoben sich die Jünglinge, Maria nahm das Kindlein, und alles setzte sich zum Tische, stimmte mit Joseph das Loblied an, und ass und trank überselig und fröhlich.

113,19. Die Erzengel als Jünglinge aber weinten vor Seligkeit und sprachen:

113,20. „Wahrlich, Ewigkeiten sind unter unseren Blicken vergangen voll der höchsten Wonne;

113,21. aber alle die wonnevollsten Ewigkeiten sind aufgewogen durch diesen Augenblick, in dem wir am Tische des Herrn speisen, ja am Tische Seiner Kinder, unter denen Er ist in aller Seiner Fülle! – O Herr! Lasse auch uns zu Deinen Kindern werden!“

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