KJUG-112

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112. Kapitel - Eine neue Überraschung bei Joseph: fremde weissgekleidete Jünglinge als Helfer im Hause

112,1. Als der Cyrenius schon ziemlich stark am Abende aus dem Hause Josephs mit den Seinen sich in die Stadt begab, da sagte Joseph zu seinen Söhnen:

112,2. „Kinder, gehet nun, und bestellet unsere Wirtschaft! Versorget die Kühe und die Esel, und bereitet uns dann ein Nachtmahl, und das ein gutes und frisches; denn ich muss ja heute noch meine neue Tochter beim fröhlichen Mahle adoptieren und segnen!“

112,3. Darauf gingen die Söhne Josephs sogleich und taten, wie es ihnen Joseph befohlen hatte.

112,4. Aber wie erstaunten sie, als sie im Stalle mehrere weissgekleidete Jünglinge antrafen, die da gar emsig das Vieh Josephs warteten.

112,5. Die Söhne Josephs fragten sie, wer ihnen solches zu tun geboten habe, und wessen Diener sie seien.

112,6. Die Jünglinge aber sprachen: „Wir sind allzeit Diener des Herrn, und der Herr hat solches zu tun uns geboten; darum tun wir es auch!“

112,7. Die Söhne Josephs aber fragten die Jünglinge: „Wer ist euer Herr, und wo ist er zu Hause? Ist es etwa der Cyrenius?“

112,8. Und die Jünglinge sprachen: „Unser Herr ist auch der eurige, wohnt bei euch, – aber Cyrenius ist nicht Sein Name!“

112,9. Da meinten die Söhne Josephs, solches sei offenbar ihr Vater selbst, und sprachen daher zu den Jünglingen:

112,10. „Wenn also, da gehet mit uns, auf dass euch unser Vater, der hier der Herr dieses Hauses ist, erkenne, ob ihr wirklich seine Diener seid!“

112,11. Und die Jünglinge sprachen: „Melket die Kühe zuvor, sodann wollen wir mit euch gehen und uns eurem Herrn vorstellen!“

112,12. Hier nahmen die Söhne die Milchgefässe und melkten dreimal soviel als sonst, wenn sie ihre Kühe zuvor noch so gut bestellt hatten.

112,13. Da erstaunten sie über die Massen und konnten sich nicht erklären, wie die Kühe diesmal gar so viel Milch gaben.

112,14. Als sie aber mit dem Melken der Kühe zu Ende waren, da sprachen die Jünglinge:

112,15. „Nun, da ihr mit eurer Arbeit fertig seid, so lasset uns ins Haus ziehen, allda euer und unser Herr wohnet!

112,16. Aber euer Vater hatte auch ein gutes Nachtmahl bei euch angeordnet; dieses muss eher bereitet sein, bevor wir ins Gemach des Herrn treten!“

112,17. Sogleich gingen die Jünglinge in die Küche, und siehe, da waren auch schon mehrere Jünglinge mit der Bereitung eines köstlichen Abendmahles vollauf beschäftigt. –

112,18. Es dauerte aber dem Joseph die Arbeit der Söhne etwas über die gewohnten Massen; daher ging er nachzusehen, was diese täten.

112,19. Wie aber erstaunte er, als er die Küche gedrängt voll Arbeiter traf!

112,20. Er fragte sogleich die Söhne, was denn das um des Herrn willen wäre.

112,21. Aber die Jünglinge antworteten: „Joseph, kümmere dich nicht; denn was da ist und geschieht, ist und geschieht wirklich um des Herrn willen! – Lasse uns aber erst das Nachtmahl bereiten, dann wirst du das Nähere vom Herrn Selbst erfahren.“

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