KJUG-109

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109. Kapitel - Die Bedenken der Priester. Die Übernahme der Verantwortung durch Cyrenius. Ein schlechtes Zeugnis für Roms Geldgier. Des Cyrenius Eheschliessung mit Tullia

109,1. Die drei Priester kamen sogleich, und einer sagte: „Nur ein Gebot des Statthalters vermag uns heute die Zunge zu lösen;

109,2. denn wir taten heute am Morgen einen Schwur, diesen ganzen Tag über kein Wort zu reden und keinen Bissen in den Mund zu nehmen!

109,3. Aber, wie gesagt, wir brechen nun am Abende diesen Schwur, weil wir dazu durch das Gebot des Statthalters genötiget werden! – Möge er dereinst für uns die Rechnung machen!“

109,4. Der Cyrenius aber sprach: „Wahrlich, genötiget habe ich euch mitnichten; aber so ihr euch darüber ein Gewissen macht, da nehme ich ja recht gerne die Rechnung auf mich!

109,5. Denn ich bin ja im Hause Dessen, den derlei Rechnungen grundursächlich angehen, und da glaube ich, dass es mir in der Probe dieser Rechnung nicht so schwer gehen dürfte, als ihr es euch törichterweise vorstellet!“

109,6. Und der Joseph sprach: „O Bruder! Die Probe ist schon fertig, daher sage den dreien nur, was du von ihnen zu verlangen hast!“

109,7. Einer der Priester aber kam dem Cyrenius zuvor und fragte ihn, was sie für ihn etwa tun sollten.

109,8. Und der Cyrenius, sich ganz kurz fassend, trug den dreien sogleich sein Anliegen vor.

109,9. Die drei aber sprachen: „Das Gesetz ist richtig, und die Tat ist es desgleichen; aber wir sind nur Unterpriester, und unser Zeugnis wird nicht als gültig angesehen werden!“

109,10. Und der Cyrenius erklärte ihnen, dass in diesem Falle wegen gänzlicher Ermangelung eines Oberpriesters jeder Unterpriester ein oberpriesterliches Amt und Recht auszuüben sogar verpflichtet sei.

109,11. Die Priester aber sprachen: „Das ist richtig; aber siehe, als wir vor zwei Tagen die oberpriesterliche Gewalt ausüben wollten, da hattest du uns verdammt!

109,12. Wenn wir nun wieder vor dir ein oberpriesterliches Recht ausübeten, würdest du uns da nicht abermals etwa verdammen?!“

109,13. Cyrenius aber sprach etwas erregt: „Damals verdammte ich euch, weil ihr ein oberpriesterliches Recht ganz gesetzwidrig ausüben wolltet.

109,14. Nun aber habt ihr das gesetzliche Recht vor euch; so ihr darnach handelt, da habt ihr sicher keine Verdammung von mir zu fürchten!

109,15. Wohl aber will ich euch darob ein Opfer verabreichen, das euch euren Lebensunterhalt sichern soll! Und ein Opfer für Rom wird nicht unterm Wege bleiben!“

109,16. Und die Priester sprachen: „Gut; aber wir drei gehören nun auch nicht mehr den Göttern zu und wollen mit Roms Heidentume nichts mehr zu schaffen haben!

109,17. Wird unser Zeugnis wohl gültig sein, so man in Rom erfahren wird, dass wir zum Glauben Israels übergetreten sind?“

109,18. Und der Cyrenius sprach: „Ihr wisset es so gut als ich, dass in Rom ums Geld jedes Zeugnis gültig ist!

109,19. Daher tut ihr das, was ich von euch verlange, alles andere geht euch nichts an; denn darum werde schon ich sorgen!“

109,20. Diese Versicherung erst bewog die Priester, dem Cyrenius das verlangte Zeugnis auszustellen und ihn damit zu segnen.

109,21. Als der Cyrenius nun das Zeugnis hatte, dann erst reichte er der Tullia die Hand und erhob sie als nun sein rechtmässiges Weib

109,22. und gab ihr einen Ring und liess sogleich königliche Kleider für sie aus der Stadt holen.

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