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Himmelsgaben Band 2


Fixe Ideen, deren Heilung und Verhütung. – 29. Juli 1843


--. O Herr! Wie kann jemand von einer fixen Idee, z.B. dass er der Papst, der Kaiser oder ein Virtuos sei, geheilt werden?

1. Was da diese Frage betrifft, so ist der Grund solcher fixen Einbildungen schon bei einer andern Gelegenheit erörtert worden, und zwar da es gezeigt wurde, wie der Verstand gleich ist einem Ballone und die Liebe gleich einem unteren Schwerpunkte, an dem der Verstand mittelst der Willensschnur gebunden ist. Wenn nun der Verstand zu heftig zieht, dann reisst die Schnur und wird, wie ihr zu sagen pfleget, „das Rädchen laufend“. Nun aber hat der Verstand keine Nahrung; das geistige Dephlogiston entströmt, und der Verstandes-Ballon fängt an zu sinken.

2. Der Mensch aber ist ein Mikrokosmos. So der Verstand nun gesunken ist, dann trifft es sich geistig, dass die abgerissene Willensschnur in dem Mikrokosmos bald auf den einen, bald auf den andern Gegenstand entsprechendermassen stösst. Dahin sie stosset, da auch hängt sie sich an und klebt sich gleich einem Polypen fest (da sie doch eine noch immer lebende Schnur ist) und sauget daraus wie ehedem aus dem wahren Lebensgrunde und nährt damit den Ballon.

3. Hat die Schnur bei ihrem Niedersinken im Mikrokosmos wie zufällig, freilich nur in entsprechender Weise, z.B. einen Baum, einen Hund, einen Vogel, ein Weizenkorn, einen Stein oder einen wie immer gestellten Menschen erreicht, so wird sich sobald der ganze Mensch als das zu sein wähnen, wovon sein Ballon gesättigt wird.

4. Ist der Gegenstand, auf den die abgerissene Schnur zu sitzen kam, fruktiv, so wird dieser fixe Zustand lange dauern. Ist er aber das nicht, so wird der Mensch bald in den sogenannten Kretinzustand übergehen, da sein Ballon samt der Schnur einschrumpfen wird. Und kommt die Schnur über einen andern fruktiven Gegenstand, so wird dann die fixe Idee gewechselt und der Mensch wird etwas anderes zu sein glauben und geht so von einer Tollheit zur anderen über.

5. Ich meine, das wird nun klar ersichtlich sein. – Wo aber ist die Hilfe dafür?

6. Bei Mir! Denn Ich sehe da sogleich vor, dass im Augenblicke, wann ein solcher Bruch geschieht, der an der Liebe zurückgebliebene Schnurteil sich ergreift und sich zuoberst in einen neuen Verstandes-Ballon auszubilden beginnt. Wird der abgerissene Schnurteil auf eine kluge Art von aussen her weislich seines Fruktivgegenstandes beraubt, und das so oft, als er sich neu irgendwohin niederlässt, dann schrumpft er bald ein. Und der neue Verstandes-Ballon wächst desto besser fort, aus welchem Grunde der Mensch wieder ganz geordnet zu denken anfängt.

7. Wird aber dem alten Ballon der Fruktivgegenstand nicht gehörig aus dem Wege geräumt, so gelangt dann der Mensch in einen Doppelzustand, der da bald geordnet, bald wieder verwirrt aussieht und auch ist. Um diesen Zustand zu heben, nähre der Arzt vorzüglich das Herz des Patienten. Dadurch wird der neue Ballon schnell zunehmen und der Wirkung des alten Ballons energisch entgegenzutreten anfangen.

8. Das sind die wirksamsten Mittel für derlei Zustände. Aber gewisse harte Verfahren sind da ganz vergeblich und verschlimmern eher die Sache, als dass sie dieselben besserten; denn durch sie wird das neue Wachstum verhindert. Wird auch dem alten Ballone seine Nahrung benommen, so wird aber doch dem neuen auch keine bereitet, dass er dann samt dem alten verkümmern muss – und der Kretinzustand ist fertig.

9. Hier und da wäre auch der Somnambulismus erfolgreich anzuwenden. Er müsste aber von sehr willensstarken Menschen ausgeübt werden, sonst hätten bei solchen Rapporten die Magnetiseure das Überkommen des Zustandes des Kranken zu befürchten. Magnetische Paquete aber werden da wenig nützen, weil das Übel ein seelisches und kein materielles ist.

10. Siehe, das wären die Mittel, mit denen man äusserlich diesen Übeln begegnen kann. Aber das beste Remedium vom Grunde aus bin Ich! Wer von Anfang an hübsch bei Mir zu Hause verbleibt und nicht in die Welt hinaus trachtet, bei dem wird ein solcher Bruch nie geschehen.

11. Wer aber nur nach dem Weltlichen trachtet, der ist schon mehr oder weniger in einem solchen Zustande, welcher sicher von Tag zu Tag ärger wird, bis die Schnur ganz entzwei wird. – Verstehst du solches?

12. Ja du sollst es verstehen! Denn auch du hast Kinder, die da ihre Schnur schon recht stark in die Welt gespannt haben. Ziehe sie zurück, sonst dürfte bald das eine oder andere sich in bedeutender Gefahr befinden! Denn Ich kann sie nicht halten und darf es nicht, ihres Heils und ihres Lebens willen, so sie Mich nicht ansehen und an Mein Wort nicht lebendig glauben.

13. Solches also beachte auch du, Mein lieber Freund! Amen.


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