HIM1-94

Aus Suche Jesus-Comes
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hauptseite Himmelsgaben Band 1 HIM1-94 Eintrag

Himmelsgaben Band 1


Sklavenlos, Verbindung mit Verstorbenen, Vaterunser, Krippe, Erholungsstunden. – Weitere Fragen im geistigen Lichte. – 13. März 1841, von 4 1/4 Uhr nachmittags bis 1/4 8 Uhr abends


--. Es fragten, mit der Bitte um Aufschluss durch den Knecht Jakob Lorber, Marie H.: „Wie ist es möglich, dass die armen Sklaven und Deportierten ihr schreckliches Los ertragen können?“ – Wilhelmine H.: „Gedenken unser unsere vier verstorbenen Geschwister?“ – Pauline H.: „Wie soll man das Vaterunser beten, dass es Frucht bringe?“ – Julie H.: „Was bedeutet die Krippe, in die Du, o Herr, als Kindlein gelegt wurdest?“ – Paul H.: „Wie soll ein Student die Erholungsstunden Gott wohlgefälligst zubringen?“

--. Schreibende: Genannte fünf Geschwister. – Der Herr antwortete durch Seinen Knecht J. L. wie folgt:

1. Liebe Kinder! Ich habe wohl vernommen eure Fragen – aber denket, dass jemand auf zweierlei Art fragen kann und dass diese zweiartige Frage dem zweiartigen Leben entspricht. Es kann nämlich eine Frage nach dem naturmässigen Äusseren oder nach dem geistigen Inneren gerichtet sein, wie sie auch entweder aus dem einen oder dem andern hervorgeht.

2. Nun urteilet selbst, auf welchem Grunde und Boden eure Fragen gewachsen sind. Denket, ob sie euch ein leichter, wissbegieriger Vorwitz eingegeben hat, oder ob sie in der wahrhaft bekümmerten Liebenot eures Herzens entstanden sind. Denn sehet, es ist ein unendlicher Unterschied zwischen der einen und der anderen Art zu fragen.

3. Wer da fragt aus leichter, halbgenötigter Wissbegierde, dessen Frage gleichet der eines Blinden, der da geschäftig fragt nach den verschiedenen Farben eines Bildes. So ihm aber sein geduldiger Freund alle Farben genau angibt, was meinet ihr, wird der Blinde sich wohl von der Harmonie der Farben und aller ihrer Schattierungen und Lichterhöhungen irgendeine Vorstellung machen können?

4. Liebe Kinder, Ich will euch nicht zeigen, wo bei euch die Fragen gewachsen sind. Es wird euch schon das eigene Verständnis Meiner getreuen Beantwortung sonnenklar den Geburtsort eurer Fragen zeigen.

5. Was die ersten zwei Fragen betrifft, so ist daran wenig gelegen, ob ihr wisset oder nicht wisset, wie die „Sklaven“ möglicherweise ihre Misshandlungen ertragen und warum es von Mir zugelassen wird, dass sie solchen Misshandlungen preisgegeben werden – und ob ferner eure „verstorbenen Geschwister“ sich euer wohl erinnern. Aber es liegt alles daran, dass ihr euch in euren Herzen bei jeder Gelegenheit Meiner wohl erinnert.

6. Denn wer sein Herz voll Liebe treugläubig Mir zugewendet hat, dessen werde auch Ich Mich ganz sicher noch um vieles mehr erinnern. So Ich Mich aber jemanden in Meiner Erbarmung erinnere, wie kann der noch fragen, was die tun, die in Mir wohnen! Oder meinet ihr, dass eure Geschwister tot in Mir wohnen? Denket euch, ob das, was in das Leben alles Lebens übergegangen ist, wohl des Todes fähig ist?

7. Nur der Tote ist keiner Erinnerung fähig. Wer aber lebt und lebt in Mir, der wird doch wohl auch aus Meiner ihn durchströmenden Weisheit eine Erinnerung empfangen, welche die eurige ungezählte Male möchte zuschanden machen.

8. Was aber das „Vaterunser“ betrifft, so steht es mit diesem Gebete geradeso, wie mit der Frage, wie man dasselbe beten soll, dass es Frucht bringe. Denn wer dasselbe nicht betet im Geiste und in der Weisheit, dem nützt es geradesoviel, wie dem bekannten Blinden die Erklärung der Farben.

9. Wie kann der Geistesblinde sagen: „Unser Vater“, da er sich noch nie die Mühe gegeben hat, den Vater in seinem Herzen durch die Liebe und durch den lebendigen Glauben zu erkennen und sich Ihm im Geiste und in der Wahrheit zu nähern?

10. Wie kann der sagen: „Der du bist in dem Himmel“, der weder den Vater und noch weniger den Himmel kennt!? – Wie kann der sagen: „Geheiligt werde dein Name!“, der da nicht kennt Meine Liebe, noch weniger Mein lebendiges Wort und daher auch unmöglich das Leben des Lebens und die Heiligkeit alles Heils und aller Neuwerdung aus Mir, was allein Mein unaussprechlicher Name ist!?

11. Wie kann der sagen: „Dein Reich komme!“, der mit allen Sinnen wie eine Schmarotzerpflanze an dem Früchte tragen sollenden Baume, d.h. an dieser Welt hängt!? – Wie kann der sagen: „Dein Wille geschehe“, der sich noch nie die Mühe gegeben hat, Meinen Willen zu erkennen und gegen jedes noch so leichte Gebot in seinem Herzen entweder eine grosse Lauigkeit oder oft schon in seiner Jugend den barsten Ungehorsam hegt und in allen das ewige Leben betreffenden Dingen den allergrössten Leichtsinn in sich trägt!?

12. Wie kann der sagen: „Gib uns das Brot des Lebens“, der von dem erbetenen Brote gar keine Ahnung in seinem Herzen hat, wohl aber eine desto grössere Fressbegierde in seinem Magen, welcher das eigentliche Hauptherz solcher fruchtlos Betenden ausmacht!?

13. Wie kann der um „Vergebung seiner Sünden“ bitten, dessen Herz noch voll Unlauterkeit ist, da nichts innewohnt denn Zorn, Neid, Hoffart, Missgunst, Frechheit und noch viele andere Laster der Art!? – Höret, zur fruchtreichen Erreichung der Vergebung der Sünden wird mehr erfordert als durch günstige Verhältnisse feindlos zu sein. Denn wer keinen Feind hat, wie soll der bitten: „Vergib mir meine Sünden, wie ich meinen Feinden vergebe“. – Ich will damit nicht sagen, dass ihr euch Feinde machen sollet, um dann etwas zu vergeben zu haben; aber das will Ich damit sagen, dass euer Herz über jede Beleidigung, wie geartet sie auch immer sein möge, erhaben sein solle. Sonst erbittet ihr euch, statt der Vergebung, das Gericht und die Verdammnis auf den Hals.

14. Wie kann ferner der sagen: „Führe uns nicht in die Versuchung“, der fürs erste Mich gar nicht kennt und solcherart in die Luft betet, und der, so Ich ihn auch, ihm unwissentlicherweise, mit jeglicher Versuchung verschone, selbst aber, einem Besessenen gleich, von Gefahr zu Gefahr, von Abgrund zu Abgrund, von Tod zu Tod rennt!?

15. Sehet, wie ist hernach eine solche Bitte! Gleicht sie nicht einem Tollen, der einen grossen Wohltäter um eine Unterstützung bittet, so er aber dieselbe erhalten hat, wirft er sie zum Teil ins Feuer, zum Teil in schmutziges Wasser, zum Teil in stinkende Kloackpfützen und zum Teil in Unrat und in Gräber voll Totenmoder. Denket, was solchem Narren die Gabe nützt!

16. Wie kann endlich der sagen: „Erlöse uns von dem Übel“, der mit allem Fleisse sich selbst in alle Übel stürzt!?

17. So ihr dieses Gebet fruchtbringend beten wollet, dann müsst ihr es beten im Geiste und in der Wahrheit und wohl überdenken, was dazu erfordert wird, um die wahre Frucht dieses Gebetes zu ernten. Sonst wird aus diesem Gebete das Gegenteil des grossen Segens für euch wie für jeden andern erwachsen.

18. Was aber die zwei letzten Fragen betrifft, so ist die „Krippen“-frage eine wohl kindliche, aber keine, auf welche euch eine zweckdienliche, noch weniger aber eine für euch verständliche Antwort gegeben werden kann, da erst der innere Sinn erschlossen werden muss, um ein selbst für Erzengel zu tiefes Geheimnis zu erfassen.

19. Daher bemühet euch, aus euren „Erholungsstunden“ in stiller Ruhe und Zurückgezogenheit eures Gemütes Mir geweihte Stunden zu machen – so könnet ihr früh erfahren, wie überaus gut und voll Liebe Ich, euer Vater, bin. Und wahrlich, in einer Minute möchte Ich euch da mehr geben, denn alle Welt in tausend Jahren.

20. So euch aber eure Erholungsstunden zu was anderem dienen, so werdet ihr auch ebenso sicher erfahren, wie fremd, unerforschlich und unerbittlich Ich jenen zu bleiben pflege, die den Unrat der Welt und allen Trug des Satans Mir vorziehen.

21. Schliesslich denket wohl gar sehr darüber nach, von Wem diese Worte zu euch kommen! Machet euch frühzeitig bekannt mit Mir! Machet den „Richter“ euch zum „Freunde“ und den ewigen grossen „Gott“ zu eurem „Vater“ – so werdet ihr froh und ohne Furcht es schauen, wenn Ich Meine Gerichte über diese Erde donnern werde!

22. Denn der Welt werde Ich kommen als ein unerbitterlicher Richter, aber wahrlich, zu Meinen Kindern werde Ich kommen als der liebevollste, beste, heilige Vater!

23. Daher trachtet nach dem Vater, so werdet ihr leben ewig im Schosse Meiner Liebe. Amen!

24. Das spricht Der, den ihr vor allem suchen und erkennen sollet – als Vater. Amen!


Hauptseite Himmelsgaben Band 1 HIM1-94 Eintrag