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Himmelsgaben Band 1


Vereins- und Gesellschaftssatzungen. – 24. Januar 1841, Sonntag, nachmittags


1. Was die Gesellschaften betrifft, so ist es schon im Evangelium hinreichend gesagt worden, dass, wo zwei oder drei in Meinem Namen versammelt sind, Ich allezeit mitten unter ihnen bin. Daher ist es auch nicht unziemlich, wenn Menschen in Gesellschaften zusammentreten, um dadurch unter Meinem Beistande etwas Nützliches zu bezwecken.

2. Wo aber nun irgendeine Gesellschaft sich befindet, da ist es natürlich, dass, je nachdem die Gesellschaft irgendeinen Zweck vorhat, unter ihr auch diesem Zweck entsprechende Verhältnisse obwalten müssen und dass diese Verhältnisse von jedem Mitgliede der Gesellschaft als Gesetze oder, wie ihr zu sagen pflegt, als Statuten zu beachten sind.

3. Es fragt sich demnach, wer da wohl die Gesetze oder Statuten entwerfen oder vorschreiben solle. – Da soll nun aus der Gesellschaft der verständigste, einsichtsvollste und erfahrenste Mann gewählt werden; und dieser nun auf solche Art gewählte „Vorsteher“ soll dann sich zur Seite, nach Umständen des Gesellschaftszweckes, drei bis sieben „Beistände“ oder „Räte“ wählen. Und wenn nun ein solcher „Vorstand“ zuwegegekommen ist, dann sollen erst die „Gesetze“ oder „Statuten“ von diesem Vorstande entworfen werden, die dem Zwecke entsprechen, dessen nützliche Realisierung sich die Gesellschaft vorgesetzt hat.

4. Diese Satzungen sollen dann jedem beitretenwollenden Mitgliede genau und anschaulich vorgelesen und erklärt werden. Und da soll dann kein beitretendes Mitglied irgend etwas einzuwenden haben; sondern, wenn es die Satzungen zweckvoll findet, so möge es beitreten, im Gegenteile aber sich auch nach eigener Willkür fernehalten. Und es soll wegen Gewinnung eines oder des anderen Mitgliedes nichts mehr an den Satzungen verändert werden, sondern, wie sie ursprünglich gegeben wurden, so sollen sie auch fortbestehen, solange der Verein einer solchen Gesellschaft dauert.

5. Denn wenn, wie es gewöhnlich der Fall ist, nach Umstand der Sache und der eintretenwollenden Mitglieder, solche einmal gültig entworfene Satzungen bald hier, bald da eine Abänderung erleiden, so geben solche Abänderungen nur einen sprechenden Beweis, dass eine solche Gesellschaft auf schwachen und unverlässlichen Füssen beruht, die schon ein leichter Windstoss zum Wanken bringt. Denn neue Gesetze machen die bestehenden unvollkommen. Und wo immer durch ein neues Gesetz ein früheres gewisserart unterstützt werden muss, ist das ein Zeichen, dass das frühere Gesetz krank, gebrechlich und nicht viel nütze ist – woher es dann kommt, dass durch dergleichen Erneuerungen eine gesellschaftliche Anstalt oder ein zwecktunlicher Verein immer mehr in den Misskredit hinabsinkt, sich endlich gänzlich auflöst und mit ihm auch die bezweckte gute Sache zugrunde geht.

6. Daher ist auch dieses das beste Grundgesetz zur Bildung irgendeiner zweckdienlichen Gesellschaft, dass da vor allem ein einsichtsvoller und wohlerfahrener Mann an die Spitze gewählt wird, dieser dann aber alsogleich das Recht hat, wie oben angezeigt, sich Helfer an die Seite zu wählen.

7. Wenn nun dieses bei der Bildung einer Gesellschaft beachtet und gehandhabt wird, dann wird die Gesellschaft einem Menschen gleichen, in welchem ebenfalls das empfindende, fühlende und den ganzen Lebensprozess ordnende Herz sich lebendig in der Mitte des ganzen Organismus befindet und zunächst den ihn umgebenden Körper mit den nötigen Sinnen versieht und dieselben unterhält als gewissermassen seine „Räte“, durch welche Beschaffenheit dann der ganze Organismus des Menschen und durch denselben der Mensch selbst gar wohl erhalten wird.

8. Wie würde aber der Mensch als solcher fortbestehen, wenn in seinem Organismus fortwährend neue Anordnungen getroffen würden!? Würde da nicht jede Hand, jeder Finger wollen Ohren, Augen, Mund und Nasen haben!? Und wenn das, sofort nachgebend und alles gewährend, ginge – wie würde in kurzer Zeit der Körper des Menschen aussehen, da man nichts als lauter Herzen, Augen, Ohren, Nasen und Munde an ihm entdecken würde!

9. Sehet, wie es sich mit dem Menschen in dieser Hinsicht verhält, dessen Glieder alle eine wohlgeordnete Gesellschaft untereinander ausmachen, dasselbe soll auch von jeder schon gebildeten oder noch zu bildenden Gesellschaft genau beachtet werden!

10. Jedoch was die rein weltlichen Gesellschaften betrifft, deren Entstehen oder Bestehen keine andern als nur unterhaltende Zwecke hat, so finde Ich für derlei Gesellschaften kein anderes Gesetz als das einzige, dass sie weder entstehen noch bestehen sollen. Wo sie aber bestehen, da sollen sie kein Ärgernis geben und wenigstens einer solchen Zucht entsprechen, dass ihr Beispiel nicht allzusehr die Menschen anlocke und von Meiner Ordnung abziehe.

11. Wo aber irgend neue Gesellschaften für solche irdische Unterhaltungszwecke sich bilden möchten, da sage Ich nur: Sie werden nicht gar zu lange mehr bestehen unter was immer für Satzungen. Denn Ich stehe vor der Türe und bin überladen mit allerlei Statuten für solche Gesellschaften und werde Mir voraus einen Engel senden, der Meine Ankunft verkünden und die Erde säubern wird mit seiner scharfen Sichel von dem Unkraute, das da allezeit dem freien Wachstume Meines Weizens hinderlich war.

12. Und dieser Engel wird auch ein grosses Rauchfass haben und wird mit demselben über die ganze Erde einen schrecklichen Rauch machen, auf dass alle Pest auf derselben in dem Rauche zugrunde gehen muss. – Verstehet aber wohl, was da unter der „Sichel“ und unter dem „Rauchfasse“ verstanden wird! Nämlich, wer nicht Weisheit besitzt, der soll wissen, dass die Sichel das „Schwert“ und das Rauchfass das „scharfe Geschütz“ bedeutet.

13. Sehet, mit solchen Statuten werde Ich die Welt ihrer unterhaltenden Gesellschaften und vieler andern, dadurch entstandenen Übel wegen alsobald und unverzüglich heimsuchen. Jedoch soll Mein Engel mit der Sichel und dem Rauchfasse die Häuser derjenigen verschonen, die ihres Hauses Türpfosten mit dem Worte Meiner Liebe und Meiner Erbarmung gesalbet haben. Denn Mein Wort ist eine grosse Gnade für den, der solches empfängt, und ist für die Pfosten der Türe ein gutes Salböl. Es wird der Engel an der Türe versuchen, ob sie knarret am Pfosten. Wo sie knarren wird, da wird der Engel das Haus bis auf den Grund niederreissen. Da sie aber sanft aufgeht, da wird das Haus verschont werden, und zwar aus diesem Grunde:

14. Wenn Ich nämlich komme, da werde Ich kommen gleich einem Diebe und Mich in aller Stille in das Haus schleichen. Daher müssen auch alle Pfosten wohl geschmieret sein. Denn wo die Türe knarrt, da gehe Ich nicht hinein. – Das Herz aber ist die Türe! – Wenn dieses voll Angst, voll Ungeduld, Furcht und Murren, Untreue, Zwiespaltigkeit und dergleichen Untugenden mehr sich bei Meiner Ankunft Mir unausweichlich wird offenbaren müssen – höret, da wird der „Dieb“ sich alsobald entfernen und nicht einziehen durch eine solche verwahrloste Türe! Und noch weniger wird er je mehr dahinkehren als der grosse Statutenbringer des ewigen Lebens!

15. Denn wahrlich, wo irgendein Mensch ist, da ist er ja nicht allein, sondern eine ganze Gesellschaft ist mit ihm. Und da bedarf es am meisten eines Hauptgesetzgebers, damit die Gesellschaft eins werde unter sich und dieses Eins sei ein Leben aus und in Mir. – Wenn aber irgendeine Gesellschaft oder ein Mensch in beständiger Angst schwebt zwischen Mir und der Welt, denen will Ich ja recht gerne ihren Weltfrieden gönnen und Mich mit Meinen Statuten des ewigen Lebens zurückziehen. Und da mögen dann wohl wieder Gesellschaften der Weltunterhaltung gebildet werden. Allein Ich werde da nimmer den Friedensstörer machen und nicht eher wiederkommen, bevor Mein Engel mit der Sichel und mit dem Rauchfasse erschienen ist! – Das sage Ich, der vor der Türe steht. Amen!


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