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Himmelsgaben Band 1


Nochmals: „Rühre Mich nicht an!“ – 17. Dezember 1840


--. Frage: „Bei Matthäus, Kap. 28,1 heisst es: ‚Bei der Morgendämmerung der ersten Tages nach dem Sabbat gingen Maria Magdalena und die andere Maria, das Grab zu sehen.‘

--. Und Kap. 28,9 heisst es weiter: ‚Und siehe, Jesus begegnete ihnen und sprach: Seid gegrüsst! Und sie traten hinzu, umfassten Seine Füsse und beteten Ihn an.‘ – Nach dem Evangelium des Johannes, Kap. 20,17 wollte Magdalena Dich, o Herr, anrühren. Und Du sprichst zu ihr: „Rühre Mich nicht an!“ – Nach dem Evangelium des Matthäus, Kap. 28,9 dagegen, hat Maria Magdalena sowohl als auch die andere Maria Deine Füsse umfasst. Und in der gestrigen Erklärung heisst es dagegen: ‚Hätte denn da sollen eine bekehrte Hure zugrunde gehen, so sie Mich angerührt hätte?‘

--. O Herr, sende gnädigst Dein Licht, um dieses Dunkel aufzuhellen! – Es sei kein Wille, weder in der Höhe, noch in der Tiefe, denn der Deinige! Und was da geschieht in der Höhe wie in der Tiefe, geschehe nach Deinem heiligen Willen! Amen. Damit dadurch Dein heiliger Name allezeit möchte gepriesen, gelobet und verherrlicht werden! Amen. Amen.“

1. Der Mensch, der solches nicht begreift, ist blind, taub und stumm – oder er ist gleich dem fruchtlosen Feigenbaum, den ein Gärtner lange Zeit im Garten pflegte, und da der Baum nichts als Blätter zum Vorscheine brachte, kamen die Knechte und meldeten es dem Herrn und rieten ihm, solchen fruchtlosen Baum abzuhauen, dass er nicht fürder vergeblich Platz wegnehme in dem so köstlichen Garten. Da aber der Herr solches vernommen hatte, so sprach er: „Lasset ihn noch stehen ein Jahr, reinige und dünget ihn, und so er dann keine Frucht bringen wird, dann falle eure Axt über seine Wurzeln und fälle ihn zum Verbrennen!“

2. Siehe, du, der du fragest um so leichte Dinge aus deinem eigenen Widerspruche, dir sei es gesagt, dass es schwer ist, zweien so zu dienen, dass es jedem zur Genüge wird, dem Freunde wie dem Feinde! – Wenn es dich um Mich kümmert, was kümmerst du dich denn der Welt? – So du aber sorgest, um der Welt ebenen Pfad zu leihen, wo soll da wohl geistige Frucht werden?

3. Siehe, Mein Wille steht höher denn der Wille der Welt! Willst du aber beides, als da ist: ein Glück der Welt, dem entgegen ist Meine Gnade – höre, das kann nicht sein! – Ich sage aber, es wird das erste schon ohnehin zur rechten Zeit kommen. Aber alle deine und deiner Kinder Wege sollen genau gerichtet sein nach Meiner Gnade – dann werde Ich sorgen für alles! – So es dir aber behaget zu tragen so manche unnötige Weltsorge, so trage sie immerhin, aber habe ja acht, dass die Zahl eins nicht zu einer Legion gebrochen wird.

4. Die Liebe der Eltern ist allezeit blind gegen ihre Kinder. Sie sehen nicht den Samen, sondern nur den Baum und bedenken nicht, was alles in einem Samenkorne verschlossen ist. Es geht aber der gute Same mit tausendfältiger Frucht nur in Meiner Erde auf. In der Erde der Welt aber erstickt er alsobald. Aber der Weltsame gedeiht gar wohl, alles Unkraut hervorbringend, in der Welterde. Aber frage dich selbst, wozu nütze? Höre! – Zu Meinem Reiche und für Meine Scheuern nicht!

5. Siehe, dieses in dir selbst bestehenden Widerspruches wegen sagte Ich dir dieses, damit dir dein Widerspruch des Evangeliums klar werde. Dieses aber merke dir ganz besonders: Wie du jetzt weisst, wer Der ist, vor dessen Augen alle Geheimnisse offen liegen, so solltest du denn auch, wenn dir in weltlichen Dingen Irrwege vorkommen entweder für dich oder deine Kinder, wissen, dass nur Ich es bin, dem der rechte Weg allein bekannt ist. – Nun, derzeit sorge somit du für deine etlichen drei – und lasse für die übrigen Mich sorgen!

6. Und damit der Matthäus in dir schuldlos werde, so nehme diesen Widerspruch auf dich und verstehe, wenn Ich sage zu Magdalena: „Rühre Mich nicht an, sondern falle zuvor vor Mir nieder, umklammere die Füsse und bete Mich an im Geiste und aller Wahrheit, und gehe dann hin zu Meinen Brüdern und sage ihnen, dass Ich auferstanden bin!“

7. Desgleichen sollet auch ihr tun und nicht eher nach der Weisheit trachten, sondern nach der wahren, reinen Liebe, die da entspricht Meinen Füssen und daraus zunächst nach der Läuterung eurer Liebe, die in ihrer grössten Reinheit doch noch immer etwas Sinnliches an sich hat (und demnach ist gleich den „Füssen“ aus Mir, auf welchen allein ihr zum Leben eingehen könnet). Daher soll auch euch vorderhand nicht gestattet sein, Meine Weisheit „anzurühren“, bevor nicht Meine Füsse in aller Liebe erfasst worden sind.

8. So ihr aber saget: „Herr, wie ist hernach die Antastung des Thomas zu verstehen?“ – Da sage Ich: Auch er musste seine Blicke an die Wundmale der Füsse und Hände richten, bevor Ich ihn hiess anzurühren Meine breite und weite Wunde der Brust. – Damit aber dir, Frager, dein eigener Widerspruch klarer werde, so will Ich dir noch einen Grund davon zeigen, warum Ich zu Magdalena vorerst sagte: „Rühre mich nicht an!“ und hernach aber doch zuliess, dass sie mit den übrigen Meine Füsse umklammerte.

9. Siehe, Magdalena war auch sinnlich in Mich bis zur Eifersucht verliebt und hielt Mich förmlich für ihren einzig erwählten Liebhaber. Sie hatte von Mir nur die Meinung, dass Ich ein grosser Prophet sei, aber Meine Göttlichkeit war ihr noch fremd. In Anbetracht ihres verliebten Herzens hatte somit durch Mein Leiden und Sterben auch niemand so viel verloren wie gerade sie, da sie nicht nur ihren Retter, Herrn und Meister, sondern im Ernste ihres Herzens auch ihren einzigen Geliebten verloren hatte; daher sie auch untröstlich war.

10. Sehet, daher kam's denn auch, dass sie die erste war, die sich nach Mir erkundigte im Beisein der übrigen, die ebendasselbe mehr aus andächtiger Trauer als aus solch unbesiegbarer Liebe taten.

11. Als sie Mich, ihren verlorenen Geliebten, nun auf einmal vor sich stehen sah, da war ihr Herz aus allen Fesseln gehoben. Sie schrie auf und wollte alsogleich im Ausbruch ihrer leidenschaftlichen Liebe auf Mich losstürzen. Nun aber bedenke, wer und was Ich bin – so wird dir klar das „Noli me tangere!“ – Bedenken sollst du aber auch Magdalenas starke Liebe, und dir wird klar die Umfassung Meiner Füsse.

12. Und denke noch hinzu, dass Mein Liebling Johannes Mir aus der Seele, Matthäus aber aus Meinen „Füssen“ schrieb, so wird dir alles dieses noch klarer werden – und begreiflich auch die grosse Busse der Magdalena nach Meiner vollen Auffahrt, da sie erst dadurch erfahren hat, wer eigentlich hinter ihrem vermeinten Geliebten war, worauf sie Mich dann erst durch ihre grosse Busse im Geiste der Demut und dadurch in aller Wahrheit hat zu lieben angefangen.

13. Ich sage dir aber, so Mich jemand nicht lieben wird gleich der Magdalena, der wird Mich nicht finden fürder und eingehen zum Leben auf „Meinen Füssen“ und wird nimmer eine Auflösung finden im steten Widerspruche seines Weltlebens. Siehe, Mein Reich ist von grösster, heiligster Klarheit, und es kann nichts Unreines je hineinkommen. Daher denke nur an den Feigenbaum ohne Frucht im Garten und an den Diener zweier Feinde – und löse den Widerspruch in dir! – Vergesse in der Zukunft nie mehr ob der Welt, wer Ich, dein Gott, dein Vater, dein allzeitiger Ratgeber bin!

14. Siehe, heute rede Ich, morgen handle Ich und übermorgen möchte Ich kommen! – Wer nicht zu Hause sein wird, vor dessen Wohnung werde Ich vorüberziehen! – Amen. – Das sagt, Der da Sich allezeit umklammern lässet Seine Füsse!


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