HIM1-71

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Hauptseite Himmelsgaben Band 1 HIM1-71 Eintrag

Himmelsgaben Band 1


Geburtstag-Gratulation. – 30. November 1840, abends


1. Das Folgende lasse Ich durch den Knecht dir, Meinem sehr willigen Freunde, Andr. H.-„Willig“ sagen, da Ich deinen Willen als bewährt gefunden habe!

2. Die Menschen wünschen sich zwar gegenseitig vielfach allerlei Glück, aber es bleibt auch gewöhnlich bei dem Wunsche nach der Weltmode, weil ihm kein wahres Wollen der Liebe, sondern nur eine blinde, weltliche Gewohnheit zugrunde liegt.

3. Da wünscht oft einer dem andern (wenn es noch gut geht) alles ordentliche „Beste“ – in der sicheren Überzeugung, dass von all dem Gewunschenen nichts in Erfüllung gehen wird. Und es ist bei all seinen Wünschereien oft auch nicht ein Sonnenstäubchen ernster, der wahren Liebe entstiegener Wille – derjenigen hofsittlichen Gratulationen nicht zu gedenken, die vermittelst der gedruckten Papierchen, die ihr „Visitenkarten“ nennet, geschehen.

4. Fragst du, warum bei solchen Wünschen nie etwas Erfolgliches herauskommt, so sage Ich: Darum, weil der willenlose Wunsch nichts als eine heuchelnde, schmeichelnde Höflichkeit des kalten Weltverstandes und somit eine bare Lüge und absurde Narrheit ist.

5. Wie ist doch der Mensch ein grosser Tor, der da zu einem Stein spricht: „Werde Gold!“! – Und siehe, doch wäre ein solcher Tor nur klein zu nennen gegen einen Gratulanten, der seinem Wünschling „tausend Lebensjahre“ wünscht, während er ihm das Leben auch nicht für eine Terzie verlängern kann und, fürs zweite, ihn oft schon am nächsten Tage unter der Erde wissen möchte, um dadurch etwas zu gewinnen. Und so ist mancher, der da wünscht „Glück und Segen“, und in seinem Herzen ist er voll Ärgers – oder der da wünscht „Gesundheit und heitere Lebenstage“ und kennt oft den alleinigen Geber solcher Dinge kaum dem Namen nach. Oder ist da endlich noch einer, der spricht: „Ich wünsche Ihnen, was Sie sich selbst wünschen!“ – Weiss dieser Gratulant denn auch, ob das alles gut ist, was sich die Menschen in ihrer Eigenliebe wünschen!? – Und so gratuliert die Welt sich denn beständig Unsinniges in ihrer finsteren Leerheit!

6. Aber höre, nicht also soll es bei euch sein! – Statt solcher Tollheit sollen Meine Freunde sich gegenseitig in Meinem Namen voll Liebe im Herzen fragen: „Bruder, bedarfst du in irgend etwas meines Beistandes, so sage es mir offen, und ich will dich nach Möglichkeit meiner Kraft und meines Vermögens wohl unterstützen!“ Sage nicht: „– wenn du solches wünschest!“ – sondern sage, dass du selber dessen benötigest zur Ehre Gottes und zur Wohlfahrt deines Geistes!

7. Und hat dir der Bruder solches gestanden, so sei liebewillig und tue es unverzüglich, so wirst du das Herz deines Bruders erquicken. Und Ich, dein Vater, werde Freude haben ob solcher werktätigen Gratulation.

8. Und so du gratulierest, da gratuliere armen Hilfsbedürftigen – so werde Ich auch deine anderen Gratulationen, die du verrichten musst, um der Welt kein Ärgernis zu geben, mit gnädigen, nachsichtigen Augen ansehen.

9. Und so trete also anstatt des leeren Wunsches der volle, kräftige Wille auf im Herzen und anstatt der Gratulation die reine, uneigennützige Liebe – so wirst du erst ganz sein ein Mann nach Meinem Willen, welcher ist Meine unendliche Liebe zu euch!

10. Siehe, du hast schon so manches getan, was Mir wohlgefiel, und daher habe Ich dir auch schon einen neuen Namen gegeben, der da aufgezeichnet ist im grossen Buche des Lebens. Und dieser Name sei dir am heutigen Tage deiner Eingeburt in das irdische Fleisch ein Geschenk als Name deiner Neugeburt im Geiste! – Aber tue das Gesagte alles, so wirst du bald die grosse Freude der Wiedergeburt erleben!

11. Siehe, so ist Meine Gratulation geartet! – Ich „wünsche“ nichts, sondern was Ich will oder liebe, das gebe Ich oder lasse es zu, dass es geschieht. – Was würde wohl daraus werden, so Ich euch das Leben wünschen möchte und liesse es beim Wunsche!? – Allein Ich wünsche nicht bloss, sondern Ich will – und so lebet ihr!

12. Es heisst ja aber, dass ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. Nun denn, so tuet auch ihr, wie Ich, euer Vater, es will und selbst tue! Könnt ihr auch nicht tun, was Ich tue im Unendlichen, so tuet es doch im Kleinen! Dann werdet ihr sein gleich einem kleinen Kreise, der ja in all seiner Geringfügigkeit doch vollkommen gleich ist dem grossen Kreise Meines unendlichen Wesens.


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