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Himmelsgaben Band 1


Reiseführung. – 29. November 1840, von 10 Uhr bis 1/2 12 Uhr vormittags


--. Schreibende: Andr. und Ans. H. – Der Herr sprach durch J.L. Nachstehendes aus Seiner Liebe:

1. Es haben sich am gestrigen Tage zwei ohne Meinen Willen – in einem weltlichen Interesse – gegen Morgen verfügen wollen – obwohl es doch füglich gewesen wäre, dass wenigstens Mein Knecht Mich zuvor um Rat gefragt hätte, ob ein solches Unternehmen erspriesslich sein möchte oder nicht (da Ich doch nie zurückhaltend war mit Meinem Rate bei was immer für einer Gelegenheit!) – So aber habe Ich wollen, dass ein solches Unternehmen nicht ausgeführt werden mochte, da es nicht gewesen wäre nach Meinem Willen, darin doch nur allein das wahre Glück allzeit und in allen Gelegenheiten zu finden ist – und ganz besonders für jene, welche schon mehr oder weniger den Weg gefunden haben dahin, wo Mein Wille sich treulich kund gibt, und zwar, wie ihr wisst, allzeit in wohlverständlichen und vernehmlichen Worten.

2. Damit ihr aber auch wisset, warum Ich die zwei in ihrer Reise habe verhindern lassen, so will Ich euch anzeigen, dass Ich dadurch euch eine grosse Wohltat erwiesen habe. Denn es wären beide nicht mit gesunden Körpern wieder zurückgekommen.

3. Da ein jeder Mensch, sei er gut oder böse, allezeit den freien Willen hat in seinem Handeln, so kann Ich auch den Bösen so wenig wie den Guten in seiner Handlung hindern. Und so wäre es denn geschehen, dass ihr auf dem Wege von Lebring (so nennet ihr den Ort) bis Strass (das ist der Ort, da ihr zu bleiben gedachtet) in die Hände eines bösen, sich dort aufhaltenden Gesindels gefallen wäret und hättet viel zu tun und zu kämpfen gehabt, um dieses Gesindel los zu werden; und hättet dadurch auch, vermöge des darob entstandenen Ärgers, geistigen Schaden gelitten.

4. Um also für euch ein solches Ungemach zu verhindern, machte Ich nur ein Rad eures Wagens unbrauchbar, und zwar an einer Stelle, da links und rechts ziemlich weit und breit an keine Reparatur zu denken war – wodurch ihr dann genötiget waret, in eure sichere Heimat zurückzukehren.

5. Sehet, wer nicht beständig mit Mir wandelt, der geht gar oft seinem Unglücke blind in die Arme und ahnet nichts von selbem, bis es ihn durch und durch gefangengenommen hat! – So aber Ich mit bin auf irgendeiner Reise oder anderartigen Unternehmung, so werde Ich es nie zulassen, dass demjenigen, der an Meiner Seite wandelt, auch nur ein Haar gekrümmt werde!

6. Und so diene euch auch das gestrige Erleben zu einem starken Beweise! Denn obschon ihr Mich nicht um Rat gefragt, auch nicht eigens gebeten habt, dass Ich euch dahin begleiten soll, so habe Ich aber euch doch nicht aus Meiner allzeit beseligenden Acht gelassen.

7. Denn da Ich weiss, dass ihr hernach doch erkennen werdet, dass Ich jene nicht verlasse, die Mich zu suchen und zu lieben angefangen haben und sich treu bleiben in dieser Eigenschaft – so bin Ich auch stets bei solchen – ob gebeten oder nicht gebeten. Denn wer Mir freiwillig zugetan ist, dem bin auch Ich freiwillig zugetan.

8. Ferner aber möchte Ich noch das bemerken (jedoch den freien Willen nicht im geringsten beschränkend), dass es Mir in Hinsicht des verlassenen irdischen Weingartens, der noch dazu allen möglichen Elementar-Unannehmlichkeiten ausgesetzt ist, lieber wäre, wenn derselbe von Meinem Freund und Verehrer nicht angeschafft würde; sondern da soll dieser lieber zuerst Meinen Weingarten recht gut bearbeiten und zurichten. Und, so er will und Freude hat mit einem irdischen Weingarten, dann werde Ich ihm schon mit der Zeit einen anderen anzeigen, mit welchem er mehr Freude haben wird als mit diesem, der da angekauft würde mit einem Gelde, das Ich nicht näher bezeichnen will. – Und somit genug von dem!

9. So ihr aber wollt und könnt, so könnt ihr euch nach eurer Zeit und Musse auf einen anderen Ort verfügen, und das zwar sobald als möglich. Und sorget euch dabei nicht, ob die Zeit schön und hell oder trübe ist. Denn da wird gerade eine solche Zeit sein, wie sie sein muss, um euch wieder um eine sehr bedeutende Stufe höher zu heben.

10. Und seid auch unbekümmert um die „Diätengebühr“, da Ich euch ja letzthin doch gewiss gut bezahlt habe, und zwar mit der allerechtesten und barsten Münze. War diese Münze nur eine blanke Silbermünze – so will Ich euch für dieses Mal eure Reise im Golde bezahlen. Und wie das Gold in seinem Adel über dem Silber steht, so wird auch diese Bezahlung über der für die Reise zur Kleinalpe sein.

11. Denn damals waret ihr beschieden gegen Abend, jetzt aber seid ihr beschieden gegen Morgen; und damals war es eine gleichgültige Zeit, jetzt aber feiert ihr die bedeutende Zeit Meiner Ankunft! Und es soll diese Zeit bei dieser Gelegenheit euch nicht mit der blossen Benennung, sondern werktätig zukommen.

12. Nun werdet ihr fragen: „Aber wohin sollen wir denn eigentlich gehen?“ – Ich sage: Nicht gar weit! Denn sehet, Ich habe zwei Punkte auserwählt, von denen der eine näher und der andere um drei Stunden weiter liegt. Doch wäre es Mir billiger, so ihr ein grösseres Opfer brächtet und möchtet hinfahren an den Ort, allda ein Berg steht unter dem Namen Kulm. – Jedoch so ihr dahin zu reisen, vermöge eurer Geschäfte, nicht hinreichend Zeit hättet, so könnt ihr euch auch verfügen auf einen Ort bei dem sogenannten Schlosse Lustbichel allda auf einem ziemlich bedeutenden Hügel in derselben Richtung ein anderes kleines Schlösschen sich befindet, bei welchem etwas mehr am Abhange noch eine Kapelle steht.

13. Wo ihr nun demnach hin wollet, da gebet wohl acht auf alles, sei es auf der Erde oder in der Luft, sei es in der Nähe oder in der Ferne; vor allem aber auf eure Gefühle! Denn darinnen werdet ihr, so ihr an dem bestimmten Orte sein werdet, bei genauer Aufmerksamkeit wohl zu gewahren anfangen, was das heisst, in Meinem Namen etwas zu tun!

14. Und Ich sage euch: Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden ewig bestehen – und das, was durch sie bestimmt wird, wird bestehen über alle Schöpfung hinaus! Denn da Mein Wort ausgegangen ist von Meiner Liebe, wie sollte es vergehen, solange die Liebe besteht, die solche Worte aus Sich hat gehen lassen?!

15. Jedoch ganz anders verhält es sich mit all dem Geschaffenen, das da hervorgegangen ist aus Meinen Gerichten, die nur geschehen sind durch die Liebe, aber nicht aus der Liebe – und daher auch vergänglich sind wie die Gerichte, aus denen sie hervorgegangen.

16. Das Gericht dauert nur eine Zeit. Denn die Zeit selbst ist nur ein Gericht. Die Liebe aber besteht ewig. Denn die Ewigkeit ist ja die Liebe selbst, und in ihr ist alles voll Liebe.

17. In der Zeit wirkt die Liebe durch das Gericht und sänftet in selbem den Zorn(-eifer) Gottes. In der Ewigkeit aber ist die Liebe Siegerin über den Zorn(-eifer) und somit auch über alles Gericht. Und daher ist daselbst nichts als Liebe und die ihr entsprechende unendliche Seligkeit.

18. So ich aber sage, dass diese Worte nicht aus Meinem Gerichte, sondern aus Meiner Liebe zu euch gerichtet sind, so denket auch, dass sie über alles Zeitliche ewig hinausragen werden! – So ihr also könnt und wollt, so tut das Gesagte so bald als möglich! Denn es ist der allzeit euch mehr und mehr beseligende Wunsch eures grossen, heiligen Vaters, der in allem ist die ewige Liebe und Weisheit Selbst. Amen!


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