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Himmelsgaben Band 1


Vom Berge „Strassengel“ bei Graz. – 29. August 1840, am Berge „Strassengel“, von 3/4 4 Uhr bis 1/4 7 Uhr nachmittags.


--. Schreibende K. G. L. und Ans. H.

1. So unordentlich und zweckwidrig euch auch immer so manches Gebilde irgend vorkommen möchte, o glaubet, nicht ein Stäubchen ruht oder bewegt sich von seiner Stelle ausser nach der Vollkraft Meiner ewigen Liebe und Weisheit.

2. Sehet, diese Gegend, in welcher ihr euch soeben befindet, ist rings umher von unordentlichen, bald höheren, bald niederen Bergen und Hügeln umschlossen. So ihr eure Naturgelehrten fragen würdet: „Warum so?“ – so würden euch diese keinen andern Bescheid geben als einen solchen, welchen ihr euch ohne dieselben hättet denken können. Sie würden sagen: „Dieses alles ist durch die ungeschickt waltenden, rohen Naturkräfte gleichsam zufällig entstanden und wird sich nach und nach ebenfalls durch dieselben auch wieder mehr oder weniger verändern.“ Und weiter werden da einige sagen: „Diese Art Berge ist entstanden durchs Feuer, eine andere Art durch eine allmähliche Anlagerung von Südwest gegen Nordost“. Wieder andere werden hinzusagen: „Dieser Berg ist durch Anschwemmung und so dergleichen mehrere Entstehungsgründe entstanden.“

3. Aber wie, wenn Ich nun einen solchen Hügel in der Mitte öffnen und ihn teilen würde bis zur ebenen Fläche, und das zwar nach verschiedenen Richtungen von seinem Scheitel aus – und die Gelehrten mit ihrem Anschwemmungssystem würden kann durch diese nun geöffneten Gassen wandeln und schauen das Eingeweide des Hügels, und dieses würde ihnen alle ihre Bildungssysteme zugrunde richten, indem es zwischen Lehm und Sandschichten zentnerschwere Steinmassen enthielte, hie und da wieder Steingerölle, hie und da Kalk, hie und da Steinkohlen, hie und da versteinerte Tierknochen sowohl von Landtieren wie auch von Tieren stehender, grosser Gewässer; und hie und da würden sich sogar Gerätschaften vorfinden, an denen noch deutliche Spuren des Fleisses menschlicher Hände wären!

4. Was meinet ihr, was euch da die Naturgelehrten sagen würden? – Ich meine, sie würden gewaltig mit den Achseln zucken und mit ihren Köpfen wetterwendische Bewegungen machen, und ihr würdet aus ihnen ebensowenig wie aus einem Baume herausbringen. – Und sehet, gerade ein solches Konglomerat ist dieser Hügel. Und daher ist es auch fürs erste zu eurer Kenntnis notwendig zu wissen, wie ein solcher Hügel entstanden ist, und fürs zweite, warum? Und fürs dritte soll noch eine kleine geschichtliche Notiz hinzugefügt werden.

5. Ihr wisset schon aus früheren Mitteilungen, und zwar aus dem Tierreiche, woher, wie und warum dieses entsteht und besteht. Aber es ist in eurem Wissen noch eine kleine Lücke, und diese soll gerade bei dieser Gelegenheit ausgefüllt werden.

6. Ihr wisset, dass die Materie nichts als eine grosse Demütigungsschule der hoffärtigen Geister ist. Ihr wisset, dass das Wasser in seinen reinen Bestandteilen eine Gnadenflut aus Meiner Barmliebe ist. Ihr wisset, dass das Licht der Sonne dem Leuchten nach aus Meiner Gnade und der Wärme nach aus Meiner Liebe entspringt.

7. Aus dieser Ursache sind diejenigen Tierchen, die aus dem Lichte entspringen, nichts als Träger Meiner erbarmenden Liebe und Gnade von Meiner Höhe bis zur materiellen Tiefe der Erde. Sie sind nichts als zahllose belebende Liebeteilchen, aus Mir strömend, um den toten Geistern auf jene Art wieder Leben zu bringen, wie Ich euch vorzugsweise bei der Darstellung der Pflanzenwelt und namentlich bei der eines Baumes gezeigt habe.

8. Nun sehet, manchmal geschieht es, besonders in Gegenden, da irgend grosse Gewässer sind (je mehr Gewässer, desto mehr Gnade!), dass Ich in irgendeinem Teile eine grosse Reife der gedemütigten Materie sehe. Allda lasse Ich dann auch einen grösseren Strom des Lebens aus Mir hinfluten. Dieses merken die freien guten Geister des Wassers und empfinden darob eine grosse Freude ihr gemeinsames Leben durchströmen. Alsdann entbinden sie sich aus ihrer Gemeinschaft und treiben ein loses Spiel mit dem Gewässer, so dass sie dasselbe oft in einem Umkreise von einer Stunde in eine unruhige, hüpfende Bewegung versetzen.

9. Je mehr sich aber der Strom des Lebens von oben nähert, desto höher tragen sie auch die Fluten freudig empor. Wie sich aber selbst bei dem Menschen eine grosse Freude in einer kreisenden Bewegung ausspricht (NB. wodurch Ich freilich nicht euer Tanzen auf den Bällen verstanden haben möchte, sondern das des Mannes nach Meinem Herzen (David) vor der Bundeslade!) Ebenso vereinigen sich auch diese Geister in dem Wasser, treiben dasselbe mit sich in einem schnell wogenden Kreise. Und wie sie dann sehen und wahrnehmen, dass das Leben aus Mir aus der Höhe in einer sichtbaren Wolkengestalt den erlösenden Arm weit ausgestreckt hat, alsdann verdoppeln die munteren Geister in ihrer Freude ihre kreisende Flutbewegung und erheben sich über den Spiegel bis zum erlösenden Arme Meiner Erbarmung.

10. Seht, eine solche Bewegung verspüren dann weit umliegende Myriaden und strömen dann unterwässerlich von allen Gegenden einem solchen Hauptstamme zu. Zu gleicher Zeit aber geschehen dann solche Teilnahmen auch vom trocknen Lande her. Und es machen die Naturgeister oft in kurzen Zeiträumen meilenweite Reisen. Und in ihrem Taumel schonen sie nichts, was ihnen unterkommt: Bäume, Häuser, Gerätschaften, Menschen, Tiere. Alles wird ohne die geringste Schonung in ihrer freudigen Raserei mitgenommen.

11. Und da bieten solche oberländische Erscheinungen zwei wesentlich unterschiedene Charaktere. – Es gibt da solche, die da bescheiden sind in ihrem Eifer. Diese sprechen sich dann in einem so genannten Wirbelwinde oder einer förmlichen Windhose aus. – Die andern aber sind ungezähmter in ihrer Freude; diese erglühn dann in ihrem Eifer und sprechen sich dann als sogenannte Feuerwirbel oder Feuerhosen aus.

12. Nun seht, wenn nun diese Wirbel sich vereinigt haben mit allem dem, was sie auf ihren Reisen mitgenommen, alsdann geschieht durch solches für euch unglaubliche Schnellkreisen eine grosse Auflockerung der Materie in einem weiten Kreise – welche Materie, sei es Sand, Steine, Wassertiere, Landtiere, Gerätschaften und dergleichen mehreres, auf der Stelle, wo die Haupterlösung vor sich geht, zu einem Berge (wie eben dieser Hügel ist) zusammengetragen wird.

13. Hier habt ihr nun das Wie. Und da ihr solches habt, so wird euch auch das Warum nicht mehr ferne sein.

14. Denn das eine Warum ist schon in der Beantwortung des Wie gegeben. – Das andere, die Art der Entstehung dieses Hügels betreffende Warum, wird euch klar, wenn ihr einen Rückblick auf die Darstellung vom Wesen eines Baumes werfet und das Holz desselben betrachtet, worin die Bosheit solcher Geister in neu gefesteter Form erscheint. Ganz so ist es auch der Fall bei einer solchen grossartigen Befreiung! Denn wo immer ein Mahl gegeben wird, da gibt es auch ungeladene Gäste oder auch solche, die noch kein hochzeitliches Kleid angetan haben und daher noch nicht reif sind fürs Leben. Diese werden dann wieder auf die euch sichtbare Art zur demütigenden Prüfung in die äusserste Finsternis hinausgestossen.

15. Jedoch muss vor allem noch eine irrige Vorstellung bei euch berichtigt werden. – Ihr sollet euch nicht etwa denken, als ob die sichtbare Materie, als da sind: Steine, Erde, Pflanzen, Bäume und dergleichen, die Geister selbst seien. Sondern alles dieses ist nur ein Kerker derselben und schneidet ihnen den Faden des Lebens aus Mir ab. Und nur insoweit, als es Mein Wille reicht, wird denselben ein kleines Pförtchen geöffnet, sich dem Tode nach und nach zu entwinden durch eine, jedem Geiste innewohnende freie Willensintelligenz. – Was aber die Materie an und für sich ist, so sage Ich euch, sie ist nichts als der durch Meine Barmliebe gesänftete Zorngrimm.

16. Warum sich die Materie hie und da so ausspricht, das wird euch, so ihr die bewusste Alpe besuchen wollt, nebst mehrerem andern deutlicher auseinandergesetzt werden; am allerdeutlichsten aber dann bei der Enthüllung des Mittelpunktes und der sonstigen Gestaltung der Erde. – Doch nun noch ein wenig Geschichtliches!


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