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Himmelsgaben Band 1

(AUDIO/VIDEO)

Pharisäertum von heute. – 19. Juli 1841, nachmittags


1. Nicht heute, sondern morgen fange an zu schreiben am Hauptwerke (Die Haushaltung Gottes)! – Heute kümmert und besorgt es dich törichterweise der Predigten und üblen Nachreden von manchem überblinden Stein-Papisten (Katholiken), die da sind voll Eigennutzes, da sie entweder trachten nach den weltlichen Schätzen oder doch wenigstens nach dem nicht viel besser als türkisch gearteten, faulmütigen Wohlleben des Himmels, (der freilich wohl nirgends besteht und ewig nirgends bestehen wird) – Mich aber loben und preisen sie, wenn es noch gut geht, nur des gewissen Himmels wegen, meistens aber bloss zum Scheine, der Weltgüter und hohen Ehrenämter halber; und fast keiner ist unter ihnen der da Mich lobe, bitte und liebe Meiner Selbst willen.

2. Damit aber darob du und jeglicher Gleichgesinnte mit dir in sich den hinreichendsten, beruhigendsten Trost finden möge, so betrachte zuerst im 23. Kapitel des Matthäus den 13., 14. und ganz besonders den 15. Vers!

V13. Aber wehe euch Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Weil ihr das Himmelreich verschlossen habt vor den Menschen, denn ihr geht nicht hinein, noch lasst ihr Jene, die hinein wollen, hineingehen.
V14. Aber wehe euch Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Weil ihr die Häuser der Witwen verzehrt und als Darbietung lange Gebete sprecht. Aus diesem Grund werdet ihr ein härteres Urteil empfangen.
V15. Aber wehe euch Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Weil ihr über das Land und das Meer zieht, um Einen zu bekehren und wenn er gewonnen ist, macht ihr ihn zweimal mehr zu einem Kind der Hölle, als euch selbst.


Diese drei Verse werden dir hinreichend dartun, wie es mit dem heutigen Pharisäismus steht, zu dem der jüdische nur ein prophetisch-vorbildender war.

3. Dann aber wende die Blätter und lese das 23. Kapitel des Lukas, und zwar auch den 13., 14. und 15. Vers!

V13. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Oberen und das Volk zusammen
V14. und sprach zu ihnen... 'Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht als einen, der das Volk aufwiegelt; und siehe, ich habe Ihn vor euch verhört und habe an diesem Menschen keine Schuld gefunden, deretwegen ihr Ihn anklagt;
V15. Herodes auch nicht, denn ich sandte euch zu ihm zurück. Und schaut, Er hat nichts getan, was den Tod verdient.'


Da wirst du das Zeugnis des Pilatus über Mich finden und eine grosse Beruhigung für dich! Und wiederum wirst du auch das wahre Liebeverhältnis der jetzigen Pharisäer zu Mir ersehen. Oder meinst du nicht, so Ich heute in die Welt käme und möchte dem Papste seine Herrschaft streitig machen, dass er sich bei weitem ärger gegen Mich setzen möchte als dereinst der Kaiphas?!

4. Wahrlich, er würde sich bei allen Regenten verwenden, um Mich zum abschreckenden Beispiele unter der schauerlichsten, ewigen Höllenverfluchung öffentlich als den grössten Erzketzer am flammenden Scheiterhaufen verbrennen zu dürfen. – Gekreuzigt werde Ich ohnedies täglich und stündlich viele tausend Male, wie auch verkauft und verraten! – Du verstehest es!

5. Im 13. Kapitel des Johannes aber, und zwar im 18. Verse, wirst du finden, wer und was die nun privilegierten Brotesser' und 'Weintrinker' sind und wie sie zumeist gegen Mich gesonnen sind. Denn wahrlich, diese sind es, die Mich noch allezeit mit den Füssen getreten haben!

Johannes 13:18... Ich spreche nicht von euch Allen. Ich weiss, wen Ich erwählt habe, aber dass die Schrift erfüllt sein möge... 'Er, der Brot mit Mir isst, erhebt seinen Fuss gegen Mich'

6. Verstehe es wohl... Judas war nur ein arger Prophet für sie, und sie sind nun 'in corpore' das, was Judas im argen Bilde war!

7. Deinen und euern Zustand aber bemesset nach dem dritten Kapitel, Vers 12-14, des Briefes Pauli an die Römer. Allda werdet ihr deutlich finden, wie es mit euch stehet, und was ihr fortwährend zu tun habt!


V12. Sie haben sich Alle zur Seite gedreht, sie sind zusammen unwürdig geworden. Da ist Keiner, der Gutes tut, nein, nicht Einer.
V13. Ihr Rachen ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen haben sie getäuscht. Das Gift der Ottern ist unter ihren Lippen.
V14. Deren Mund ist voller Flüche und Verbitterung.

Denn am Tage sind die Werke der Finsternis kein nütze; wer da streitet, der streite mit den Waffen des Lichtes – und lasse die Wohlfresser und Wohlsäufer in ihren betürmten Kammern zugrunde gehen! – Ihr aber seid ehrbar in allen Dingen und haltet es nicht mit den Fressern und Säufern, sondern haltet es mit Mir in aller Liebe, Geduld und Sanftmut und zieht Mich also an – so werdet ihr leben!

8. Wenn ihr aber des Leibes wartet, da tuet es also, dass er nicht üppig wird und ihr gar leichtlich ersticken möchtet im Fleische und in allem, was des Fleisches ist! Verstehet es wohl! Denn ihr alle habt noch viel 'Fleisch'! Wer aber fällt im Fleische, der stehet schwerer auf als ein vollbelasteter Elefant, der in einen Sumpf gefallen ist.

9. Darum schreibet auch ihr euch den 14. Vers jenes erwähnten Briefes recht nagelfest ins Herz, so werdet ihr einen ebenen Weg ziehen! Amen.

10. Das sage Ich, den die Bauleute verworfen haben und über den sie noch allezeit hergefallen sind und auch noch fürder herfallen werden. Amen.


Dank des Knechtes...

11. O Du mein allerliebster Herr Jesus, Du wahrer Tröster Du! Überall und allezeit findest Du das allerrichtigste und wirksamste Trostwort für uns arme, schwache Sünder! – Darum sei Dir für alles ewiger Dank, ewiges Lob und alle unsere Liebe und Anbetung! Und allezeit Halleluja und Hosianna Dir in Deinem allerheiligsten Namen!


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