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Himmelsgaben Band 1


Über den Eid oder Schwur. – 28. Mai 1840, vormittags


1. Es fragt da einer nach dem Rechte und der Wahrgeltung des Eides oder Schwures, welches eine verständige Frage ist.

2. Sehet, so Ich im Herzen irgendeines Menschen bin, dann hat er die Wahrheit in sich. Er tut, denkt und redet aus derselben heraus, und diese dreifache Beschäftigung ist in solchem Falle eine wahre Handlung und braucht nicht mehr denn Ja oder Nein. Alles darüber ist eine Sünde; weil da sowohl vom Eidfordernden als vom Eidlegenden ein schändliches Misstrauen auf Meine unantastbare Heiligkeit gesetzt wird, die da ist die Urquelle aller Weis- und Wahrheit in Mir ewig.

3. So aber jemand Mich nicht hat in seinem Herzen treulich, dessen ganze Handlung ist falsch und trüglich im Tun, Denken und Reden. Wie wollt ihr denn da in solchem Falle von dem Wahrheitlosen ein Wahrzeichen fordern und somit der Lüge Meine Heiligkeit als Sigill aufdrücken, damit ein weltrechtlich falsches Truggericht irgendeiner eigennützigen Behauptung eines Eigenliebigen die volle Geltung als rechtlich wahr erhalte!?

4. Nun aber gebe Ich euch einen Rat aus Meiner Liebe, damit ihr Meine Heiligkeit schonet! – Sehet, wenn ein Eid euch ein sicheres Zeichen ist, kann es nicht ebensogut das blosse „Ja“ oder „Nein“ sein? – So ihr beleget den falschen Eid mit Strafe, desgleichen könnet ihr ja auch das „Ja“ und „Nein“!

5. Ich rate euch, so jemand in seiner Aussage gelogen hat, entweder bejahend oder verneinend, dessen Name werde öffentlich vor allem Volke so lange infam erklärt, bis er in aller Demut in sich gegangen sein wird und öffentlich bekennt seiner Lüge Schuld, was dann die erste Wahrheit sein wird auf seiner Zunge.

6. Dazu könnet und sollet ihr ihm auch nach Umstand der Sache entweder ein Drittel oder die Hälfte, auch wohl sein ganzes Hab und Gut als rechtliche Sühnung der durch einen solchen Lügner aus Eigennutz gemisshandelten Wahrheit abnehmen. Denn er soll nicht haben ein eigen Brot, noch Dach und Fach, da er die Wahrheit verabscheut hat!

7. Und ihr könnet versichert sein, dass euch da selbst der schlimmste Bösewicht nicht anlügen wird. Eher wird er ganz schweigen, gleich den Geistern der Hölle, die da Meinen Namen nicht aussprechen können.

8. Wer da gerecht ist im Herzen, dem glaubet aufs Wort, ohne Eid, so könnet ihr versichert sein, dass er die Wahrheit rede und dieselbe mit seinem Blute unterschreibe.

9. Wer aber da hat ein treuloses, eigennütziges Herz, dem ist Gott ferne und die Hölle nahe. Von dem könnet ihr einen Eid um den andern fordern – aber fraget euch selbst wozu nütze?

10. Daher sei eure Rede: „Ja, ja“ oder „Nein, nein“! Was darüber ist, ist eine Sünde im Geiste Meiner unantastbaren Heiligkeit.

11. Das ist Mein Gesetz ohne eine nachträgliche Verordnung! Denn Meine Gebote stehen fest und leiden keine Abänderung wie eure heidnischen! – Amen. Ich, Jehova, die höchste Weisheit und Gerechtigkeit von Ewigkeit. Amen.


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