HIM1-102

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Hauptseite Himmelsgaben Band 1 HIM1-102 Eintrag

Himmelsgaben Band 1


Schneckenhaus, Rosendorn, Puppe, Vogelnest. – Fragen im geistigen Lichte. – 27. März 1841, von 4 Uhr nachmittags bis 1/4 9 Uhr abends


--. Die vier Töchter Anselm Hüttenbrenners stellten je eine Frage mit der Bitte um Beantwortung durch den Knecht Jakob Lorber.

--. Es fragte Marie: „Was bekundet uns ein Schneckenhaus?“ – Wilhelmine: „Was bedeuten die Dornen der Rose?“ – Pauline: „Was lehrt uns die Puppe eines Schmetterlings?“ – Julie: „Was besagt uns ein Vogelnest?“

--. Schreibende: Die vier Töchter und deren Vater Ans. H. – Der Herr antwortete gnädigst durch Seinen Knecht Jakob Lorber wie folgt:

1. Diese vier Fragen, liebe Kinder, sind zu vergleichen dem Tun eines Menschen, der sich bei einer grossen Schatzkammer befand und dem frei gestattet war, sich aus den vielen Schätzen, welche die Kammer umschloss, nach seinem Belieben vier Stücke zu wählen. Da er ganz geblendet war von der grossen Pracht dieser Schätze, so wurde er endlich zweifelhaft in seiner Wahl und wusste nicht, wonach er greifen solle. – Es verstrich aber mittlerweilen die Zeit der offenen Schatzkammerspende; und der unschlüssige Tor, nun noch mehr verwirrt durch die herbeigekommene Sperre, musste endlich in der plötzlichen Übereilung, um nicht leer aus der Kammer zu gehen, nach dem nächsten besten greifen.

2. Als er aber ins Freie gelangte, da zog er seinen Schatzkammertribut hervor und besah denselben. Aber wie gar grosse Augen machte nun der verblüffte Tor, als er statt des vermeintlichen Goldes, Silbers und Edelgesteins und anderer Kostbarkeiten – vier halbverweste Totengerippe in seiner Hand erblickte!

3. Nun sehet, Meine lieben Kinder, eine solche „Schatzkammer“ steht euch tagtäglich offen, und ihr könnet euch daraus nehmen, was und wieviel ihr wollt! Wie ist es denn aber mit euch, dass ihr gleich diesem Menschen nicht nach dem Golde, Silber, Edelsteinen und anderen Kostbarkeiten greifet, sondern nach Dingen, die da nicht viel fetter sind, als die erwähnten Totengerippe!?

4. So habt ihr heute fürs erste ein „Schneckenhaus“ genommen! – Was hat euch denn die lebendige Schnecke getan, dass ihr sie aus dem Hause verbannt habt? – Ebenso habt ihr den „Dorn einer Rose“ gebracht! – Was hat euch denn der ganze Rosenstrauch getan, dass ihr von ihm gerade das genommen habt, worin kein Leben und keine Fortpflanzung waltet. – So habt ihr auch eine „Puppe“ genommen! – Da hättet ihr zuerst nach einer lebendigen Raupe greifen sollen! Denn die Puppe ist ein Grab der Raupe. – Und endlich seid ihr gar gekommen mit einem überaus toten „Vogelneste“! – Warum habt ihr denn nicht lieber den Vogel aus dem Neste genommen, da er ein beseeltes Wesen ist, statt des toten Nestes!?

5. Was würdet ihr wohl dazu sagen, wenn Ich diese vier toten Dinge beleben möchte und daraus dann entstünden lebende Schneckenhäuser, sich fortpflanzende Dornen, herumhüpfende Puppen und herumfliegende Vogelnester!?

6. Saget, würde das euch nicht vorkommen, wie ein fahrender Wagen, der sich da fortbewegt, aber statt dass ihn lebendige Pferde zögen, schleppt er hinter sich zwei tote Pferde!? – Oder was würdet ihr sagen, so ihr einen Baum antreffen möchtet, der da mit dem Gipfel in der Erde steckte und seine Wurzeln in die Luft reichete – und statt dass er Früchte trüge, hingen an den Wurzeln ausgedörrte Dornen!? – Oder was würdet ihr sagen, so ihr einen Koch antreffen würdet, der seine Töpfe, statt mit den Speisen, mit mattglühenden Kohlen anfüllte und an der Stelle des Feuers aber allerlei essbare Dinge aufhäufte!? – Oder was möchtet ihr sagen, wenn beim Bau einer Brücke über ein Wasser die Bauleute die Jochstöcke nach aufwärts richten, den Steig der Brücke aber ins Wasser legen würden!?

7. Sehet, liebe Kinder, wie alle diese euch vorgeführten Verkehrtheiten – geradeso verhalten sich eure heutigen vier Fragedinge, welche, wenn Ich sie beleben würde, für euer Herz sich nicht viel besser ausnehmen würden als der erwähnte Wagen, Baum, Koch und die Brücke unter dem Wasser.

8. Aber da ihr diese Dinge nun einmal zum Vorschein gebracht habt, so will Ich denn für euch dessenungeachtet noch etwas daraus machen und euch zeigen, warum ihr für diesmal keinen besseren Griff gemacht habt.

9. Nun sehet, was Ich für „rare Dinge“ für euch daraus machen werde! – Werden diese Dinge euch auch ein wenig sonderbar vorkommen, so denket, dass Ich für diesen gegenwärtigen Augenblick nichts anderes daraus habe zuwegebringen können, das euch mehr frommen möchte.

10. Sehet, aus dem „Schneckenhause“ habe Ich euch auf eine künstliche Weise ein recht niedliches Spiegelchen gemacht! – In diesem Spiegelchen sollte sich die Fragestellerin des Tages öfter besehen, und sie wird nach und nach darinnen erkennen, dass ein Mensch, der nur nach eitlen, weltlichen Dingen trachtet, gar wohl gleichet einem solchen leeren Schneckenhause, das da seinen lebendigen Einwohner aufgezehrt und verloren hat, weil eben dieser innere Einwohner sich selbst in das tote, starre Haus (gewisserart sich selbst verzehrend) eingebaut hat. – Oder, damit ihr es leichter verstehet, so sage Ich, dass sich die lebendige Schnecke so nach und nach selbst zum Gehäuse gemacht hat; da nun aber das Gehäuse auf diese Art zu gross und schwer geworden ist und der lebendige Rest der Schnecke nicht mehr aus dem zu sehr vergrösserten Hause reichen konnte, die knapp herausreichenden Teile auch nicht mehr die Kraft besassen, sich nach irgendeinem Nahrungsplane weiterzubewegen, so schrumpfte endlich auch noch das wenige Leben bis auf den Grund des Gehäuses zurück und verzehrte sich endlich selbst – d.h. es zog sich, modernd, bis auf einen Punkt zusammen, welcher, als gänzlich erstorbenes Leben, sich an das tote Gehäuse anklebte.

11. Darum aber gabst du, Fragestellerin, hier ein solches Ding zur Betrachtung, weil du deinem Äusseren nach noch ziemlich viel Verwandtschaft mit demselben hast. Wirf daher das tote „Scheckenhaus“, welches die äusserlichen Begehrlichkeiten darstellt, sobald als möglich von dir, damit dir am Ende nicht das Los der Schnecke zuteil wird!

12. Sehet, das ist das künstliche Machwerk, welches Ich aus diesem „Schneckenhause“ euch habe bereiten können! – Besehet euch alle darinnen, und handelt danach, so werdet ihr leben.

13. Was sollen wir aber aus dem „Dorne“ machen? – Etwas Kleines, das sich daraus machen liesse, würde euch wenig fruchten; daher wollen wir diesem Dorne eine grössere Ausdehnung geben und das Machwerk dann als einen Blitzableiter auf ein Wohnhaus setzten, und so wird dieses spitzige Gewächs, wie am Stauche, so nun, vergrössert, am Wohnhause unter derselben Elektrizität saugenden Eigenschaft gelassen.

14. Betrachte du, Geberin, dich selbst als ein solches Wohnhaus, darin ein lebendiger Einwohner hauset! Setze auf dieses Haus diesen Ableiter, der da verfertigt ist aus einem vierfachen Metalle, als da ist das Gold der Demut, das Silber der Bescheidenheit, das Eisen der Treue und Beharrlichkeit und das Blei der Häuslichkeit – so wird dieser blitzableitende Dorn dich bewahren vor dem Einschlagen des satanischen Blitzes, der dein Wohnhaus mit allen bösen Leidenschaften entzünden würde, so dass du dann leichtlich zugrunde gehen möchtest in den tödlichen Flammen deiner entzündeten Leidenschaften.

15. Darum aber gabst du Mir den „Dorn“, weil du, dir unbewusst, solche Not in dir empfunden hast. Ich sage darum: unbewusst – weil dein „schlafender Einwohner“ dir solches, heimlich schleichend, in den Mund gespielt hat.

16. Was soll Ich aber aus der toten „Puppe“ machen? – Ich sage euch zum voraus, es wird nicht viel Rares daraus zu machen sein. Das Beste, das sich daraus noch machen lässt, wäre ein kleiner Sarg, und so wollen wir denn auch dabei verbleiben.

17. Wozu ist wohl ein Sarg bestimmt? Nicht wahr, zu nichts, als nur zur Aufnahme eines Toten! – Und was geschieht mit dem Sarge samt den Toten? – Er wird begraben in die Gräber der Verwesung.

18. Was würdest du, Geberin, denn wohl dazu sagen, wenn du Menschen sehen würdest, die statt des Kleides sich mit einem Sarge umhüllen möchten! Würdest du nicht, von Angst ergriffen, halbtot niedersinken zur Erde, besonders wenn dir zur Nachtzeit mit Särgen Bekleidete begegnen möchten? Ich sage dir aber, die mit solchen Särgen Bekleideten könnten, gleich dem Falter aus seiner Puppe, zum ewigen Leben erstehen. Aber es tragen die gegenwärtigen Modepuppen viel ärgere Särge um ihren Leib gehangen, aus welchem schwerlich je ein glänzender Falter zum ewigen Leben erstehen wird. Denn dieser Kleidersarg macht den Leib zu einem Modergrabe, in welchem das Leben von den Würmern der Eigenliebe, Eitelkeit, des Stolzes und der Hoffart bis auf den letzten Tropfen verzehret wird.

19. Darum aber gabst du diese „Puppe“ Mir, weil dein Inneres, das du noch nicht ahnest, von einer solchen Not bedrückt wird! – Daher kleide dich lieber mit dem Kleide der Demut, tiefer Bescheidenheit und grosser, beharrlicher Empfänglichkeit für alles Liebegute und Glaubenswahre, so wird aus deiner „Puppe“ einst auch ein herrlicher Falter zum Leben erstehen.

20. Nun hätten wir noch das „Vogelnest“ – Denket euch, wozu das Vogelnest ist, wenn der Bewohner ausgeflogen ist und dasselbe allen Winden preisgegeben hat, weil er darinnen keine Sicherheit, keinen Schutz, keine Wärme und keine Nahrung mehr findet! – Ihr werdet sagen: „Es ist zu nichts mehr nütze!“ – Und Ich sage: Ihr habt recht geantwortet! – Daher kann auch Ich für diesmal aus diesem Neste nichts mehr machen, gleich wie Ich aus einem Menschen nichts mehr machen kann, wenn er vermöge seiner Gewissenlosigkeit es so weit gebracht hat, dass Meine „Himmelsvögel“, welche gleichsam die Stimme des Gewissens im Menschen sind, aus dem inneren „Neste der Liebe“, welches im Herzen erbauet ward, ausgeflogen sind.

21. Dieses Nest wird dann auch den bösen Winden preisgegeben werden. – Wollt ihr aber wissen, wie diese „Winde“ heissen, so will Ich sie euch sagen. Der erste Wind heisst Leichtsinn. Der zweite Wind heisst die Lauheit zu allem Ernsten, Wahren, Guten und daraus Schönen. Der dritte Wind ist die daraus hervorgehende selbstgefällige und wohlbehagliche Trägheit. Und der vierte Wind ist dann endlich das Versinken in allerlei irre und wirre Welttümlichkeiten und endlich daraus in die gänzliche Vergessenheit Gottes. – Darum sehet wohl zu, dass euer Nest nicht verlassen wird, sonst werdet ihr selbst zu einem solchen verlassenen „Vogelneste“ werden und sein Los unter den bösen Winden erfahren.

22. Darum aber gab die vierte ein solches totes Ding, weil die noch innehaltenden (Himmels-)Vögel es ihr zur Warnung auf die Zunge gelegt haben!

23. Sehet, liebe Kinder, so habt ihr Mir heute unbewusst eure Krankheiten vorgetragen! Ich habe euch daraus wohlwirkende Arzneien bereitet. Gebrauchet sie nach Meiner väterlichen, liebevollsten Anordnung, so werdet ihr auf eine wunderbare Art eure toten Schneckenhäuser wieder beleben, den toten Dorn zu einem Lebenssauger machen, aus der toten Puppe eine neue Herrlichkeit hervorbrechen sehen und in eurem Neste wird der innewohnende Vogel Phönix zu einem neuen und ewigen Leben wiedergeboren werden und wird dasselbe dann nimmer verlassen. Denn er selbst wird aus demselben, verherrlicht, zum ewigen Leben hervorgehen. Amen.

24. Merket wohl, Wer euch dieses alles gesagt hat! – Höret, es ist euer wahrer Vater, heilig, heilig, heilig! Amen.


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