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Himmelsgaben Band 1


Der grosse Schöpfungsmensch und seine Rückkehr. – 25. März 1841, von nachmittags 4 Uhr bis abends 1/4 9 Uhr


--. Schreibende: K. G. L. – F. S. – Andr. und Ans. H.

1. Nachdem wir in der elften Stunde den „verlorenen Sohn“ von seinem Aufgange bis zu seinem Niedergange begleitet und beleuchtet haben und haben auch die Zeit berechnet und die Stunde nahe bestimmt, die da zeugen soll von seinem Untergange – so wollen wir in dieser zwölften Stunde sehen, wo und wie dieser „verlorene Sohn“, durch und durch gedemütigt, wieder zurückkehren wird in das grosse Vaterhaus.

2. Um aber dieses völlig zu verstehen, ist es nicht hinreichend, dass wir nur das Weltstäublein, Erde genannt, ein wenig durchschauet haben; sondern es ist nötig, da Ich zu diesem Zwecke in der euch bewussten Camera obscura des Geistes eine schon erwähnte kleine Vorrichtung hinzugegeben habe, noch einmal in dieser neu eingerichteten Kammer einen etwas weiter gedehnten Blick zu tun! – Ich sage euch aber zum voraus: Machet euch gefasst! Denn dieser Anblick wird euch etwas vor eure Augen führen, das bis auf diese Zeit noch in keines Menschen Sinn gekommen ist.

3. Vermöge dieser neuen Vorrichtung wird die Tafel zur Aufnahme eines so grossen Bildes auch wohl natürlicherweise selbst etwas vergrössert werden müssen und statt der früheren wagrechten Lage eine senkrechte annehmen. Nun sehet, unsere Vorrichtung ist getroffen! So richtet denn eure Blicke hin auf die weitgedehnte Tafel, und sogleich werdet ihr das grosse Bild auf derselben erblicken. Denn nur auf diese einzig und alleinige Art ist es möglich, die endlos ausgedehnte Schöpfung unter einem Bilde euch vor die Augen zu stellen.

4. Nun sehet nur genau hin auf die Tafel, und sobald Ich das Wort „Epheta“ aussprechen werde, da werdet ihr das grossartige Bild auf der Tafel erschauen. Und nun denn, da eure Blicke dahin gerichtet sind, sage Ich: Epheta!

5. Nun, was saget ihr zu dem Bilde? – Nicht wahr, ihr erblicket auf dieser Tafel nichts mehr und nichts weniger als die deutliche Gestalt eines Menschen, dessen Lenden nur kaum von einigen Lumpen bedeckt sind und dessen Haare, zottigen Aussehens, ihm bis über den halben Leib vom Kopfe herabhängen.

6. Nicht wahr, ihr werdet euch wohl denken: „An diesem Bilde ist gerade nichts Besonderes zu sehen, ausser dass es auf dieser Tafel in einer sehr kolossalen Form dargestellt ist. Übrigens aber hätte ein solches Bild auch ein jeder nur einigermassen bewanderte Figurenzeichner mit einer weisslichen Farbe auf eine schwarze Tafel entwerfen können!“ – Und Ich kann euch nichts anderes dazu sagen, als dass euer Schluss vorderhand seine Richtigkeit hat. Und so ihr noch etwas tiefer denken wollet, so möchtet ihr auch wohl bald in dieser weisslichen Figur die Gestalt des „verlorenen Sohnes“ erblicken.

7. Aber sehet, Meine lieben Kinder! Die Tafel ist ein wenig zu weit weg gestellt für eure Augen, daher gehen wir vollends an die Tafel hin! Denn die ganze Gestalt habt ihr jetzt schon gesehen. Daher wollen wir die Farbe, mittelst welcher diese Figur an die Tafel aufgetragen ist, ein wenig näher untersuchend beschauen.

8. Nun, jetzt sind wir an der Tafel! – Seht, diese klafterbreite, schimmernde Fläche ist ein Teil des Fusses dieser ganzen Gestalt. Sehet nur recht nahe hin und saget Mir, was ihr darauf entdecket! – Seht nur recht genau! – Nicht wahr, ihr entdecket nichts als lauter nahe aneinandergereihte, kleine, schimmernde Kügelchen! – Ihr wisset ja, dass dieses Bild kein gemaltes ist, sondern nur ein Lichtbild eines äusseren Gegenstandes.

9. Was meint ihr wohl, was diese Kügelchen in der Wirklichkeit sind? – Sehet, Ich will euch nicht lange herumraten lassen! Aber wenn ihr meinet, dass diese Kügelchen etwa Abbilder sind von entfernten Sonnen, Planeten, Monden und Kometen, höret, da müsste Ich euch wohl sagen: Kinderchen! Urteilet nicht zu vorschnell, sonst möchtet ihr euch gar gewaltig irren! Jedoch bevor Ich euch das Wesen dieser kleinwinzigen Kügelchen enthülle, bemühet euch, auf einem linsengrossen Flecke diese Kügelchen zu zählen!

10. Nun, seid ihr schon fertig? – Ja, ja, Ich sehe schon, ihr werdet damit nicht leichtlich fertig. Denn es ist eine für euch kaum aussprechbare Zahl solcher Schimmerpünktchen auf dieser linsengrossen Fläche vorhanden, und es möchten ihrer wohl mehr als eine Trillion sein. Und da ihr euch so ein wenig vertraut gemacht habet mit der „Farbe“, so sage ich euch, wovon ein solches Pünktchen eigentlich ein Abbild ist. Wie schon gesagt, nicht etwa von einer Sonne oder von einem anderartigen Weltkörper, sondern: ein jedes solches Pünktchen oder, wie es sich euren geistigen Augen darstellt, Kügelchen, ist nichts mehr und nichts weniger als das Abbild einer Hülsenglobe. – Was es aber mit der „Hülsenglobe“ für eine Bewandtnis hat, brauche Ich euch nicht mehr zu erklären.

11. Nun treten wir wieder ein wenig zurück und schauen uns wieder die ganze Figur an! – Sehet, wie es ist eine vollendete Menschengestalt! – Und da ihr nun diese Figur hinreichend beschauet habt, so sage Ich euch. Diese Figur stellet aus und nach Meiner ewigen Ordnung das Universum dar und ist in seiner Art von niemandem ausser Mir in der Wirklichkeit also erschaulich. Auch hat dieses Bild, wie ihr es jetzt erschauet habt, noch nie ein geschaffener Geist gesehen.

12. Aber Ich sehe schon wieder, was in euch steckt. Ihr möchtet wohl gerne eure Erde in diesem Menschen erblicken. – Solches euch zu zeigen, kann wohl nicht sein, solange die ganze Figur auf der Tafel pranget. Aber wartet ein wenig! Denn sehet, Ich bin ein sehr guter Optiker! Daher will Ich in unserer Camera erst eine kleine optische Veränderung vornehmen, nach welcher von dieser ganzen Figur nichts als nur ein einziges, leuchtendes Pünktchen zurückbleiben wird.

13. Nun sehet, die Figur ist verschwunden; es ist bereits alles in der Ordnung! Treten wir jetzt nur wieder der Tafel näher und suchen unser Pünktchen auf! – Nun, habt ihr es schon gefunden? – Eines allein gibt freilich nicht viel Licht; aber strenget eure Sehe nur an, ihr werdet es schon finden.

14. Ihr müsset nicht hinaufschauen auf die hohe, weitgedehnte Tafel, sondern da ganz zuunterst sehet hin, da ihr früher den linken Fuss der ganzen Figur gesehen habt, und da zwar am äussersten Ballen der kleinen Zehe! – Dieses Kügelchen ist diejenige Hülsenglobe, innerhalb welcher sich auch eure Erde befindet.

15. Damit wir aber zu unserer Erde gelangen können, werde Ich denn schon auch wieder mit Meinem „Epheta!“ über das Schimmerpünktchen kommen müssen. – Und so spreche Ich denn „Epheta!“ – Nun sehet, wie dieses Kügelchen auseinandergegangen ist und nun beinahe die ganze grosse, runde Gestalt der Tafel einnimmt.

16. Sehet die zahllosen leuchtenden Pünktchen nun wieder durcheinander schimmern! Suchet nun euch eure Erde heraus! – Nicht wahr, ihr möget sie nicht finden aus der grossen Anzahl dieser Schimmerpünktchen heraus! – Ja, Ich sage euch, ihr würdet euch auch vergebliche Mühe machen! Denn diese Pünktchen, die ihr da sehet, sind schon wieder keine Sonnen, sondern sind ganze Sonnenwelten-Gebiete.

17. Daher werde Ich nun wieder ein Pünktchen, und zwar das rechte, heraussuchen und alles übrige auslösen von der grossen Tafel! Nun, da ist das erwählte Pünktchen! Und damit wir schneller zum Ziele gelangen, sage Ich alsogleich wieder Mein „Epheta!“

18. Nun sehet, unsere Tafel ist schon wieder voll neuer leuchtender Pünktchen. Allein diese leuchtenden Pünktchen sind auch wieder keine Sonnen, sondern sind lauter Sonnenwelten-Alle! Daher wird es mit der Auffindung der Erde sich auch hier nicht tun.

19. Und so will Ich aus diesen Pünktchen auch wieder das rechte erwählen und alles übrige von der Tafel löschen! – Nun, da ist das Pünktchen! – Sehet, wie es einsam, matt schimmert auf der grossen Fläche! – Aber nun Mein „Epheta“ – Und das Pünktchen soll gleich eine grössere Ausdehnung bekommen! Darum: „Epheta!“

20. Nun sehet, unsere Tafel ist denn schon wieder voll von lauter glänzenden Pünktchen! – Möchtet ihr euch da nicht die Erde heraussuchen aus all diesen trillionenmal trillionen Pünktchen? – Allein Ich muss euch auch hier schon wieder sagen: Gebet euch keine Mühe! Denn auch diese Pünktchen sind noch keine Sonnen, sondern einzelne Sonnengebiete und sind das, was ihr unter einem sogenannten Sternen-Nebel begreifet.

21. Allein damit wir schneller zum Ziele gelangen, will Ich auch da das rechte Pünktchen erwählen und alles übrige von der Tafel löschen und zugleich das „Epheta!“ hinzufügen.

22. Nun sehet hin auf die Tafel! – Nicht wahr, ihr sehet eine Schimmergriesswolke, die sich horizontal über die ganze Tafel verbreitet und siebenmal so lang als breit ist. Nun sehet, da hübsch gegen die Mitte wollen wir uns wieder ein solches Schimmergriesspünktchen wählen und alles übrige wieder auslöschen von der Tafel. – Nun, es ist schon alles wieder geschehen, wie ihr sehet, und Mein „Epheta!“ gebe diesem Pünktchen wieder seine rechte Gestaltung!

23. Nun sehet recht genau hin! Jetzt werdet ihr euch wohl schon auskennen. – Sehet, da in der Mitte ein leuchtendes, linsengrosses Scheibchen! – Es ist das Bild eurer Sonne! – Und seht nun genauer hin! Der dritte, matt schimmernde Punkt von der Sonne auf der linken Seite etwas abwärts ist eure Erde!

24. Ich brauche euch nun dieses Bild nur ein wenig zu vergrössern, und ihr werdet eure Erde sogleich erkennen! – Und so tue du Erdenpunkt dich auf, auf dass Meine Beschauer erkennen mögen! – Und sehet, wie nun dieser Punkt sich allmählich ausdehnt! Und nun hat er denjenigen Durchmesser erreicht, der da hinreichend genügt, euer naturmässiges, schmutziges Wohnhaus zu erkennen.

25. Da wir nun jetzt alles gesehen haben, so kehren wir wieder zu unserem „verlorenen Sohne“ zurück! – Sehet hin auf die Tafel! Schon wieder prangt unsere erste Figur auf derselben. Aber sehet, jetzt wird diese Gestalt kleiner und kleiner! Und sehet, jetzt hat sie nur kaum noch die Grösse eines Kindes! Und sehet abermals hin, nun ist auch dieses Kind zu einem Punkte zusammengeschmolzen! – Aber sehet, auf der rechten Seite der Tafel fängt ein anderes grosses Menschenbild an aufzutreten! – Nun ist es in der Mitte der Tafel! – Und unter seinem linken Fusse entdecket ihr noch das soeben eingegangene Pünktchen, welches da nun ist im rechten Verhältnisse seiner Grösse zur Grösse dieses neuen Bildes.

26. Was meinet ihr wohl, was dieses neue Bild vorstellt? – Ihr, die ihr mehr oder weniger den grossen (Schöpfungs-)Menschen in den Schriften Swedenborgs habt kennengelernt, werdet euch vielleicht denken, das sei dieser grösste Mensch. Ich aber sage euch: Weit fehl geschossen! Dieser Mensch, den ihr da sehet, ist nichts mehr und nichts weniger als der sich selbst wieder gefundene „verlorene Sohn“, der sich in jedem einzelnen wiedergeborenen Menschen wiedergefunden hat! Oder mit anderen, euch leichter verständlichen Worten gesagt: Das ist ein Allergeringster in Meinem neuen Reiche! Und es ist hier in diesem Bilde euch ein gerechtes Verhältnis dargestellt und euch das vollkommene Mass eines Menschen gezeigt, welches unendlichmal erhabener ist denn das ganze, euch durch die frühere Zergliederung gezeigte endlos scheinende Universum in der Gestalt des „verlorenen Sohnes“!

27. Wenn ihr nun dieses Bild ein wenig beherziget, so dürftet ihr auch schon ein wenig zu begreifen anfangen, was es mit der „Rückkehr des verlorenen Sohnes“ für eine Bewandtnis hat.

28. Ihr müsset euch nicht etwa denken, dieser euch in der „elften Stunde“ bekanntgegebene gefallene Luzifer wird als Ganzer wieder zurückkehren. – Wenn solches möglich gewesen wäre, wahrlich, es hätte nie eine materielle Schöpfung stattgefunden; sondern:

29. In einem jeden einzelnen Menschen, der nach Meinen Worten lebt und wiedergeboren wird durch das Wort und durch die Erlösung, wird dieser Verlorene wiedergefunden und zurückkehren in das grosse Vaterhaus!

30. Ich sage euch nicht umsonst: in das grosse Vaterhaus. Denn für so gross gewordene Menschen muss auch ein gar grosses Haus bereitet sein, allda sie werden Wohnung nehmen können wieder bei ihrem Vater.

31. Dass es aber also ist, könnet ihr aus all dem Vorhergegangenen ja klar und deutlich abnehmen. Denn leidet nicht bei den allgemeinen Drangsalen ein jeder Mensch in sich selbst und wird nicht jeder geschlagen für seine eigene Person? – Es gelten aber alle diese Schläge einem und demselben „verlorenen Sohne“.

32. So aber ein Mensch geschlagen wird, ist es nicht also, dass nur er als der Geschlagene den Schmerz empfindet, während der Ungeschlagene oft genug nur zu schmerzlos zusieht? Oder so da misshandelt wird eine ganze Nation in einem andern Weltteile, saget, ob ihr je einen Peitschenhieb auf eurer Haut wahrgenommen habt? So aber jemand stirbt, stirbt er für sich oder für andere? Oder könnet ihr behaupten, dass je jemand für einen anderen zur Welt geboren worden ist? Oder gilt Meine Erlösung und Mein Wort nicht ebensogut einem jeden Menschen einzeln für sich wie für ganze Völker? Und kann nicht jeder Mensch für sich Mich mit seiner Liebe und dem lebendigen Glauben daraus völlig aufnehmen, dass Ich in ihm und er in Mir wohne?

33. Wenn ihr nun alles dieses betrachtet, könnet ihr nach dem allem nur die entfernteste Behauptung aufstellen, Ich sei in einem Menschen weniger denn in allen zusammen?

34. So aber Ich mit einem Menschen eins geworden bin und er mit Mir, saget, was gehet da noch ab von der Wiederfindung des „verlorenen Sohnes“ in einem einzelnen Menschen?

35. Hat der nicht alles empfangen und in sich aufgenommen, der Mich aufgenommen hat? – Wahrlich, ein jeder Mensch, der mit Mir eins geworden ist, ist mehr, ja Ich sage, unendlich mehr, als der grosse Luzifer je war in seiner euch auf natürlichem Wege unbegreiflichen Grösse!

36. Sehet, unter diesem „verlorenen Sohne“, der da Luzifer heisst, wird demnach auch jeder einzelne Mensch für sich verstanden. Und so ein ganzes Volk mit Mir eins geworden ist, wird dieses ganze Volk ebenfalls nur ein Mensch mit Mir. Und alle Menschen, die je auf der Erde gelebt haben und noch leben werden, wenn sie eins geworden sind mit Mir, so werden auch sie nur sein ein Mensch in Mir. Das heisst, sie alle wird beseelen und beleben ein und derselbe Heilige Geist aller Liebe, aller Wahrheit und aller Macht und Kraft. Und es werden nicht sein viele mehr denn einer, und einer weniger denn viele. – sondern alle werden sein vollkommen eins in Mir. Und es werden nicht haben viele mehr Macht und Kraft denn einer, und einer nicht weniger denn viele – sondern alle werden leben wie einer aus derselben Kraft und Macht des Heiligen Geistes aller Liebe und aller Wahrheit aus Mir!


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