HAG2-194

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Hauptseite Die Haushaltung Gottes Band 2 HAG2-194 Kapitel


194. Kapitel - Thubalkains gerechtes und ergreifendes Gebet. Kisehels Dankgebet. Die väterliche Stimme aus der Wolke.

194,1. Hier fiel der Thubalkain auf sein Angesicht nieder vor dem Kisehel und fing Gott also zu loben an: „Grosser, mir noch unbekannter, allmächtiger Gott! Mein Herz regt sich mächtig, erfüllt von heissem Danke und Lobe! Ich möchte Dich ja loben und preisen über alle Massen meines ganzen Lebens, – allein ich bin ja wie ein völlig Blinder und Tauber; denn ich weiss ja nicht, wo Du bist, und habe ausser den Flüsterworten meiner bedrängten und furchtsamen Mutter nie etwas von Dir vernommen.

194,2. Sei daher mir Armem und Schwachem vor Dir und Deinem Volke gnädig, und lasse Dich erkennen, erschauen und vernehmen von mir und in mir also, wie Du bist, und wo Du bist für den Menschen der Erde!

194,3. Lass Dich vernehmen, erschauen und erkennen, damit ich Dich geziemend loben, danken, anbeten und rühmen könnte! Siehe, ich sehe wohl Deine Werke und betrachte sie mit grosser Lust und nicht selten wieder mit grosser Furcht; Deine mächtigen Kinder stehen vor mir; also sehe ich wohl die Werke, aber der grosse Werkmeister ist mir fremd, – und sehe die zahllosen Geschöpfe; wo aber bist Du, o Schöpfer, damit ich Dir darbrächte mein Lob?!

194,4. Deine mächtigen Kinder hast Du als heilbringende Boten zu uns herab in die Tiefen gesandt; ja sie sind leibhaftig hier, reden von Dir, zeugen von Dir und handeln in Deinem allerheiligsten Namen; wo aber bist Du, o allerheiligster Vater solcher Kinder?!

194,5. Dich, Dich möchte ich nun näher kennen! Komme herab, komme auch zu uns armen Sündern! Sind wir auch aus Kahin, dem Vater der Sünde und des Gerichtes, hervorgegangen, so aber ist ja doch auch dieser aus Deinem Sohne Adam hervorgegangen!

194,6. Mag er vielleicht Deiner Erbarmung unwert gewesen sein, da Du zu heilig bist; wir aber können ja alle nichts darum, darum wir zu seinen Nachkommen geworden sind!

194,7. Daher sei uns gnädig und barmherzig, und lass uns auch nur einen Gnadenstrahl, aber aus Dir, vollkommen allein aus Dir lass uns einen Strahl zukommen, damit wir erfahren möchten vollends in uns, wie und wo Du bist, darum wir Dich dann auch allein loben und preisen möchten!

194,8. Werden wir Dich dann auch als Sünder loben und preisen, o Herr, so wirst Du uns darum nicht verstossen, da wir aus der Sünde in die Sünde sind geboren worden!

194,9. Siehe, die Nacht ist Nacht, und alle ihre zahllosen Leuchten sind ganz entsetzlich schwach auch nur gegen einen schwächsten Strahl aus der Sonne!

194,10. Also, Vater dieser Deiner Kinder, die nun als Sterne unsere dicke Nacht erhellen, lass uns auch nur einen schwächsten Strahl aus Dir zukommen, und unsere sündige Nacht wird sich sicher in einen hellen Tag verwandeln!

194,11. Ja, unsere Nacht ist und bleibt Nacht trotz dieser herrlichen Sterne; aber ein Strahl nur aus Dir, und unsere Nacht wird endlich aufhören, Nacht zu sein, und wir werden Dich am Tage Deiner grossen Herrlichkeit loben und preisen, und alle unsere nachtsteifen Knie und Herzen werden sich allertiefst beugen vor Deinem allerheiligsten Namen!

194,12. Siehe, ich Thubalkain, ein Sohn der Nacht, liege hier vor Dir im Staube meiner Nichtigkeit! Ein Sünder fleht zu Dir um Gnade und Erbarmung! Er möchte Dich loben und preisen, – aber er kennt Dich nicht; daher lass Dich erkennen von ihm!“

194,13. Nach diesen Worten verstummte er und weinte in den Staub der Erde.

194,14. Der Kisehel aber bog sich zur Erde, hob den Thubalkain auf und sagte dann zu ihm: „Thubalkain! Also bist uns auch du ein Bruder geworden?!“

194,15. Hier richtete der Kisehel seine Augen nach oben und sprach, wie folgt:

194,16. „O Vater, ich lobe und preise Dich in diesem neuen Bruder; denn Du allein ja hast das Werk vollbracht und hast uns auch im Thubalkain geschenkt einen neuen herrlichen Bruder! Nicht umsonst hast Du ihn schon lange als Erzmeister vorbereitet; nicht umsonst hast Du ihn schon von Ewigkeit ausersehen, damit er reinige das Gold der Erde und mache es beugsam und schmiegsam!

194,17. Denn Du hattest es vorgesehen, dass uns durch ihn ein neuer herrlicher Bruder werden solle, der da nicht nur das edle Erz der Erde im Feuer geschmeidig und lieblich anzusehen machen soll, sondern vielmehr das Erz im Herzen der Menschen erwecken und im grossen Feuereifer seiner Liebe zu Dir geschmeidig, beugsam, und dann gar lieblich anzusehen machen wird.

194,18. Darum Dir alles Lob, allen Preis und alle unsere Liebe!

194,19. O Vater, siehe, dieser neue Bruder ist aber noch blind und kann Dich noch nicht erschauen; daher möchtest Du ihm ja wohl seine Bitte allgnädigst gewähren!

194,20. So es Dein heiliger Wille wäre, möchtest Du denn diese meine Bitte erhören und ihm spenden einen Strahl Deiner Gnade in sein Herz, das da zu Dir gewendet ist voll glühender Liebe und Sehnsucht zu Dir, Du heiliger Vater!

194,21. O erhöre uns, erhöre uns! Dein heiliger Name werde geheiligt, und Dein Wille geschehe allzeit, wie ewig! Amen.“

194,22. Diese Worte Kisehels brachen dem Thubalkain, wie auch dem Lamech, vollends das Herz, so dass da beide laut zu weinen anfingen; nach einer kurzen Zeit aber senkte sich eine lichte Wolke vor diese Gesellschaft nieder, und der Lamech und der Thubalkain wussten nicht, was daraus da werden sollte, darum sie sich denn auch gewaltigst zu fürchten anfingen.

194,23. Aber bald sprach eine väterliche Stimme aus der Wolke: „Thubalkain, siehe, Der, den du nicht kennst, ist nun vor dir, der Vater der Menschen und der allmächtige Schöpfer aller Dinge!

194,24. Höre, Ich habe dein Herz angesehen und habe es gereinigt befunden! Darum sollst du auch erweckt werden für ewig aus deiner Nacht; und einen Geist aus Mir will Ich in dein Herz legen, dieser wird dich in alle Weisheit leiten.

194,25. Da aber Meine Boten noch hier sind, so höre sie; denn sie sollen diesen Geist in dir erwecken! Verherrliche Meinen Namen, und Ich will dir und allem Volke gnädig sein; denn Ich bin heilig, heilig, heilig, ewig und unendlich! Amen.“

194,26. Darauf verschwand die Wolke, und alle fielen auf ihre Angesichter und gaben Gott die Ehre in aller Demut und Zerknirschung ihrer Herzen.

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