HAG2-192

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Hauptseite Die Haushaltung Gottes Band 2 HAG2-192 Kapitel


192. Kapitel - Thubalkains politische Schlauheit wird von Kisehel blossgelegt.

192,1. Als nach diesen Worten des Kisehel der Thubalkain merkte, dass allda auf dem Wege der Politik auch nichts zu machen sei, da fing er ganz ernstlich bei sich nachzudenken an und sprach folgendermassen bei sich:

192,2. „Diese Sache scheint in allem Ernste einen ernsthaften Charakter zu bekommen! Was ist da zu machen? Die Füsse sind mir gelähmt; um davonzulaufen, tut sich's somit auf keinen Fall!

192,3. Verstellen, Politik, ist hier auf dem allerschlechtesten Platze; denn wo man wie ein Wassertropfen kleinst durchschaut wird, da möchte ich doch den kennen, der bei solchen Umständen weiterkäme mit der elenden Politik!

192,4. Das ist nun zwar alles richtig; aber was bleibt dabei mir, dem gerade jetzt Übelbeteiligten, übrig?

192,5. Das ist eine ganz andere Frage! Soll ich etwa gar diese sonderbare Gebirgsmannschaft um Vergebung wegen meines etwas rauhen Benehmens gegen sie bitten?

192,6. Ich, ein Königssohn, ein Erzmeister, von dem nun alles Wohl und Wehe des ganzen Volkes und Staates allein abhängt?

192,7. Nein, nein, das wäre denn doch ein wenig zu viel und hiesse diese Sache zu weit treiben!

192,8. Ein mächtigster Königssohn – und abbitten?! – Das wäre doch etwas zu stark!

192,9. Aber was will ich denn machen? – Er sagte zuvor, ich solle alles im vollsten Ernste nehmen, da könne ich mit ihm reden, soviel ich wolle; aber endlich sagte er auch, ich werde diese Stelle nicht eher verlassen, bevor nicht das letzte Stäubchen Politik aus mir verschwinden werde! – Da hab' ich's ja schon! Mir ist es vollkommen ernst, diese Stelle zu verlassen und mich in mein Berg- und Erzwesen zurückzubegeben!

192,10. Dahinter steckt doch sicher keine Politik?! Ich kann ihn sonach ja auf die leichteste Weise beim Wort nehmen; lässt er mich aber dann etwa noch nicht los, so kann ich ihn ja auf der Stelle einer Lüge zeihen und als einen Lästerer seines Gottes bezeichnen, indem er doch offenkundig von sich ausgesagt hat, bei ihm sei alles vollster Ernst und vollste Wahrheit in jeglichem seiner Worte und Handlungen aus der ewigen Ordnung Gottes!

192,11. Oh, jetzt habe ich den lustigen Vogel schon! Bin ich nur einmal wieder auf freiem Fusse, dann mag er sechstausend Weiber nach mir senden, und der Thubalkain wird sich nicht rühren mehr aus seinen grossen Werkgebäuden!“

192,12. Hier fiel ihm der Kisehel in sein Gedankenwort und sagte zu ihm: „Thubalkain, sage mir, was du für ärger hältst: die Politik der Menschen oder die Schlauheit der Schlangen?!“

192,13. Hier stutzte der Thubalkain gewaltigst und wusste nicht, was er auf diese Frage für eine Antwort geben sollte, und schwieg somit überaus verlegen.

192,14. Der Kisehel aber sprach also weiter und sagte: „Weil du gesehen hast, dass da mit mir und allen diesen meinen Brüdern auf dem Wege der Politik nichts auszurichten ist, so hast du dich darum der verschmitztesten Schlauheit der Schlangen in die Arme geworfen!

192,15. Dass dir an dem Flottwerden deiner Füsse sicher ernstlich gelegen ist, das unterliegt keinem Zweifel; so du mich aber durch diese deine alleinige eigennützige Wahrheit fangen willst, da irrst du dich allgewaltigst! Denn so du schon mit der Bosheit erstem Grade gegen mich nichts auszurichten vermagst, was wird dir hernach wohl der zweite, tiefere Grad nützen?!

192,16. Meinst du denn, ich werde darum ein Gotteslästerer, so ich deine Füsse dir nicht flott mache deiner Schlauheit wegen?!

192,17. O mitnichten; denn ich kenne Gott und tue nichts als nur das, was Sein heiliger Geist zu tun mich nötigt, nach meinem Ihm allein ganz ergebenen Willen.

192,18. Darum werde ich zur listigen Folge deiner Schlauheit noch kein Gotteslästerer; wohl aber bist du es, indem du nicht mich, sondern nur den Geist Gottes berücken möchtest, so es dir nur irgend auf eine Art möglich wäre!

192,19. Ich sage dir: Wärest du nicht ein Heide und ein Diener des Drachen, so möchte dir gar übel zu stehen kommen solch ein Plan!

192,20. Du aber kennst den alleinig wahren Gott nicht; darum kann dir auch ein solcher Gedanke, so du ihn ernstlich bereust, nachgesehen werden!

192,21. Willst du aber erlöst sein, so kehre dich an den alleinig wahren ewigen Gott, den dir noch deine Mutter aus dem Munde Faraks verkündet hat, und nicht zu mir; denn nicht ich, sondern Gottes Gnade hat dir gelähmt die Füsse.

192,22. Ich bin nur ein Mensch wie du, aber ein Mensch nach dem Willen Gottes, und erkenne meine vollste Nichtigkeit vor Ihm.

192,23. Werde du desgleichen, und tue, was ich tue; erkenne deine grosse Torheit, erkenne deine Schuld, erkenne Gott, so wirst du frei werden!

192,24. Verstehe solches, und tue danach! Amen.“

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