GSO2-69

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Hauptseite Die geistige Sonne GSO2-69 Kapitel

Mitteilungen Jesu Christi über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.


Kapitel 69 - Himmlisches Schulhaus für Erdkunde und Weltgeschichte.


1. Sehet, hier vor uns steht schon wieder ein anderes und bei weitem grösseres Haus; was wird denn hier gelehrt? Wir werden gleich dahinterkommen. Ihr wisset, dass diese Kindlein ihren Geburtsort, die Erde, nie haben vermocht kennenzulernen aus dem Grunde, weil sie zu frühzeitig, und zwar gleich nach ihrer Geburt, dem Leibe nach verstorben sind. Da es aber zur Erkenntnis des Herrn auch notwendig ist, den Ort näher zu kennen, den Er zum Hauptplatze Seiner Erbarmungen erwählt hat, so müssen auch diese Kindlein eben diesen Ort darum näher kennenlernen, um daraus zu ersehen, wie der Herr und wo der Herr ein Mensch geworden ist, um das gesamte menschliche Geschlecht zu erlösen und die Erde für eine Lehrstube Seiner Kinder einzurichten. - Also wird hier im ganz eigentlichen Sinne die Geographie der Erde gelehrt, und das sicher auf eine zweckmässigere Weise, als solches bei euch der Fall ist.

2. Wie aber diese Geographie der Erde hier vorgetragen wird, davon wollen wir uns sogleich überzeugen. In der Mitte des grossen Saales, in dem wir uns nun befinden, befindet sich auf einem grossen, prachtvollen Gestelle ein Erdglobus fast auf die Art, wie bei euch auf der Erde. Ihr müsset das nicht etwa bloss annehmen, sondern unter der überzeugenden Bedingung, dass auf der Erde sich in keinem Fache etwas vorfindet, das nicht entsprechendermassen schon lange vorher im Geiste vorhanden gewesen wäre. Somit ist auch ein Erdglobus auf der Erde durchaus keine solche Erfindung, die da nicht zuvor im reinen Gebiete des Geistes schon lange, ja ewig lange vorhanden gewesen wäre.

3. Solches könnt ihr auch aus dem ganz vollkommen erschauen, so ihr euch selbst fraget: Was war wohl eher vorhanden, die Erde oder ein von Menschen verfertigter Globus, der die gegenwärtige Gestalt der Erde nur höchst mangelhaft und dürftig abbildend darstellt?

4. Ich meine aber, da im Geiste des Herrn die Erde sicher schon gar lange bestanden hat, so wird es wohl auch mit dem Bestehen des Abbildes der Erde seine guten, geweisten Wege haben. Sonach kann dieser Globus hier ja auch ganz wohl geistig genommen in seiner Ordnung sein und ist in der Fülle der Wahrheit auch in einer bedeutend grösseren Ordnung, als er es bei euch auf der Erde je wird sein können.

5. Gehet nur näher hin und betrachtet ihn. Er ist auf seiner Oberfläche nicht also gezeichnet, wie solches bei euch auf der Erde zu sein pflegt, sondern er ist eine förmliche plastische Strahlentypik, gleich euren sogenannten Lichtbildern, welche ebenfalls den allerunscheinbarsten Gegenstand im kleinsten Massstabe wieder zum Vorscheine bringen. Der grosse Unterschied aber zwischen der irdischen äusseren Strahlentypik und dieser inneren geistigen ist unberechenbar gross; denn hier darf bei der genauesten Beobachtung auch nicht ein Atom fehlen und muss die ganze Natur der Erde vollkommen genau dargestellt sein.

6. Dass aber solches hier bewerkstelligt ist, könnet ihr beim ersten Anblicke in der vollen Nähe hier erkennen; denn sehet, die Bächlein, Flüsse, Ströme und Meere sind hier ganz natürlich; die Bäche, Flüsse und Ströme fliessen und das Meer nimmt sie auf.

7. Sehet weiter an! Die Gebirge, die ganz getreu in kleinem Massstabe die der Erde vorstellen, sind ersichtlich aus denselben Stoffen. Die Gletscher haben ihren Schnee und Eis, die Kalkgebirge ihren Kalk, die niederen Alpen ihre Weiden und tiefer hinab ihre Waldungen. Und sehet nur genau, eine jede Stadt ein jedes Dorf ist genau abgebildet.

8. Da ist z.B. eben eure Wohnstadt. Betrachtet sie, und ihr werdet finden, dass da nicht das geringste abgeht. Sehet aber auch, wie sogar Wolken und Nebel umherziehen gerade nach den Richtungen und in denselben Formen, wie sie gleichzeitig allzeit auf der wirklichen Erde sich befinden. Sehet, das ist sicher ein vollkommenster Globus. Er ist freilich wohl ziemlich gross; sein Durchmesser dürfte nach eurem Massstabe bei zwanzig Klaftern haben.

9. Wie aber kann er da wohl nach allen Seiten übersehen werden? Sehr leicht; denn sehet, fürs erste hängt oder ruht er vielmehr auf dem grossen Gestelle mittels einer mächtigen (horizontalen) Spindel ganz parallel mit einer Rundgalerie, welche gerade die Höhe der Pole erreicht. Auf dieser Galerie befinden sich unsere Schüler, unter ihnen ihre Lehrer, und besichtigen gründlich einen ganzen Meridian. Haben sie diesen gut inne, so wird der Globus um einen Meridian weitergerückt und so fort, bis auf diese Weise die ganze Erde durchstudiert ist.

10. Ist aber das der einzige Globus, und haben die Schüler mit dessen Studium das geographische Lehrfach beendet? O nein! Sehet, da weiter vor uns ist schon wieder ein grosser Saal; in dem befindet sich ein ähnlicher Globus, die Erde um tausend Jahre früher darstellend, und wieder in einem anstossenden grossen Saale einer, die Erde wieder um tausend Jahre früher darstellend, und das geht so fort bis zu Adam.

11. Auf diese Weise erlernen diese Schüler mit der Geographie auch zugleich die Weltgeschichte; nur gehen sie allezeit den umgekehrten Weg. Sie fangen bei der Gegenwart an, und gehen somit von den Erscheinungen auf die Ursache; welches ebensoviel sagen will als von aussen nach innen gehen.

12. Ihr fraget hier und saget: Auf der Erde aber geschehen ja von Jahr zu Jahr nicht selten ganz gewaltige Veränderungen; wie lassen sich diese wohl auf den grossen, allezeit tausend Jahre in sich fassenden Globen erlernen? Da sage ich nichts anderes als: Sehet euch nur ein wenig um und betrachtet, was alles in solch einem überaus grossen Saale enthalten ist. Sehet, in einer ziemlichen Entfernung stehen in einem jeden Saale noch zehn etwas kleinere Globen. Diese stellen die Erde von hundert zu hundert Jahren dar, und zwar ebenso lebendig genau, wie solches auf den grossen zu ersehen ist. Hinter diesen zehn Globen werdet ihr wieder eine noch grosse Menge in guter Ordnung entdecken, auf denen die Erde von Jahr zu Jahr verändert dargestellt wird, und hinter diesen die letzte weiteste Reihe, in der ihr ganz kleine, kaum drei Schuh im Durchmesser habende Globen findet, daran die Veränderung der Erde von Tag zu Tag dargestellt wird.

13. Im ersten Saale könnet ihr bemerken, dass in dieser letzten Reihe nach eurer Berechnung von Tag zu Tag ein neuer Globus hinzugefügt wird, d.h. im Saale, der euer gegenwärtiges Jahrtausend vorstellt. Damit aber die Schüler nicht so viel mit den kleinen Globen herumzuschaffen haben, so wird ihnen von den Lehrern auf dem grossen Globus schon alles vorangedeutet, welche Veränderungen sich hier und da auf der Erde zugetragen haben. Dadurch erfahren die Schüler schon alles und können sich hernach zur eigenen Bekräftigung auf den kleinen Globen selbst überzeugen.

14. Am Ende des letzten Saales, darin die Erde zu Zeiten Adams dargestellt wird, befindet sich auch eine Öffnung, durch welche unsere Schüler die wirkliche Erde wie durch einen Tubus erschauen können, um sich dadurch die völlige Überzeugung von allem dem zu verschaffen, was sie in diesen Sälen über die Erde gelernt haben.

15. Wie lange dauert aber nach eurer Zeitrechnung ein solcher Lehrkurs? Höchstens sechs bis sieben Tage; denn ihr müsst hier bei weitem grössere und ungehindertere reingeistige Auffassungsfähigkeit in Anspruch nehmen, derzufolge ein solches gewecktes geistiges Kind in einer Minute mehr fasst als ihr auf der Erde in einem Jahre. Im Gegenteile gibt es freilich wohl wieder im Reiche der Geister, die da unvollkommen sind, Situationen, wo ein Geist in hundert Jahren geringere Fortschritte macht als ein Mensch auf der Erde in einer Minute.

16. Also gibt es auch auf eurer entsprechenden Erde und besonders auch auf dem Monde Lehr- oder Besserungsanstalten für Geister, in denen sie ganz erbärmlich schlechte Fortschritte machen. Aber diese gehören nicht hierher, allda die Geister sich in ihrer Vollkommenheit und ursprünglichen Reinheit befinden.

17. Was lernen aber die Kinder nach diesem Kurse? Sehet, vor uns, weiter gegen Mittag, steht ja schon wieder ein enorm grosses Gebäude. Was wird wohl in diesem gelehrt? Ich sage euch: Nichts anderes, als was natürlich die Unterlage des äusseren Erdwesens ist, also die natürliche Geologie und die Entstehung der Erde. Ist dieses erst alles anschaulich und gründlich aufgefasst, so wird dann zur geschichtlichen und von dieser zur geistigen Erde übergegangen. Wie aber solches alles vorgetragen wird, davon werdet ihr euch an Ort und Stelle ebensogut überzeugen, als wie ihr euch von allem bisher überzeugt habt. -


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