GSO2-58

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Die geistige Sonne GSO2-58 Kapitel

Mitteilungen Jesu Christi über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.


Kapitel 58 - Begegnung mit den Bewohnern dieser Zentralsonne.


1. Wie sollen wir aber solches tun? Zunächst hängt ein solcher Effekt vom Herrn ab, dann aber von unserem festen Willen; mit diesem müssen wir uns selbst gewisserart fixieren, und haben wir das getan, so wird unsere Wesenheit alsbald sichtbar vor diesen Menschen in die Erscheinlichkeit treten.

2. Also tun wir denn auch das, und ihr werdet euch überzeugen in eurem inwendigen Schauvermögen, dass uns diese Menschen als vollkommen anwesend erschauen.

3. Wir haben das getan. Und nun sehet, wie diese Menschen ganz grosse Augen zu machen anfangen, drei ganz weltfremde Gäste unter ihnen zu erblicken! Einigen wird ganz unheimlich zumute, daher ziehen sie sich auch zurück, die andern wissen nicht, was sie aus uns machen sollen.

4. Daher geht auch schon eine Deputation an den Ältesten dieses Palastes ab, auf dass er herbeikommen, sein Urteil über uns abgeben und bestimmen solle, wer wir sind.

5. Es beraten sich zwar einige Altweise über uns; aber wie wir leicht merken, so hat keiner den Mut, sich uns zu nahen und uns selbst über unsere Wesenheit zu befragen. Es liesse sich hier wohl fragen, woran es so ganz eigentlich liege, dass diese sonst so weisen Menschen den Mut nicht haben, sich uns zu nahen und uns selbst zu fragen. Die Ursache ist eben nicht so schwer zu finden, als man es auf den ersten Augenblick glauben möchte, und so höret denn!

6. Zu manchen Gelegenheiten erscheinen diesen Menschen hier Geister. Aber auf diesem Platze ist es durch Ihre Weisheit nicht bekannt, dass sich allda je ein Geist gezeigt hätte noch zeigen möchte, und da sie die Geister nur an bestimmten Plätzen zu sehen gewohnt sind, so fällt es ihnen um so mehr auf, hier auf diesem für alle Geister verpönten Orte nun Wesen zu erschauen, die sie für nichts anderes als Geister erkennen. Dieser Grund klingt freilich wohl, als wäre er ein wenig hohl, aber er ist das mitnichten und lässt sich sogar mit ähnlichen Erscheinungen auf der Erde in ein ziemliches Gleichgewicht bringen.

7. Nehmen wir an, es gibt auf der Erde so manche Menschen, welche das Vermögen haben, Geister zu sehen; manche aber, dieselben wenigstens wahrzunehmen. Wenn dergleichen Menschen z.B. in alten Burgen, auf Friedhöfen oder in anderen berüchtigten Gegenden zur nächtlichen Zeit irgend ein oder das andere Geistwesen erschauen, so wird es ihnen weniger als ungewöhnlich auffallen. So es sich aber ereignen sollte, dass sie dergleichen Wesen an einem ganz ungewöhnlichen Orte erblicken, z.B. auf einer öffentlichen Landstrasse, auf einem allgemeinen Belustigungsorte oder bei einem öffentlichen Volksfeste, so wird eine solche Erscheinung einen sicher äusserst betrübenden Eindruck auf diejenigen machen, die ihrer ansichtig geworden sind.

8. Und sehet, ungefähr einen ähnlichen Eindruck macht unsere Erscheinung auf diese Menschen auf diesem Platze; und das darum um so mehr, weil es bei diesen Menschen für eine Regel und Ordnung gilt, hier nie ein geistiges Wesen zu erblicken, da hier ein Freiplatz ist, von dem alle Geister verpönt bleiben sollen.

9. Was aber diese Sache noch für einen ferneren Ausgang nehmen wird, werden wir sogleich erfahren, denn der Älteste naht sich uns schon mit einer Menge Geisterprobungs- und Geisterbannungs-Requisiten.

10. Sehet einen langen mit allerlei glänzenden Streifen umwundenen Stab in seiner Hand; ein anderer trägt ein siebeneckiges Tischchen, auf einer jeden Ecke ein anderes geheimnisvolles Zeichen eingegraben. Das zeigt uns, dass es hier auf eine Geisterprobung ausgeht. Ein anderer neben dem Ältesten trägt einen grossen goldenen Kreis, welcher freilich von innen hohl ist; aber in dieser Höhlung ist künstlichermassen ein Band gespannt und ist gewisserart von einer ähnlich magischen Wirkung für den Glauben dieser Menschen, als von welcher Wirkung bei euch sind die sogenannten Amulette oder Skapuliere. Ein dritter trägt hinter dem Weisesten und Ältesten wie ein einstiger römischer Liktor ein ganzes Bündel rotschimmernder Stäbe. Noch ein vierter trägt einen grossen Knaul übereinandergewundener Schnüre. Was wohl möchten diese Requisiten alles bezeichnen?

11. Die Erfahrung wird es sogleich zeigen. Ihr müsset aber ja nicht erwarten, dass uns sobald jemand anreden wird und fragen, wer wir seien. Solches wird alles durch diese Instrumente geschehen; und so habet nur acht! -

12. Sehet, schon hat der Älteste den Kreis auf den Boden niedergelegt und lässt sich von zwei andern Weisen in denselben hineinheben; denn selbst gehen darf er nicht, sonst wäre er nicht hinreichend isoliert von dem Geiste und könnte demselben nicht den gehörigen Willenstrotz bieten. - Nun steht er im Kreise, hebt seinen Stab empor und macht Miene, als wollte er einen gewaltigen Hieb über uns führen. Allein dadurch zeigt er uns nur die Macht seines Willens und die entschlossene Festigkeit seiner Herrschaft über uns Geisterwesen. Wären wir so ganz gewöhnliche Geister dieser Welt, so müssten wir, wie ihr zu sagen pflegt, Reissaus nehmen. Da wir aber nicht Geister von dieser Welt sind, so bleiben wir stehen. - Was wird aber jetzt geschehen?

13. Sehet, jetzt wird der geheimnisvolle Tisch auch in den Kreis hineingestellt, und der Älteste haucht die Eckzeichen an, bestreicht darauf den Tisch mit dem Stabe und führt ihn nun an unsere Gesichter. Wären wir Geister von dieser Welt und dazu etwas hartnäckiger Natur, so müssten wir uns jetzt ebenfalls sobald davonmachen, wollten wir nicht am Haupte in den Brand übergehen.

14. Da uns aber auch diese Manipulation nicht angegriffen hat, so wird nun der Schnurknäul hineingereicht. Das eine Ende wird an dem Stabe befestigt, den der Älteste in seiner Hand hält und ihn zugleich auf den geheimnisvollen Tisch stützt, der Knaul aber wird dann hinausgegeben. Und sehet, alle Anwesenden nehmen diesen Knaul von Hand zu Hand, stets abwindend, und ein jeder behält die Schnur in der Hand. Was soll denn das bedeuten? Das bedeutet die Verstärkung des Willens; man könnte diese Schnur eine magnetische nennen. Durch diesen allgemeinen Willensrapport sollen wir ganz bestimmt weichen, sobald der Stab über uns gesenkt wird; - allein wir weichen nicht.

15. Daher machen unsere schönen Geisterbannungs-Manipulanten beiderlei Geschlechts ganz verzweifelte erschrockene Mienen, und es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als zu den exorzistisch mächtigen Stäben zu greifen. Sehet, die Stäbe werden schnell verteilt, und der Älteste im Kreise nimmt drei, während ein jeder andere nur einen empfängt. Der Älteste schlägt sich nun dreimal auf die Achseln; desgleichen tun auch die andern. Das solle uns ganz bestimmt zum Weichen bringen, so wir Geister wären. Weil wir aber nicht weichen und uns bei all dieser verhängnisvollen Manipulation ganz wohl befinden, so werden wir nun nicht mehr für Geister, sondern für Wesen ihresgleichen gehalten; freilich wohl nicht für solche, die in einem solchen Palaste geboren sind, sondern für ganz gewöhnliche Landstreicher, die sich unbefugtermassen die grosse Keckheit genommen haben, dieses ausserordentliche Heiligtum der allervornehmsten und weisesten Menschen dieses grossen Kreisgebietes zu betreten, welches freilich wohl mehr Flächenraum hat als einmalhunderttausend eurer Erden. - Was wird aber in dieser Hinsicht nun mit uns geschehen?

16. Sehet, der Kreis wird aufgehoben, das Tischchen weggetragen und der Exorzismus körperlichermassen auf uns angewendet.

17. Aber nun sehet, der Älteste hat soeben mit seinen drei Stäbchen auf meine Achsel einen Hieb geführt, und seine Stäbchen sind gewisserart ganz leicht durch meinen erscheinlichen Leib gefahren. Das war aber auch genug, um diese gesamte Menschenmasse in einen verzweifelten Schreck zu versetzen.

18. Was werden denn diese erschreckten Menschen jetzt tun? Einige entferntere, die sich den Pförtlein näher befanden und glücklicherweise an dem Schnur-Exorzismus wegen ihres Fernestehens nicht teilnehmen konnten, haben es schon getan, das heisst, sie haben das sogenannte schnelle Consilium abeundi genommen. Die an der Schnur Teilhabenden samt dem Ältesten möchten auch desgleichen tun. Aber der Älteste will doch vor seinen Kindern keinen unweisen Feigfuss machen; daher hat er sich bereits entschlossen, nicht an uns, sondern vorerst an die Seinen eine zu beherzigende Anrede zu richten. - Sehet, er deutet ihnen an, aufmerksam zu sein, und richtet soeben diese Worte an sie:

19. Höret, ihr meine Kinder und Kinder der Kinder! Ich habe gegen diese drei geheimnisvollen Wesen alles in Anwendung gebracht, was seit undenklichen Zeiten der Zeiten allezeit mächtig gewirkt hat auf dergleichen Gäste, wo immer sich dieselben gezeigt haben. Waren sie guter Art, wie wir es sind, so offenbarten sie sich uns sogleich und gaben uns treulich an, wes Grundes sie erschienen sind. - Waren sie aber listiger Art, als da gewöhnlich sind Geister derjenigen aus den Landgebieten, denen es nie gestattet war, zufolge ihrer unausgezeichneten Lebensweise, sich diesem heiligen Wohnorte zu nahen, so mussten sie selbst bei ihrer grössten listigen Hartnäckigkeit wenigstens bei der letzten Stäbe- Manipulation und bei der vollsten Konföderation unseres Willens sobald weichen.

20. Wären sie natürliche Wesen, so wären sie vor meinem Dreistabhieb sicher sobald gewichen; allein, wie ihr alle gesehen habt, mein Hieb fuhr durch das ganze mittlere Wesen und dasselbe rührte sich nicht. Also ist solches ein Zeichen, dass diese Wesen höherer Art sein müssen.

21. Daher habe ich mich mit meinem ganzen Leben entschlossen, mich diesen Wesen zu nähern und mich allerdemütigst zu erkundigen, was da wohl der Grund solch einer gänzlich ungewöhnlichen Erscheinung sein dürfte. Haltet aber dessen ungeachtet fest an der Schnur, damit wir dadurch ja mit einem Herzen und mit einem Willen uns diesen geheimnisvollen Wesen wirksam zu nähern vermögen. -

22. Sehet, nach diesem Aufrufe bewegt sich unser Ältester, der seinem Aussehen nach gleichwohl der Jüngste heissen könnte, zu uns mit der grössten hier sittlichen Ehrfurcht, welche darin besteht, dass er seine beiden Hände über die Stirn legt, um dadurch anzuzeigen, dass seine Weisheit vor uns null und nichtig ist, und dann mit freier Brust uns entgegentretend, um anzuzeigen, dass er alle seine Liebe und sein Leben uns zum Opfer zu bringen bereit ist.

23. Nun steht er vor uns; welch ein Adel, welch eine allererhabenste Schönheit in seiner Form! Lässt sich etwas Zarteres und Weicheres auch nur ahnen? - Ich meine, solches wird wohl von euch keinem möglich sein. Nun aber macht dieser unbeschreiblich schöne Mensch Miene, mit uns zu reden, und so denn wollen wir ihn anhören! -


Hauptseite Die geistige Sonne GSO2-58 Kapitel