GSO2-57

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Hauptseite Die geistige Sonne GSO2-57 Kapitel

Mitteilungen Jesu Christi über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.


Kapitel 57 - Jede Welt hat ihre Ordnung und Gesetze des Bestehens.


1. Und sehet ferner! Schon entströmen den hundert und aber hundert Pförtlein ernstheitere Scharen und eilen behende hierher. Sehet einmal die herrlichen Menschen an; wie unbeschreiblich schön sind ihre Formen; welche Weichheit und welche harmonische Zartheit in allen Teilen! Der Mann unterscheidet sich von dem Weibe nur durch einen mässigen Bart und durch die flache Brust, in allem übrigen ist er ebenfalls von grosser Weich- und Zartheit und stellt in aller Fülle eine vollkommen männliche Gestalt dar. Seine ganze Kleidung ist, wie ihr sehet, ein einziges Hemd, ein wenig bis unter seine Knie hinabreichend. Das Hemd des Mannes ist von lichtblauer Farbe und hat den Glanz wie das Gefieder am Halse eines Pfauen bei euch. - Das Weib hat eine rosenrote Schürze nur um die Hüfte gehangen, so dass diese Schürze ihren Bauch bis hinab zu den Waden, also auch ihre Schenkel und ihr Gesäss bedeckt. Der obere Leib ist teilweise frei, nur mit den reichlichen lichtgoldstrahlenden Haaren bedeckt.

2. Betrachtet nun eine solche weibliche Gestalt in der Nähe; sehet die unbeschreibliche Feinheit ihrer Haut an; könnt ihr euch erinnern, auf der Erde je irgendeine so zarte Oberfläche eines Gegenstandes gesehen zu haben? Seht ihr auf diesem Leibe irgendeine allergeringste Falte oder irgendein Hervortreten der Haut, genötigt durch einen Knochen oder einen Knorpel des inwendigen Leibes?

3. Sehet, so blank und flach eine allerfeinst gedrehte und polierte Kugel ist, da nirgends eine das ästhetische Auge störende Erhöhung zu ersehen ist, also blank flach abgerundet ist auch allenthalben der Leib eines solchen Weibes; und da ist kein Unterschied zwischen Jung und Alt, im Gegenteile, je älter hier ein Weib wie auch ein Mann wird, desto vollendeter bilden sich ihre Formen aus; ja im hohen Alter von manchmal mehr denn tausend Jahren werden diese Menschen so ausserordentlich vollkommen schön, dass da ihre wahrhaft ätherisch seelische Schönheit durch keines Wortes Kraft und Macht dargestellt werden kann.

4. Ja, die Schönheit eines solchen hochbejahrten Menschenpaares hier ist nicht selten so ausserordentlich gross, dass sie, so sie irgend auf eurer Erde sich befände, im Ernste gesprochen die härtesten Steine wie Wachs zerfliessen machen würde.

5. Ja, eure ganze Erde wäre nicht imstande, solch eine glänzendste Schönheit einer menschlichen Form zu tragen und daneben zu bestehen. Würde die Erde gleichwohl Meister der schönen Form, so aber könnte sie dennoch das für einen Erdbewohner unaussprechlich und unbegreiflich intensive Licht eines solchen Menschen nicht ertragen; denn ihr könnt es mit Bestimmtheit annehmen, dass ein solcher Mensch hier eine grössere Masse Licht aus sich herausströmen lässt als nicht selten eine ganze Planetarsonne zur Erleuchtung und Erwärmung ihres ganzen Planetargebietes.

6. Ihr saget hier freilich und fraget: Wenn solches also der Fall ist, so fragt es sich, welchen Stoffes wohl der Leib dieser Menschen ist, der da bestehen kann in solch einer endlos und unberechenbar allermächtigsten Lichtfülle. Denn wir auf der Erde wissen es, dass selbst der Diamant in einer durch die Hohlspiegel bewirkten und auf einen Punkt zusammengedrängten Strahlenmasse aus der Sonne nicht bestehen kann, sondern sich sobald verflüchtigt; und doch ist solch ein Strahlenpunkt vielleicht nicht der äonste Teil der gesamten Lichtstärke der Sonne. Hier aber soll ein einzelner nicht viel grösserer Mensch, als wir es sind, eine so intensive Lichtmasse in sich und um sich fassen, dass mit solcher Lichtfülle eine ganze Planetarsonne für all ihre Planeten mit einem vollkommen hinreichend starken Lichtgrade über alle ihre weit gedehnten Gebiete könnte gesättiget werden.

7. Sonach lässt sich bei solcher vergleichenden Betrachtung, lieber Freund und Bruder, wohl gar sehr die Frage stellen, aus welchem Stoffe solche Menschen wohl erschaffen sein müssen, um solch einen unaussprechlich mächtigen Grad des Lichtes zu ertragen?

8. Meine lieben Freunde und Brüder! Wenn ihr hier auf dieser Sonne nach rein irdischen Begriffen und Verhältnissen urteilet, da werdet ihr wohl schwerlich je zu einem richtigen Resultate gelangen; wenn ihr aber euch das zu einem Grundsatze machet und saget: Eine jede Welt und eine jede Sonne hat ihre eigentümlichen Gesetze, unter denen sie besteht, - so werdet ihr der Wahrheit und der Grundursache solch eines Bestehens im Lichte um ein sehr Bedeutendes näher gerückt sein.

9. Zudem habt ihr ja ähnliche Verhältnisse schon auf eurer Erde. Gehet von einem Lande ins andere, von einem Weltteile in den andern und von einer Insel auf die andere, und ihr werdet da schon so bedeutende Verschiedenheiten in den Lebensverhältnissen finden, dass ihr euch darüber nicht genug zu verwundern imstande sein werdet. Betrachtet ihr dazu noch, wie es in allen Elementen noch lebende Wesen in zahlloser Menge gibt, so werdet ihr noch mehr darüber zur Klarheit gelangen, dass das Leben sich unter den verschiedenartigsten äusseren Verhältnissen aussprechen und erhalten kann. Wenn aber solches schon auf der Erde materiell genommen bei euch klarst bemerkbar wird, um wieviel mehr gilt dann solche Regel für verschiedene Weltkörper.

10. Es gibt bei euch Tiere in zahlloser Menge, die ausser dem Wasser keine Minute lang zu leben imstande sind; dann aber gibt es Tiere und Wesen, die nur unter der Erde im dichtesten Schlamme und selbst in den Steinen einzig und allein ihr Leben zu fristen imstande sind. Solche Schlammtiere in den Tiefen unterirdischer Schlünde sind euch wohl bisher noch gänzlich unbekannt; aber Steintiere, als z.B. Steinfliege, Steinspinne, Steinbiene, Steinkröten u. d. m. sind von den Naturforschern der Erde schon hier und da aufgefunden worden; aber nur wissen es die Naturforscher nicht, dass sich dergleichen Tiere in den Steingattungen selbst produzieren, indem die auch den Stein durchwaltenden Lebenskräfte sich ergreifen und als Intelligenzen sich natürlicherweise in einer Form ausbilden, nach der in sie vom Herrn gelegten Ordnung.

11. Ja, wenn ihr die Sache so recht beim scharfen Lichte betrachten würdet, so würdet ihr finden, dass alle Steine, ja das gesamte Wesen eurer Erde nichts als sich mächtig ergriffen habende Klumpen von lauter abgelegten tierischen Leibern oder Lebenslarven sind, und dass diese Lebenslarven noch immer einige, freilich wohl hart gebundene Grundlebenskraft in sich fassen, welche sich hier und da bei leichterem Flottwerden wieder ergreift, aus der leichteren sie umgebenden Materie sich in eine neue mitlebende Form ausbildet und dann in derselben sich eine Zeitlang aufhält zur mächtigeren Stärkung des ersten in dieser neuen Form sich ergriffen habenden Grundlebens.

12. Sehet, ein solches Wesen kann dann in solch einer Materie wohl existieren; bringet ihr es aber von da in die freie atmosphärische Luft, so wird es in wenigen Minuten dahin sein. Umgekehrtermassen aber wird es auch denjenigen Wesen ergehen, deren Lebenselement nur die freie atmosphärische Luft ist. Wenn aber ihr, die ihr nur in der atmosphärischen Luft zu leben vermöget, euch in den überaus leichten Äther begeben möchtet, so wird es euch da geradeso ergehen wie einem Fische, so ihr ihn vom Wasser in die freie Luft emporhebet.

13. Desgleichen gibt es aber auch eine zahllose Menge für euch nicht sichtbar lebender Wesen in der Region des Äthers; diese können nur im Äther und nicht mehr in der Luft und noch weniger in einer dichteren Materie leben. - Wesen aber, welche im Äther zu leben imstande sind, sind auch imstande stets mehr und mehr im Lichte zu leben. Sie haben freilich für euch nicht sichtbare Leiber; aber deswegen existieren sie dennoch, und zwar in einer solchen unendlichen Zahlfülle, dass ihr euch davon ewig nie werdet einen hinreichenden Begriff machen können.

14. So denn müsset ihr euch auch diese Menschen nicht als grobmateriell-körperlich denken, sondern überaus ätherisch-zart und feinmateriell, welcher Beschaffenheit aber dann das Licht in seiner grössten Intensität auch nichts mehr anhaben kann.

15. Solche Verhältnisse gibt es ja auch im reinen Geisterreiche, wo es Geister gibt, die überaus schwerfällig und finster sind und daher ihr Leben auch nur in den dichtesten innersten Teilen der Erde fristen können; - und wieder gibt es Geister, welche etwas leichter sind und daher die oberen Teile der Erde wie auch die Gewässer bewohnen, allda ihr Leben fristen und ihr Wesen treiben; - und wieder gibt es Geister, die in der halben unteren Luftregion leben und in derselben ihr Wesen treiben; und wieder gibt es Geister, natürlich von vollkommenerer Art, welche die oberen reineren Luftregionen, etwa von der Gegend der Gletscher angefangen, bewohnen; - und wieder gibt es Geister, welche die erste Region des Äthers, und dann Geister, welche die höchsten und freiesten Ätherregionen und weiten freien Räume zwischen den Weltkörpern bewohnen; - und endlich gibt es allervollkommenste Geister, welche die obersten Sphären der Sonnen bewohnen, die da sind ein ewiges Licht. Und die Geister von unten bis nach oben können einander nicht erschauen, d.h. deutlicher gesprochen: die Geister einer unteren Stufe können die einer höheren Stufe nicht erschauen; wohl aber ist solches umgekehrt möglich und auch in der Ordnung gangbar.

16. Solches aber ist auch notwendig, denn würden die unteren unvollkommeneren Geister die oberen vollkommeneren zu erschauen imstande sein, so würden sie dadurch in ihrer Freiheit beeinträchtigt werden; die vollkommeneren aber müssen die unvollkommeneren sehen, damit sie dieselben allezeit in der gehörigen Hut haben können.

17. Aus dieser Betrachtung, meine ich, sollte euch wohl klar werden, wie diese Menschen hier in solcher Lichtintensität gar wohl bestehen können.

18. Ihr habt zwar ehedem die Strahlenwirkung der Sonne durch einen Hohlspiegel bewirkt angeführt; ich aber sage euch: Es ist wahr, dass der höchst intensive Lichtpunkt, der da aus dem Hohlspiegel ausgeht, solch grosse Kraft der Auflösung in sich hat; aber woher kommt denn dieser Strahl? Von nirgendwo anders her, als von dem vom Hohlspiegel aufgenommenen Bilde der Sonne, also endlich doch vom Hohlspiegel her. Da liesse sich denn doch wohl fragen: Wie mag dessen Strahl wohl den Diamant zerstören, während doch die viel leichter zerstörbare Materie des Hohlspiegels selbst nicht den allergeringsten Schaden leidet?

19. Eine noch grössere Frage wäre diese: Nach der auflösbaren Lichtstärke eines Brennpunktes aus dem Hohlspiegel zu urteilen, muss die Sonne auf ihrer ätherischen Lichtoberfläche ja eine so ausserordentlich auflösende Kraft besitzen, dass ein noch bei weitem grösserer Weltkörper, als da eure Erde ist, wie ein Wassertropfen am weiss glühenden Eisen im Augenblicke aufgelöst würde, sowie er sich solcher Sonnenlichtglanzfläche nur auf etliche tausend Meilen nähern würde.

20. Die Sonne selbst aber ist auch ein dichter materieller, freilich wohl immens grosser Klumpen; wie ist es denn, dass dieser Klumpen von der unendlichen auflösenden Kraft nicht auch sobald zerstört wird? Sehet, warum die Sonne in sich selbst gar wohl bestehen kann und noch andere Wesen auf ihr, findet ihr gründlich dargestellt in der ersten Einleitung zur Sonne, welche euch vom Herrn Selbst mitgeteilt ist; und ich sage euch demnach hier nur so viel, dass das Licht allezeit von einem leuchtenden Körper nach aussen, aber nie nach dem leuchtenden Körper zurück in solcher zerstörenden Heftigkeit wirkend ist.

21. Ihr wisset aber, dass wir uns hier auf einer Zentralsonne befinden, auf welcher das Licht in unmessbarer Intensität zu Hause ist. Aus diesem Grunde ist hier auch alles so höchst glanzvoll poliert, damit dadurch alles auf die Gegenstände einwirkende Licht trotz seiner immensen Intensität nahe bis auf den letzten Tropfen zurückgeworfen wird und darum mit den Körpern nicht zerstörend in Wechselwirkung treten kann.

22. Und nun sehet, aus eben diesem Grunde ist auch die Haut dieser Menschen so unaussprechlich zart und ihre Form so vollkommen als möglich abgerundet. Dadurch wird das auf sie einfallende Licht schnell zurückgeworfen und kann auf sie unmöglich zerstörend einwirken, ebensowenig als das vom Hohlspiegel ausstrahlende Licht auf den Hohlspiegel selbst zerstörend wirken kann, weil es von seiner stark glänzend polierten Oberfläche zurückgeworfen wird. Freilich muss sich die Glanzoberfläche eines Körpers nach dem Grade der auf ihn einfallenden Lichtstärke richten.

23. Aus dem aber geht dann hervor, dass auf einer jeden Welt das in Formen gehüllte Leben unter den dazu erforderlichen Gesetzen ganz wohl denkbar ist.

24. Ich meine, wir brauchen über diesen Punkt nicht viele Worte mehr zu machen, denn ihr könnet aus dem schon hinreichend entnehmen, dass fürs erste selbst eine Zentralsonne trotz aller ihrer Lichtintensität noch gar wohl zur Tragung frei lebender Wesen tauglich ist, und fürs zweite könnet ihr daraus auch fast mit den Händen greifen, dass die auf solch einer Welt lebenden menschlichen Wesen notwendig von solcher Zartheit und Schönheit sein müssen, ohne die sie nicht auf solch einer Welt zu existieren vermöchten. - Da wir aber nun solches wissen, so können wir uns mit diesen überaus schönen Menschen schon in eine nähere Begegnung einlassen. -


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