GSO2-33

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Hauptseite Die geistige Sonne GSO2-33 Kapitel

Mitteilungen Jesu Christi über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.


Kapitel 33 - Der Sonnenpalast. Ungeheure Prachtentfaltung mit Lichtwundern.


1. Wird es wohl schwer sein, von hier weiterzuziehen, und müssen wir von hier aus auch noch die gerade Linie beobachten? Gehen wir nur hinaus in den freien überaus geräumigen Raum, welcher sich zwischen dieser weiten Rundgalerie und zwischen dem Hauptmittelgebäude vorfindet, und wir werden da bald sehen, was zu machen sein wird.

2. Sehet nur einmal zwischen den zwei vor uns stehenden mit Wendeltreppen versehenen inneren Säulen hinaus und saget mir, was ihr erblicket.

3. Ihr saget: Lieber Freund und Bruder, für diesen Anblick finden wir keine Worte, um zu beschreiben, was alles sich da dem armseligen Auge in der allerwunderbarsten Art darstellt! Eine Fläche voll wogenden Glanzes sehen unsere Blicke, und aus einer jeden Woge sprühen Millionen Strahlen über Strahlen, ein jeder von einer anderen Farbe; und die Strahlen ergreifen sich gegenseitig und bilden vorübergehende Formen. Die Formen gehen hier und da ineinander über und bilden eine neue Form.

4. Dort, weiter gegen das Hauptmittelgebäude zu, sehen wir diese Strahlenwogen sich in den buntesten Kreisen drehen, und die Kreise erheben sich oft kegelförmig über den Boden. Diese Kegel schimmern in einem wechselnden Lichte, dessen zauberhaft schönster Reiz mit keinem Worte zu beschreiben ist. Und endlich erblicken wir über diese Lichtkreise hin die unterste Säulenreihe des grossen Mittelpalastes.

5. Die Säulen scheinen aufwärts wirbelnde Flammen von hellroter Farbe zu sein, und hinter diesen merkwürdigen Säulen strahlt eine lichtblaue Wand hervor, welche zwischen den Säulen mit Eingangspforten versehen ist, aus denen ein wunderherrliches grünlich-weisses Licht strahlt. - Das ist alles, was wir bis jetzt ausnehmen können.

6. Wenn wir auf die wogende Beweglichkeit dieser Fläche hinblicken, so kommt es uns vor, als wenn der Boden irgendein Gewässer wäre, über welches dann festen Fusses nicht darüberzukommen sein dürfte. Nur auf das einzige können wir einen diese Sache widerlegenden Rückblick tun, dass wir in der letzten Alleeverzierung ebenfalls eine solche wogende Fläche angetroffen haben, welche darum nichts weniger als flüssig war, und so kann es wohl sein, dass dieses Lichtwogen dieser Fläche vor uns ebenfalls nur eine Augentäuschung ist.

7. Ja, meine lieben Freunde und Brüder, also verhält es sich auch mit dieser Sache. Alles, was ihr hier als beweglich erschauet, ist nur ein Spiel des Lichtes, welches auf den Zentralsonnenkörpern besonders stark zu Hause ist, und das um so stärker auf irgendeinem Punkte, je mehr sich dieser dem grossen Äquator solch einer Zentralsonne nähert. Daher gibt es hier ein Material, welches an und für sich überaus fest ist, und eine grosse Politur annimmt, viel stärker als der feinste Diamant bei euch. Wenn so eine grosse Fläche dann gehörig geglättet ist, da nimmt sie auch um so begieriger die mächtigen Lichtstrahlen aus dem einen solchen Sonnenkörper umgebenden Lichtäther auf und wirft dann nach der Übersättigung eben diese Strahlen wieder zurück. Und so entsteht aus dem Ein- und Gegenstrahlen solch eine wogende Wirkung, in der Nähe als sich zu allerlei Lichtformen bildende, durcheinanderbewegende Wogen, in der Entfernung aber zu Kreisen. Warum denn? Weil in der Ferne alle Bewegungen wie auch alle Formen sich fortwährend mehr und mehr abrunden, was ihr schon auf eurem Erdkörper aus verschiedenen Erscheinungen entnehmen könnet.

8. Gehet ihr z.B. auf eine bedeutende Höhe und sehet euch den weiten Horizont an, der an und für sich sehr uneben ist, so werdet ihr ihn aber dennoch ganz gerundet erblicken; die Ursache liegt darin, weil die kleinen Unebenheiten gegen den ganzen weiten Horizontkreis so gut als gänzlich verschwinden.

9. Beschauet ihr eine mehrkantige Säule von einer gewissen Entfernung, und sie wird euch nicht kantig, sondern rund erscheinen.

10. Gehet ferner an einen breiten Strom und betrachtet das Fortfliessen des Wassers vom nächsten Ufer angefangen bis zum entgegengesetzten hin, da wird sich diese Erscheinung am meisten bestätigen. Am nächsten Ufer werdet ihr das Stromwasser bunt durcheinanderwogend erblicken, aber am entgegengesetzten Ufer werdet ihr bei einer etwas längeren Betrachtung lauter ineinander verschlungene Kreise erblicken, in denen sich die Fluten des Stromes wie langsam fortzuwirbeln scheinen.

11. Wie uneben die Weltkörper auf ihrer Oberfläche sind, das kann euch eure Erde zur Genüge zeigen; aber von grossen Entfernungen betrachtet werden sie zu einem vollkommen runden Kreise, d.h. wenn schon nicht ganz vollkommen zirkelrund, so aber doch an der aussen erscheinenden Randlinie als vollkommen eben.

12. Es liessen sich noch eine Menge solcher Beispiele anführen; allein ich meine, dass diese genügen, um die vor uns liegende so ziemlich stark ins Wunderbare gehende Erscheinung zu begreifen, d.h. als Erscheinlichkeit selbst, ohne innere geistig entsprechende Bedeutung, auf welche wir erst bei der passenden Gelegenheit kommen werden.

13. Wir brauchen vor der Hand nichts anderes zu wissen, als dass der vor uns ausgebreitete Boden vollkommen fest ist, und wir können uns dann sogleich schnurgerade auf demselben fortzubewegen anfangen; und so denn treten wir nur wohlgemut hinaus!

14. Wir sind heraus aus der Galerie auf dem Boden und sehet, er ist fest, und wo wir stehen, ist das Wogenspiel des Lichtes nicht zu erschauen. So können wir uns nun schon gegen das Hauptgebäude hin bewegen. Werfet aber einen Blick auf das Gebäude hin, welches nun schon in seiner ganzen enthüllten Pracht vor uns steht.

15. Was sagt ihr zu diesem Werke? Ihr saget, was ich eigentlich auch sage: Da hört das Reden auf, und man wird stumm vor dem zu grossartig erhabensten Anblicke! Wenn man sich so einen ins Unendliche veredelten und verherrlichten babylonischen Turm vorstellen würde, so hätte man ungefähr wohl noch das beste Bild davon; nur müsste man die schneckenartig aufwärtsführenden Gänge des babylonischen Turmes hinwegnehmen und denselben in zehn Stockwerke einteilen, von denen ein jedes einen etwas engeren Kreis beschreibt. Das wäre aber nur eine nackte Form ohne Licht; hier jedoch ist die grossartigste und edelste Form übergossen mit einer unbeschreiblichen Pracht und Glorie des Lichtes. Um wieviel steht sonach die gedachte Form dieser unbeschreiblichen, alle Begriffe übersteigenden Herrlichkeit nach.

16. Gehen wir aber nur näher; es wird sich die Sache immer mehr und mehr entwickeln in ihrer unendlichen Pracht. Ihr sehet die untere Reihe von hier so, als bestünde sie aus einzelnen grossen Säulen, von denen eine jede eine Höhe von dreissig Klaftern hat. Die Höhe möget ihr wohl richtig beurteilt haben; aber die Säule an und für sich nicht. Wenn ihr genau hinsehet, da werdet ihr eine jede Säule also erblicken, als wäre sie mit Rundstäben belegt. Doch wir sind jetzt schon näher, und es lässt sich nun recht gut ausnehmen, dass eine solche Säule, die sich aus einiger Entfernung als nur eine Säule ausnimmt, in dieser Nähe ein ganzer Kreis von Säulen ist, was wir früher als einzelne Stäbe an einer grossen Säule erschauten.

17. Und nun sehet, wir sind glücklicherweise schon an die grosse Staffel des Zentralgebäudes gekommen und erblicken, dass eine jede solche Hauptsäule aus dreissig in einem Kreise herumgestellten Säulen besteht, von denen eine jede von der andern noch so weit entfernt absteht, dass wir ganz bequem in solch ein Säulen-Rondell hineintreten und uns darin überzeugen können, dass es noch hinreichend Raum hat zur Aufnahme von tausend Menschen.

18. Aber zugleich betrachtet diese herrliche Einrichtung; längs des Kreises dieser Säulen windet sich im inwendigen Raume eine überaus prachtvolle Treppe in sanfter Steigung und mit den allerprachtvollsten Geländern versehen hinauf in das nächste Stockwerk. Und sehet, eine jede Säule oder vielmehr ein jeder Säulenkreis, den wir von hier erblicken, hat eine gleiche Einrichtung.

19. Der Boden solch eines Säulenkreises ist hellgrün und die Galerien, welche die aufsteigende Treppe einfassen, sehen aus wie flammendes Gold; und da sehet hinaus, der Boden dieser ersten grossen, ebenerdigen Galerie ist von der Farbe eines allerschönsten Amethystes, in welchen allerlei Diamantzierat wie ein Mosaik eingearbeitet ist. Was saget ihr zu dieser wahrhaft unerhörten Pracht?

20. Ich sehe, dass es euch hier abermals so geht wie mir, man findet für die Buchstabensprache keine Worte. Gehen wir aber nun eine solche Treppe aufwärts und beschauen das zweite Stockwerk; allda erst werden wir Dinge zu Gesichte bekommen, die alles bisher Geschaute in den Schatten stellen werden. - Und so denn folget mir auf der Treppe.


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