GSO2-26

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Hauptseite Die geistige Sonne GSO2-26 Kapitel

Mitteilungen Jesu Christi über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.


Kapitel 26 - Beschreibung eines Sonnenkreisgebietes.


1. Da wären wir nun schon wieder auf unserem wohlbekannten Prachtplateau: sehet, es hat sich noch nicht verändert. Ihr möchtet gerne die vor uns hinausgewanderten Bewohner dieses Palastes sehen, wo sie sich denn nun aufhalten. Gehet nur auf den Rand des Plateaus, und ihr werdet die schönen Bewohner gar bald erschauen, wie sie sich vergnügen, einige in den euch bekannten Rundgalerien, einige auf den Triumphbogen über unserer bekannten Treppe; und da sehet, eine ganze Legion schwärmt schon unten am Kanale herum.

2. Ihr fraget, wie so schnell sich diese Menschen allorts hin verfügen können? Ich sage euch, dass solches hier gar leicht möglich ist. Fürs erste sind ihre Leiber viel leichter denn die eurigen auf der Erde; dazu ist meist allen Sonnenbewohnern eine bedeutende Willenskraft eigen, der zufolge sie so manches ausführen können, was da den Erdbewohnern sicher unmöglich ist. Und so können sie sich denn auch über ihren Weltboden mit einer bedeutend grösseren Schnelligkeit bewegen, als es euch begreiflich ist.

3. Diese Eigenschaft ist aber für die Bewohner einer Welt von solch immenser Grösse auch von grosser Notwendigkeit, denn wenn sie sich nur so schnell wie ihr auf der Erde bewegen könnten, was würden sie da wohl ausrichten bei so manchen Gebietsbereisungen, allda oft ein einzelnes Kreisgebiet, wie da ist das dieses Palastes, einen grösseren Flächenraum hat, als wie gross da ist der mehrfache Flächenraum eures Erdkörpers. Zentralsonnenkörper unterscheiden sich dadurch von den Planetarsonnen, dass sie nicht so wie diese bewohnbare Gürtel haben, sondern nur bewohnbare grosse Gebiete, die man allenfalls Oasen nennen könnte. Wie viel solcher Oasen auf einer Zentralsonne vorkommen, deren Umfang mehrere Billionen Meilen eures Masses beträgt, dürfte sich verständlicherweise kaum bestimmen lassen, aber so viel könnet ihr mit Sicherheit annehmen, als es da gibt in solch einem Sonnengebiete Planetarsonnen und Planeten um dieselben, welche Planetarsonnen mit ihren Planeten freilich wohl alle samt und sämtlich zu dieser einen Zentralsonne halten müssen.

4. Sind diese übergrossen Kreisgebiete, deren es also eine Unzahl gibt, voneinander abgemarkt oder nicht? - Sie sind sehr scharf voneinander abgemarkt; - wodurch denn? - Zumeist durch endlos weitgedehnte Feuerkraterreihen, hie und da auch durch überaus hohe Gebirge, deren Spitzen, wenn sie von der Erde ausgingen, gar leichtlich euren Mond in seiner Bahn beirren dürften. Diese haben manchmal noch einen grösseren Flächenraum auf ihrer Höhe, als etwa die halbe Oberfläche eurer Erde.

5. Dass die Füsse solcher Berge einen sehr bedeutenden Umfang und Durchmesser haben werden, könnt ihr euch leicht von selbst vorstellen. Noch eine dritte Art Begrenzung solcher Kreisgebiete sind hie und da entweder grosse und breite Ströme oder auch überaus grosse Weltmeere, welche von einem solchen gewaltigen Wasserinhalte sind, dass eure Erde, wenn sie hineinfiele, sich gerade so ausnehmen würde und in dem Meere gerade einen solchen Unterschied bewirkte, als so ihr in das Meer eurer Erde möchtet eine Perle hineinwerfen. Es ist aber auch notwendig, dass auf einem Weltkörper, auf dem es ortweise gar so überaus feurig zu Werke geht, auch grosse Löschapparate vorhanden sind.

6. Hie und da entdeckt man auf diesem Weltkörper auch weitziehende und sehr breite Lichtwasserströme. Das Wasser solcher Ströme ist nicht durchsichtig und um sehr Bedeutendes schwerer als ein anderes gewöhnliches, durchsichtiges Wasser.

7. Diese Lichtflutung aber kann mit nichts Ähnlichem auf eurer Erde verglichen werden, da sie allein nur solchen Sonnenkörpern eigen ist. Die Bewohner sammeln dieses Lichtwasser in gewisse Formen, allda es dann bald stockt und zum sogenannten selbstleuchtenden weissen Steine wird. Es ist mit diesem Wasser in dieser Hinsicht beinahe ein ähnlicher Fall wie mit eurem Erdenwasser, welches auch bald in salzigen Kristallen erstockt, wenn es von der Gesamtmasse abgeschlossen wird. Aber an und für sich im Strombette stockt dieses Lichtwasser nicht, indem es eben alldort aus seinem Bette die stets erweichende Nahrung bezieht.

8. Wohin ergiesst sich denn ein solches Gewässer? Ein solches Gewässer entspringt gewöhnlich aus den vielen, mit grossen Feuerkratern versehenen Bergen, sammelt sich da zu einem nicht selten Tausende von Meilen breiten Strome, durchfliesst dann ein Gebiet, dessen Länge häufig bedeutender ist als allenfalls die Entfernung der Erde bis zu eurer Sonne und ergiesst sich dann manchmal in ein anderes grosses Wassermeer, zumeist aber in hier und da ausgebrannte grosse Feuerkrater, füllt diese nach und nach aus, macht mit der Zeit aus den grossen und übertiefen Schlünden ein ebenes Land, welches einen für euch unbeschreiblichen Glanz verbreitet. Mit der Zeit aber stockt es auch gänzlich und kann als fruchtbares Land gebraucht werden.

9. Aus solchen Stellen wird dann auch hie und da der weisse Baustein gebrochen, welcher von selbst leuchtet und gewöhnlich zu Bogen über den Säulen wie auch zu festen Wänden eines Gebäudes benutzt wird. Jedoch hat der gebrochene und dann beschnittene Stein nicht den Wert wie der aus dem Stromwasser frisch gegossene, weil er minder leuchtet als der gegossene.

10. Das wären demnach die Begrenzungen unserer Kreisgebiete. Können aber diese Begrenzungen oder Abmarkungen der Kreisgebiete nicht überschritten werden? Dieses ist hier wohl nicht leichtlich der Fall; denn fürs erste ist ein solches Kreisgebiet schon so unendlich gross, dass darauf millionenmal Millionen Menschen überaus wohl versorgt und räumlich höchst bequem leben können. Dann hat es auf seiner Oberfläche zahllose Herrlichkeiten und Wundermannigfaltigkeiten, dass die Bewohner eines solchen Kreisgebietes ihr ganzes Leben lang daran hinreichend zu schauen, zu studieren und geistig zu geniessen haben, und sich dann um ein nächstes Gut fast noch weniger kümmern, als ihr euch kümmert auf eurer Erde, wie es in einem fremden Planeten aussieht, besonders wenn ihr auf derselben recht wohl versorgt seid.

11. Auch wissen gar viele der Bewohner eines solchen Kreisgebietes, solange sie in ihrem Leibe leben, nicht, dass es noch andere Gebiete gibt, sondern sind vielmehr der Meinung, wenn sie zu einer oder der andern unübersehbaren Kreisgebiet-Abmarkung kommen, dass diese entweder als Feuer oder als Wasser, Gebirge oder als Lichtflutung schon ewig fortdauert.

12. Sehr bedeutende Weise wissen es wohl aus den Gesprächen mit den Geistern, dass auf dieser ihrer Welt es noch gar zahllos viele bewohnbare Kreisgebiete gibt. Aber solches wissen sie nur unter dem Siegel einstweiliger strenger Verschwiegenheit und teilen es nur ebenfalls jenen mit, welche da in die tieferen Geheimnisse der göttlichen Weisheit wollen eingeweiht werden.

13. Es gibt hie und da wohl recht grosse Freunde von hohen Bergen, die sie gern besteigen, wenn sie sich nur einigermassen besteigen lassen. Aber was da diese überaus hohen Grenzgebirge betrifft, da lassen sich auch die grössten Gebirgsfreunde den Appetit vergehen, denn fürs erste sind sie ihnen denn doch ein wenig zu hoch, dann hie und da auch zu steil; und die höchsten Kuppen kommen nicht selten schon zu nahe dem ätherischen Lichtstoffe zu stehen, in welchem selbst ihre Feuerleiber noch weniger aushalten dürften als eure Fleischleiber auf jenen Höhen eurer Erde, welche ebenfalls schon so ziemlich in den Luftätherstoff hineingreifen.

14. Zudem sind auch diese hohen Grenzgebirge zumeist in überaus stark leuchtende Wolken gehüllt, welche diesen Bewohnern in grosser Nähe durchaus nicht zusagen, weil sie in ihrer Nähe ein zu grelles Licht von sich werfen, durch welches das Gesicht der Menschen so sehr geblendet wird, dass sie dann nichts mehr ausnehmen mögen, was sie umgibt.

15. Sehet, also weiss der Herr allenthalben Seine freien Geschöpfe in den gehörigen Schranken zu halten.

16. Es möchte freilich wohl einer oder der andere sagen: Ja, was würde denn das machen, wenn auf solch einem Kreisgebiete Menschen von verschiedenen Gebieten zusammenkommen könnten? - Darauf kann ich nichts anderes sagen als: Die Weisheit und Ordnung des Herrn geht durchaus tiefer allenthalben, als sie ein Mensch mit seinem geringen Verstandespfunde ermessen kann. Man könnte aber auch sogar auf eurer Erde fragen, warum sich auf diesem kleinen Weltkörper die Nationen, welche auf ihm leben, nicht also bunt durcheinander mengen wollen, wie das Gras und Kräuterwerk auf einer Wiese? - Ihr werdet mir zur Antwort geben:

17. Weil die Nationen verschiedene politische und moralische Verfassungen haben, welche sich durchaus nimmer vergleichen können. Es kann zwar jede für sich in ihrer strengen Ordnung gar wohl bestehen; aber alle auf einem Haufen beisammen würden eine noch viel grässlichere Disharmonie bewerkstelligen, als so man alle Pfeifen einer Orgel möchte zu gleicher Zeit tönen machen.

18. Die Antwort ist gut. Aus ihr aber könnt ihr auch gar leicht entnehmen, wie es auf einem solchen immensen Weltkörper zuginge, wenn auf ihm die grossen Nationen sich also berühren könnten, wie sich die kleinen Nationen der Erde allenfalls berühren können. Mehr brauche ich euch in dieser Hinsicht nicht zu sagen. Damit ihr aber solches noch gründlicher verstehen möget, wollen wir auch diesmal sogleich auf ein anderes Kreisgebiet übergehen, und ihr werdet da einen sehr bedeutenden Unterschied, von diesem Kreisgebiete aus betrachtet, finden. Und so denn machen wir uns auf die Reise nach der Richtung eures Wollens.


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