GSO2-25

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Hauptseite Die geistige Sonne GSO2-25 Kapitel

Mitteilungen Jesu Christi über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.


Kapitel 25 - Unterschied zwischen Kindern der Sonne und Gotteskindern.


1. Unser Ältester erhebt wieder seinen Stab und öffnet seinen Mund. Was wird er nun wohl sprechen zu seinen Kindern? Selbstanhören wird auf diese Frage die beste Antwort geben; und so hören wir denn, wie er spricht. Seine Worte lauten:

2. Meine lieben Kinder und Kindeskinder! Ihr habt euch versammelt vor dem Altare, auf dem noch die Flamme Gottes lodert. Ein würdig Lob habt ihr dem Allmächtigen dargebracht; darum spricht der Geist Gottes aus der Flamme zu uns:

3. Dem Grossen bin Ich gross, dem Kleinen klein, dem Starken stark und dem Schwachen schwach; aber in dieser Schwäche ruht eine geheime Stärke, welche mächtiger ist als alle Kraft der Grossen. Wer barmherzig ist, dem bin auch Ich barmherzig; wer Gutes tut, dem solle Gutes getan werden. Dem Herrn bin Ich ein Herr; aber dem Diener ein Knecht. Der Weise mag nicht mit Meinem Lichte spielen; aber dem Einfältigen soll alle Flur Meiner göttlichen Fülle offen stehen. Der da ist voll Verstand, für den wohne Ich im unzugänglichen Lichte; aber mit dem Törichten vor der Welt und ihrem Glanze will Ich wie ein Bruder einhergehen. Die Kinder der Sonne haben grosse Macht, ihr Hauch ist stärker, denn der kleinen Erdkörper grösster Sturm, und vor ihren Gedanken beugt sich ihre Welt und treibt neue Flammen aus ihren weiten Triften. Die aber Meine Kinder sind und sein wollen, müssen schwach sein, und ihre Schwäche muss erst eine Kraft werden in Mir. Die Kinder der Sonne mögen Mich anbeten in ihrem Lichte; aber Meine Kinder beten Mich an in ihrem Feuer. Die Kinder der Sonne sind, was sie sind; aber Meine Kinder dürfen nicht bleiben, was sie sind, sondern sie müssen verzehrt werden, damit sie in ihrer Vernichtung erst Das werden, was sie sein sollen.

4. Was wollet ihr Kinder der Sonne? - Ihr habt euren gut gemessenen Teil; wollt ihr mehr, soll euch auch mehr gegeben sein; wollt ihr eine grössere Seligkeit, wie könnt ihr wohl mehr verlangen, als was euch wird nach eurer Erkenntnis und nach eurem Wollen? - Wollt ihr aber Meine Kinder werden, da müsset ihr nicht gewinnen, sondern nur alles verlieren wollen. Denn wie euer Los als Kinder der Sonne ein solches ist, dass ihr euch schmücken könnet mit ewig wachsenden Schätzen und Reichtümern, so ist andererseits, das Los Meiner Kinder, stets ärmer zu werden, und das insoweit, dass sie nicht einmal das eigene Leben als ihnen eigen betrachten dürfen. Und sie müssen stets bereit sein, ihre Liebe, welche der Grund ihres Lebens ist, zahllosen Brüdern zu spenden.

5. Was ihr besitzet, ist euch gegeben zum ewigen, unumschränkten Eigentume; Meine Kinder aber dürfen nichts besitzen, nicht einmal einen eigenen Tisch führen, sondern alles, was ihnen not tut, haben sie nirgends denn bei Mir in Meinem Hause zu nehmen. Ihr seid mächtige Herrn eurer Welt; Meine Kinder aber müssen sein arme Knechte, sie müssen arbeiten mit ihren Händen. Wenn sie sich aber etwas erarbeitet haben, da dürfen sie es nicht behalten als ein Eigentum, sondern es sobald einbringen in Mein Haus, allda Ich es dann erst jedem gebe, was er liebegerechtermassen notwendig bedarf. Ihr wohnet in Palästen, die an Glanz und grosser Pracht alles Erdenkliche überbieten; Meine Kinder aber müssen Hütten bewohnen, vor deren Niedrigkeit und gänzlicher Glanzlosigkeit euch schaudern würde. Aber Meine Kinder sind dennoch Meine Kinder und sind bei Mir allezeit, und tun allzeit nach Meinem Willen, welcher endlos mächtig ist den Mächtigen, aber auch endlos sanft den Kleinen und Schwachen.

6. Wollt ihr Meine Kinder werden, so müsset ihr solches bedenken und alle Vorteile eures Lebens auf ewig fahren lassen. Selbst euer Leben mit seinem klarsten Bewusstsein muss Mir geopfert werden; nichts dürfet ihr behalten als eure gänzlich ausgeleerte Wesenheit. Denn also, wie ihr seid, seid ihr wohl auch Gefässe des Lebens, welches ausgeht aus Meinem Lichte; aber als Meine Kinder müsstet ihr zur Wohnstätte Meines eigenen ewigen Geistes werden, und dieser kann nicht wohnen in der Flüchtigkeit eures Lichtes, sondern nur in der grossen Festigkeit, welche gediegen genug ist, um zu widerstehen dem allmächtigen Feuer Meines eigenen ewigen Liebelebens.

7. Euch ziert ein mächtiger Willensstab, und wenn ihr ihn erhebet, da bebt eure grosse Welt unter der grossen Zwangsmacht eures Willens; Meine Kinder aber müssen ein schweres Querholz auf ihre Schultern lagern, welches sie zu Boden drückt und ihnen den Tod gibt, über welchen ihre kleine Welt mächtig jubelt. Erst aus diesem Tode können sie erstehen, werden Mir gleich, und tun dann was Ich tue; nicht aber um zu herrschen gleich euch, sondern um zu dienen allen mit der grössten Liebe, Sanftmut und vollsten Ergebung in Meinen Willen. Meinet ihr, dies ist etwas Geringes, sich zu ergeben ganz in Meinen Willen? - Höret und vernehmet es!

8. Sich zu ergeben vollkommen in Meinen Willen will mehr sagen, als so jemand aus euch die ganze unendliche Schöpfung in seine Faust fassen möchte und spielen damit wie mit kleinsten Sandbröckelchen. Ja es will mehr gesagt haben, als so ihr hinginget an jene weiten Triften eurer Welt, allda aus unermesslich weiten Klüften die allerhöchste Glühkraft der Flammen unaufhörlich wütet und möchte sich einer allda hinabstürzen in den Krater und in sich schlürfen mit einem Zuge die endlos wütende Glutund Flammenmasse. Und dennoch müssen Meine Kinder Meinen unendlich ewig mächtigen Willen bis auf den letzten Tropfen in sich aufnehmen, bevor sie vollkommen Meine Kinder werden können.

9. Ihr beurteilet und kennet die unendliche Macht Meines Willens; wer aus euch kann sich Meinem Willen gegenüberstellen und sagen: Herr! lass mich kämpfen mit Dir? - Wird nicht ein leisestes Fünklein ihn sobald vernichten, als wäre er nie dagewesen? Ja, ein leisestes Fünklein Meines Willens reicht hin, zahllose Sonnenwelten, als da ist diese, die ihr bewohnet, ins Nichts zu wandeln.

10. Wenn ihr aber solches nach eurer Beurteilung klarst erschauet, was wohl werdet ihr dazu sagen, so Ich es euch aus Meinem Feuer kundgebe, dass es eine Aufgabe ist und eine unerlässliche Bedingung, dass sich Meine Kinder Meinen Willen müssen vollkommen untertan machen? Um aber diese für euch unaussprechlich grosse Aufgabe zu lösen, müssen Meine Kinder oder diejenigen, welche Meine Kinder werden wollen, in ihre Freiheitsprobeperiode fortwährend die Last Meines Willens tragen lernen und müssen durch das Feuer Meines Eifers unter vieler Angst und Qual sich gänzlich verzehren lassen, damit sie dadurch dem endlosen ewigen Feuer Meines Willens für ewig verwandt werden. Und gar viele, welche diese Probe in ihrer gesonderten Freiheitsperiode nicht bestanden haben, werden sich dann nach ihrer Umänderung gefallen lassen müssen, für euch undenklich lange Zeitperioden sich im Feuer Meines Willens zu reinigen, und sich dasselbe mit schwerster Mühe angewöhnen, bevor sie zur grössten Geringheit unter Meine vollkommenen Kinder werden können aufgenommen werden.

11. Was wollet ihr nun? Wollet ihr bleiben? oder wollt ihr im Ernste Meine Kinder werden? - Sehet, noch lodert der kleine Funke Meines Willens am Altare. Wollet ihr bleiben, so bleibet, wollt ihr aber zur Kindschaft gelangen, so leget eure Hände auf den Altar! -

12. Sehet, also hat unser Ältester aus der Flamme allen vorgelesen. Was aber sprechen nun die Kinder auf diese Vorlesung? - Sie sprechen: Grosser Gott! Es muss freilich wohl etwas Unendliches sein, ein Kind von Dir zu werden, aber wenn Dein Wille noch heftiger ist, als die endlose Glut, welche unsere Welt trägt in ihren weiten Schlünden, wer mag demnach solche ertragen und leben dabei? - Daher lass uns bleiben, was wir sind, und lass Dir allzeit ein Opfer bringen von unserer Weisheit! Nehme daher die Schreckensflamme auf Deinem Altare wieder zurück und lass uns ziehen und leben in unserem Frieden!

13. Aus der Flamme ertönt nun ein Wort: Also geschehe nach eurem Wollen. Dennoch aber solle allzeit das Holz auf dem Altare liegen; denn Ich will die Wege erhalten, auf denen Meine grosse Liebe und Erbarmung wandelt.

14. Wisset aber, dass es bei Mir ein Leichtes ist, das euch schwer dünkt, und etwas Hartes, was euch leicht dünkt. Euch ist zwar lieber eure herrschende Freiheit, aber Ich habe dennoch allein nur Mein Wohlgefallen an der Einfalt und dienlich untergeordneten Knechtschaft Meiner Kinder; denn es gibt keinen Herrn, dem da ein anderer Herr lieber wäre denn sein eigener Knecht, der ihm allzeit ist ein getreuester Diener. Daher gibt der eine Herr dem andern nur den bedungenen Pflichtteil; aber der Knecht wird belohnt von seinem Herrn. Meine Kinder aber sind auch Meine Knechte; daher haben sie auch Meinen Lohn als Knechte und Mein Erbe als Kinder! - Solches bedenket allzeit; und wenn einmal wieder das neue Holz auf eurem Altare wird zu flammen anfangen, so bedenket, dass ein Vater besser ist als ein Herr! - Nun aber ziehet in euren Frieden, und die Flamme Meines Willens erlösche, damit der eure herrsche auf eurer Welt! Jedoch bis hin zu jenen Gebieten, da Mein Wille lodert aus endlosen Tiefen heraus; dahin wage sich keiner. Denn nur der fruchtbare Boden bleibe euch untertan; aber die Flamme sei Mein. Amen!

15. Nun sehet, die Flamme am Altare ist erloschen. Der Älteste senkt seinen Stab, und die gesamte Bevölkerung dieses Palastes zieht hinaus ins Freie, um sich nach dieser grossartigen Lektion neu zu stärken. Wir aber ziehen auch wieder hinaus, und von da fürbass zu einem anderen Orte.


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