GSO2-19

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Hauptseite Die geistige Sonne GSO2-19 Kapitel

Mitteilungen Jesu Christi über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.


Kapitel 19 - Ein neuer Ort - Herrlicher Prachtbau auf einer Anhöhe.


1. Ich sollte euch zwar fragen, wie euch dieser neue Ort gefällt. Allein, da ich nun auf eurem Grund und Boden mit euch einhergehe, so kann ich solches aus der guten Ordnung der Dinge nicht wohl tun, indem doch der Fremdling, so er zu einem Hausbesitzer kommt, denselben nicht fragen kann, wie ihm sein Eigentum gefalle; wohl aber kann der Hausbesitzer solch eine Frage an den Fremdling stellen. Doch ihr möget mich hier noch nicht fragen um solches, da ihr selbst noch stark Fremdlinge in eurem Eigentume seid; daher muss ich denn doch die Ordnung umkehren und euch die Frage geben, die ihr eigentlich mir geben solltet.

2. Dies wäre einerseits wohl gut; aber ich sehe einen anderen Haken, und dieser besteht in der noch sehr mangelhaften geistigen Beschauung in euch, deretwegen ihr auf meine Frage eben nicht die erspriessliche Antwort zuwege bringen dürftet. - Was wird denn da wohl zu tun sein? Wir wollen gleich einen Mittelweg finden, auf welchem wir uns darüber verständigen werden, und dieser Weg wird darin bestehen, dass wir die Frage ganz weglassen und sodann zu einer beschaulichen Erörterung übergehen.

3. Nun sehet denn, dieser neue Ort ist fürwahr noch um bedeutendes herrlicher als es der erste war. Auf einer ziemlichen Berghöhe steht ein überaus prachtvolles Gebäude. Die Wände sind von lauter durchsichtigem Golde, die Säulengänge vor den Wänden bestehen aus diamantenen und Rubinensäulen, das Dach des überaus grossen Gebäudes bildet eine Kaiserkrone, welche mit grossen, allerfeinsten Edelsteinen besetzt ist.

4. Von der Ebene den Berg hinan bis zum ersten Säulengange führt eine breite Stiege, deren Staffeln aus undurchsichtigem Golde angefertigt sind. Die Geländer beiderseits der Staffeln bestehen aus lauter Pyramiden, welche von Spitze zu Spitze mit Ketten von rotem Golde miteinander verbunden sind.

5. In der Mitte einer jeden Pyramide ist ein weisser, runder Sonnenstein eingefügt, welcher im Ernste einen unbeschreiblich schönen Glanz von sich wirft; und zwischen je zwei Pyramiden hinter der Kette steht ein prächtig ausgewachsener Pappelbaum, dessen Blätter wie mit Gold eingefasste grüne allerfeinste Sammetstreifchen spielen, und ein Baum ist so gross wie der andere.

6. Und zugleich bemerke ich auch, dass über die breite Treppe herab noch obendrauf drei bei einer Klafter breite Sammetstreifen, zwei von grüner und in der Mitte ein einzelner von der schönsten roten Farbe, also gezogen sind, dass sie sich in den Staffeln gehörig fest anliegend stufenmässig mit den Staffeln selbst einfurchen.

7. Diese Treppe geht nicht in einem Zuge von Staffel zu Staffel fort, sondern wie ich bemerke, so hat sie von je dreissig zu dreissig Staffeln einen sehr geräumigen Absatz, über welchem sich obendrauf noch ein herrlicher Triumphbogen angebracht befindet. Der Triumphbogen besteht, wie ich sehe, über die ganze Breite der Stiege aus je dreissig diamantenen Säulen, welche zu oberst mit Bögen aus den überaus stark von selbst leuchtenden Sonnensteinen verbunden sind.

8. Über den Bögen aber ist erst eine Galerie angebracht, auf welcher sich gar herrlich herumwandeln lassen muss. Und wie ich bemerke, so ist die Galerie abwechselnd aus lauter Rubinen und Smaragden erbaut. Fürwahr, das will ich doch eine wahrhaft sonnenkaiserliche Pracht nennen!

9. Und da sehet nur wieder noch einmal hin; der ganze vollkommen runde Berg, der da einer ziemlich flachen, aber zu oberst stumpfen Pyramide gleicht, ist an seinem Fusse von einem herrlichen bei hundert Klaftern breiten Wasserkanale umgeben. Der ganze Kanal ist künstlich angelegt und durch und durch gepflastert mit dem feinsten weissen Marmor, und die beiden Ufer sind mit goldenen Geländern eingefasst. Die Wege zu beiden Seiten des Geländers sind blank gepflastert mit Jaspis, und der Weg ist an der Seite, welche vom Kanale abgewendet ist, mit den herrlichsten Fruchtbäumen besetzt.

10. Hier, wo die Treppe oder die Stiege über den Berg hinaufgeht, ist eine überherrliche Brücke aus rotem Marmor angefertigt. Das kunstvoll mit Zieraten versehene Geländer besteht aus weissem Golde, und seine Zieraten sind besetzt mit vielen und kostbaren Edelsteinen. Aber das Herrlichste sind die spitzigen Obelisken, ein jeder aus der Mitte des Wassers im Kanale bei dreissig Klaftern hoch emporgehend. Der Obelisk ist aus Topas, und in der Höhe schiesst ein noch einmal so hoher Wasserstrahl empor und fällt in zahllosen strahlenden Perlen wieder in den weiten Kanal herab. Und da sehet ins Wasser, wie dasselbe belebt ist von allerlei strahlenden Fischchen; fürwahr, das ist eine grosse Pracht!

11. Wir wollen uns aber nun über die Stiege hinaufbegeben und unser prachtvolles Gebäude auf dem Berge in einen näheren Augenschein nehmen. Über diese Stiege geht es sich wirklich sehr bequem und sanft. Da sehet nur wieder einmal her, wir haben die erste Ruhestelle erreicht.

12. Blicket auf den Boden; sein Grund ist blau, und in diesem blauen Grunde sind weissglänzende Sterne eingelegt, und die ausserordentliche Reinlichkeit übertrifft ja alles, was man sich nur denken kann!

13. Gehen wir weiter; da sehet die zweite Ruhestelle. Diese hat einen grünen Bodengrund wie aus einem Stück poliertem Smaragde, und aus seiner Oberfläche erglänzen in der schönsten Ordnung rosenrote Sterne.

14. Gehen wir aber nur weiter; da sehet die dritte Ruhestelle. Der Boden ist rot wie Karmin, aber glänzend wie Rubin, und in der schönsten neuen Ordnung erglänzen auf seiner Oberfläche hellgrüne Sterne. Gehen wir noch weiter; da ist schon die vierte Ruhestelle. Sehet diesen Boden an; er ist violett wie aus Amethyst, und in seiner Oberfläche erglänzen in der schönsten Ordnung lichtblaue Sterne.

15. Gehen wir wieder weiter; da ist schon die fünfte Ruhestelle. Da sehet den Boden; er ist gelb wie ein Topas, und von seiner Oberfläche erglänzen karminrote Sterne. Gehen wir aber nur weiter; da seht, wir sind an der sechsten Ruhestelle. Der Boden ist dunkelgrün, und die Sterne, die von seiner Oberfläche erglänzen, schillern mehrfarbig wie geschliffene Diamanten.

16. Gehen wir aber nur weiter; da ist schon die siebente Ruhestelle. Da seht einmal diesen Boden an; dunkelrot wie der Sammet eines Kaisermantels, und dunkelorangegelbe Sterne glänzen beinahe unerträglich stark auf seiner Oberfläche und geben dem roten, durchsichtigen Boden eine ganz sonderbar geheimnisartige Beleuchtung. - Nein, ich muss es sagen, ich hätte alles eher erwartet, als eine solche Pracht in euch. Es gibt noch eine Menge solcher Ruheplätze über uns hinauf; es dürften deren wohl noch bei dreiundzwanzig sein.

17. Doch gehen wir nun alle in einem Zuge durch, denn ich bin beinahe schon müde geworden von der Anschauung der grossen Pracht. - Wir haben nun einen schnellen Zug gemacht und stehen unter dem ersten Bogengange, welcher mit lauter diamantenen Säulen unterstützt ist.

18. Betrachtet einmal diesen Gangboden zwischen den Säulen; er bildet einen hellstrahlenden Regenbogen, und eine jede Farbenlinie ist mit entsprechend hellglänzenden Sternen besetzt. Fürwahr eine überhimmlische Pracht!

19. Und da sehet, ausserhalb dieses Bogenganges, mehr dem Gebäude zu, erhebt sich eine allgemeine Rundtreppe, bestehend aus dreissig Staffeln. Diese sind aus lauter Smaragd und sind abermals eingelegt mit hellrot glänzenden Sternen und seht, oberhalb dieser dreissig allgemeinen Rundstaffeln befindet sich schon wieder ein zweiter Bogengang, unterstützt mit Säulen von dem allerkostbarsten glänzenden Sonnensteine. Die Bögen über den Säulen sind aus lauter Rubinen und das Geländer über den Rubinbögen aus grünem Golde. Und da seht den Boden an; dieser ist von himmelblauer Farbe wie aus gleichfarbigen Hyazinthen zusammengefügt und ist abgeteilt in sieben Reihen nacheinander fortlaufender rot und grün glänzender Sterne.

20. Wir sind diesen Bogengang hindurch. Da sehet, abermals eine Rundstaffelei, bestehend aus wieder dreissig Staffeln, über welche man auf das weite Plateau des Berges gelangt, auf dem das eigentliche Prachtwohngebäude erbaut ist. Die Staffeln sind ebenfalls aus Hyazinthsteinen angefertigt und sind auch durch und durch mit rot und grün leuchtenden Sternen geziert.

21. Nun sind wir erst auf dem eigentlichen Hauptplateau, aber da seht einmal diese Pracht an! Das Plateau, so eben und glänzend wie die Fläche eines geschliffenen Diamanten, ist von azurblauer Farbe und ist in wunderbar schönen Reihen besetzt mit verschiedenfarbig glänzenden Sternen. Es hat von diesem Rande bis zum Hauptgebäude hin einen Durchmesser von noch hundert Klaftern. Fürwahr, diese Pracht ist beinahe unaussprechlich zu nennen!

22. Aber jetzt sehet erst einmal das Hauptgebäude an! Es ist ein Rundgebäude aus drei Stockwerken bestehend, davon ein jedes eine Höhe von dreissig Klaftern hat, und die Wände bestehen aus lauter aneinandergereihten Säulen. Ein jedes Stockwerk erglänzt in einer andern Farbe, und die Stockwerke sind durch die herrlichsten Galerien nach aussen hin voneinander unterschieden.

23. Und da sehet, innerhalb der Säulenreihen ist erst eine kontinuierliche Wand erbaut von dem allerkostbarsten weissen, von selbst leuchtenden Sonnensteine; - die Pracht, die Pracht! Die äussere Säulenwand besteht im ersten Stockwerke aus Smaragd; die Säulenwand des zweiten Stockwerks aus lauter Rubin, die Säulenwand des dritten Stockwerkes aus lauter Hyazinth. Wie herrlich bricht sich da das mächtige Licht der inneren kontinuierlichen Wand durch diese Säulenreihen der äusseren Wand! Man glaubt ja, alle zahllosen Farbenabstufungen im hellsten Glanze zu erschauen. Fürwahr, da ist der Pracht zu viel auf einen Punkt zusammengedrängt.

24. Es hat zwar wohl dem Anscheine nach das Gebäude bei siebentausend Klaftern im Umfange, wobei das Auge einen hinreichenden Übersichtsraum gewinnt; aber man wird bei dem überprachtvoll herrlichen Anblicke im Ernste wonnemüde. - Daher wollen wir uns auch sogleich für unsern Hauptzweck in das Innere des Gebäudes begeben und sehen, wie es dort aussieht. -


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