GSO2-117

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Die geistige Sonne GSO2-117 Kapitel

Mitteilungen Jesu Christi über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.


Kapitel 117 - Himmel und Hölle - Polaritäten im Menschen.


1. Man wird hier sagen: Es ist allerdings sehr wahrscheinlich, dass die Sache am Ende eine solche Wendung nimmt und jede dem Geiste versetzte Wunde in dessen absolutem Zustande offenbar wird und reagiert. Aber nach der Grunderläuterung der Fundamentalhölle sehen wir noch immer nicht ein, wie dergleichen Reminiszenzen auf dieser Welt beleidigter Liebe sich dann im absoluten geistigen Zustande als Grundhölle beurkunden sollen. Denn es gibt ja doch nicht leicht einen Menschen auf der Erde, der nicht ähnliche Kränkungen entweder selbst erlitten hat oder Ursache derselben war. Nimmt man aber das an, dass sich im absolut geistigen Zustande solche lebhafte Erinnerungen als grundhöllisch beurkunden, so möchten wir im Ernste wissen, wieviel Menschen eines ganzen Jahrhunderts in den Himmel gelangen?

2. Wie kann solches dem Menschen auch zu einem so verdammlichen Gerichte gereichen, wenn er sich in einem höchst passiven Zustande gegen eine göttliche Ordnung versündigen muss, die in sich aufrecht zu halten ihm die dazu erforderliche Kraft vielfacher Erfahrung gänzlich mangelt?!

3. Gut, sage ich, wer mir solchen Einwurf macht, den ersuche ich, das Frühere etwas gründlicher durchzugehen. Er wird da dargetan finden, wie ich durchaus nicht darstellte, wer in die Hölle kommt und wie viele; sondern lediglich nur das jedermann kundtue, was bei den Menschen rein Hölle in ihrer Erscheinlichkeit ist. Denn auf der ganzen Erde gibt es keinen so vollkommenen Menschen, der nicht ebensogut die ganze Hölle vom Grunde aus in sich trüge, als wie er in sich trägt den ganzen Himmel.

4. Wie ich aber zuvor hinreichend dargetan habe, was im Menschen der Himmel ist und wie dieser in ihm geschaffen und fortgepflanzt wird, ebenso muss ich ja auch zeigen, wie im Menschen die Hölle geschaffen und fortgepflanzt wird.

5. Es wäre traurig und höchst unbarmherzig, wenn ein Mensch aus dem Grunde, weil er das vollkommen erscheinliche Bild der Hölle in sich trägt, auch schon ein Bewohner derselben sein sollte. Wäre das der Fall, so müssten auch alle Engel höllische Geister sein; denn auch sie tragen das vollkommene Bild der Hölle erscheinlich in sich. Wäre das nicht der Fall, da wäre es keinem Engel möglich, je in diesen Ort einzudringen und da die empörten Geister zur Ruhe zu bringen. Ich selbst könnte euch die Hölle nicht zeigen und enthüllen, hätte ich sie nicht vollständig in mir. Zudem wäre das für die Bewohner des Himmels auch sehr gefährlich, so sie nicht das entsprechende erscheinliche Bild der Hölle in sich hätten, indem sie da nicht erschauen könnten, was die Hölle alles gegen sie unternimmt.

6. So aber kann kein Geist in der ganzen Hölle irgend etwas unternehmen, was wir nicht augenblicklich in uns zu erschauen vermögen.

7. Zugleich verhalten sich Hölle und Himmel in den Menschen wie die zwei entgegengesetzten Polaritäten, ohne die kein Ding existierbar gedacht werden kann.

8. Und so dient das zu jedermanns Kenntnis, dass hier durchaus nicht davon die Rede ist, wer in die Hölle kommt, denn das hiesse die Menschheit auf der Erde richten, sondern allein davon, was die Hölle in sich selbst ist.

9. Dass aber dergleichen Liebeveruntreuungen in sich selbst rein Hölle sind, kann ein jeder daraus ersehen, dass diese Veruntreuungen Eigenliebe und Herrschsucht zum Fundamente haben.

10. Denn was ist die Eifersucht anderes als die Erweckung der Eigenliebe, der Selbst- und Herrschsucht? Der Eifersüchtige ist nicht darum eifersüchtig, weil etwa sein erwählter Gegenstand zu wenig Liebe hätte, sondern nur darum, weil er selbst in seiner Forderung verkürzt wird und seinen Wert zu gering angesetzt findet in demjenigen Gegenstande, von dem er eben die höchste Achtung erwartete.

11. Frage: Ist das nicht der ganz entgegengesetzte Pol von dem Zustand, wo man seiner selbst aus Liebe zu seinem Nächsten was immer für eines Geschlechtes gänzlich vergessen soll, um sich ganz zum Wohle seines Nächsten bereit zu halten?

12. Wie aber kann ein jeder Mensch diese Grundhölle in sich unterjochen, sie nicht aktiv, sondern rein passiv machen?

13. Das ist überaus leicht. Man vergebe dem beleidigten wie dem beleidigenden Teile von ganzem Herzen im Namen des Herrn und segne den Beleidigten wie die Beleidigenden ebenfalls im Namen des Herrn (es versteht sich von selbst, dass solches alles vollernstlich geschehen muss) - und die ganze Hölle ist im Menschen schon unterjocht!

14. Ich sage euch, fürwahr, ein reumütiger Blick zum guten Vater genügt, um der Hölle für alle Ewigkeit zu entrinnen! - Sehet an den Missetäter am Kreuz, er war ein Räuber und Mörder; aber da blickte er zum Herrn empor und sprach mit grosser, schmerzlicher Zerknirschung seines Herzens: „O Herr! Wenn Du in Dein Reich kommst und wider uns grosse Missetäter zu Gerichte ziehen wirst, da gedenke meiner und strafe mich nicht zu hart für meine grossen Missetaten, die ich verübt habe!“

15. Und sehet, der grosse, allmächtige Richter sprach zu ihm: „Wahrlich, heute noch sollst du bei Mir im Paradiese sein!“

16. Aus diesem wahrhaftigen Begebnisse kann doch hoffentlich ein jeder nur einigermassen gläubige Christ entnehmen, wie überaus wenig es im Grunde bedarf, um die ganze allerunterste, mächtigste Hölle auf ewig zu unterjochen.

17. Das Beispiel des samaritischen Weibes am Jakobsbrunnen, das mit sieben Männern gebuhlt hatte, ist obigem Beispiele gleich, wo der Herr zu ihm spricht: „Weib, gib Mir zu trinken!“ Und wieder: „Wenn du wüsstest, wer Der ist, der zu dir spricht: Weib, gib Mir zu trinken, so würdest du zu Ihm sagen, dass Er dir vom lebendigen Wasser zu trinken gebe, auf dass dich ewig nimmer dürste!“ Also lauten die Worte getreu, wie sie an Ort und Stelle gewechselt wurden.

18. Wer aber sieht hier nicht, welchen geringen Ersatz der Herr von dieser Sünderin für die Hingabe des Himmelreiches verlangt - bloss einen Trunk Wassers! Also ist auch einem jeden nur einigermassen in der Schrift bewanderten Christen das Begebnis mit der Ehebrecherin und das Leben der Maria Magdalena bekannt. Der ersteren Schuld schreibt der Herr zweimal in den Sand und Magdalena durfte Ihm die Füsse salben und war diejenige, zu der der Herr nach Seiner Auferstehung zuerst kam! Ebenso zeigt der Herr auch beim verlornen Sohne und im Suchen des hundertsten verlornen Schafes, wie wenig Er von dem Sünder zur Erlangung der Gnade und Erbarmung verlangt!

19. Darum wollen wir hier auch nicht kundtun, wer in die Hölle kommt, sondern nur, wie die Hölle in sich selbst beschaffen ist. -


Hauptseite Die geistige Sonne GSO2-117 Kapitel