GSO2-111

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Hauptseite Die geistige Sonne GSO2-111 Kapitel

Mitteilungen Jesu Christi über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.


Kapitel 111 - Leib, Geist, Lebensprinzip.


1. Wenn man aber diesen Hauptgrund der Hölle gründlich erschauen will, so muss man ihn zuerst dort erschauen, wo das jeweilige Licht des Auges für die Eindrücke empfänglich ist, und von diesem Gesichtspunkte dann auch mittels geistiger Wendung auf das Geistige entsprechendermassen folgerecht schliessen. Will man aber das, so muss man zum voraus als unabänderlich bestimmt annehmen und einsehen, dass die Lebensverhältnisse und die Äusserungen derselben unter einem und demselben ewig unveränderlichen Herrn stets ein und dieselben sind. Mit anderen Worten gesagt:

2. Der Mensch lebt im Geiste genau auf ein Haar genommen eben also fort, wie er mit seinem Leibesleben, welches nur ein Mit- oder Mittelleben ist, hier auf der Erde lebt.

3. Man wird hier sagen: Das klingt sonderbar. Damit scheint es nicht seine völlige Richtigkeit zu haben, denn das geistige Leben muss doch sicher etwas anderes sein und muss unter ganz anderen Verhältnissen gedacht werden als das naturmässige Leben.

4. Ich aber sage: Wer also spricht, der hat sicher noch keine Ahnung davon, wie er naturmässig lebt. Frage:

5. Lebt bei Leibesleben der Leib oder der Geist? Was ist das Prinzip des Lebens? Ist es der Leib oder der Geist? Ich meine, wer nur etwas klarer zu denken vermag, wird die Prinzipien des Lebens nicht im Leibe, sondern allein im Geiste suchen. Denn wären die Lebensprinzipien im Leibe, so wäre der Leib unsterblich. Der Leib aber ist sterblich, somit kann er auch nicht die Grundfesten des Lebens in sich haben, sondern nur der Geist, der unsterblich ist. Das Leben des Leibes ist daher nur ein durch das Leben des Geistes bedingtes. Der ganze Leib verhält sich passiv und völlig negativ zum Geiste. Daher ist des Leibes Leben auch nur ein erregtes Mitleben, gerade also, wie irgendein Werkzeug in der Hand eines Handwerkers passiv wirkend mitlebt, solange es der Handwerker in seiner lebendigen Hand dirigiert. Lässt er es aber fallen oder legt er es zur Seite, dann hat es mit dem Mitleben des Werkzeuges und mit seiner effektiven Tätigkeit ein Ende.

6. Wer wird wohl so toll und dumm sein und etwa den Satz aufstellen wollen: Der Handwerker muss sich nach den Verhältnissen des Werkzeuges richten, - statt das ganz Klare einzusehen, dass nur der Handwerker sich brauchbare Werkzeuge nach seinem Bedürfnisse wie nach seinem Verhältnisse verfertigt. Wenn also der Werkmeister die Verhältnisse des Werkzeuges nach seinem Verhältnisse bestimmt, so wird es etwa doch auch klar sein, dass die Verhältnisse des mitlebenden Leibes von denen des lebendigen Geistes abhängen, aber nicht umgekehrt.

7. Und so lebt der Geist allzeit allein aus seinen eigenen Lebensprinzipien und in seinen eigenen Lebensverhältnissen, an denen der Leib so wenig zu ändern vermag, wie das tote Werkzeug an den Verhältnissen des Handwerkers.

8. Wenn aber jemand einem Handwerker zusieht, wie er sein Werkzeug gebraucht, und hat Einsicht in den Plan, was der Handwerker mit dem Werkzeug hervorbringen will, kann der wohl vernünftigerweise behaupten und sagen: Es muss am Ende durch den Gebrauch des Werkzeuges doch etwas ganz anderes zum Vorschein kommen und müssen sich ganz andere Verhältnisse mit dem Produkte entwickeln, als wie sie in der klaren Absicht des Werkmeisters laut des vorliegenden Planes liegen? Wäre das nicht eine unsinnige Behauptung? Sicher, denn was da in Erscheinung tritt, ist doch der Effekt des lebenden Werkmeisters, nicht aber des Werkzeuges.

9. Also ist auch das Lebensverhältnis des Geistes stetig, ob im oder ohne Gebrauch des werkzeuglichen Leibes. - Und wer demnach die Hölle hier gründlich beschauen will, der beschaue sie hier unter demselben Verhältnis im Leibesleben wie einst im absoluten geistigen. Denn die Hölle ist auf der Welt von Zug zu Zug genauso gegenwärtig, wie sie im absoluten geistigen Zustande sich beurkundet. Nichts mehr und nichts weniger gibt es weder hier noch dort. Und in diesem Bilde werden wir sie auch am klarsten und effektvollsten beschauen.

10. Um aber das eigentliche Bild der Hölle für jedermann auf dieser Welt noch klarer und anschaulicher zu machen, wollen wir voraus noch den sehr kleinen Unterschied zwischen dem naturmässigen und dem geistig absoluten Lebensverhältnis der Menschheit dartun, und das soweit möglich auf eine handgreifliche Weise.

11. Stellet euch einen Schreiner vor. Dieser hat einen Kasten zu verfertigen. Zu dessen Verfertigung bedarf er mehrerer euch bekannter Werkzeuge. Er arbeitet fleissig und wird in etlichen Tagen mit seinem Kasten fertig. Dazu war besonders sein Trieb, der ihn zum Fleisse anspornte, der Grund. Warum war er denn fleissig und gehorchte seinem innern Triebe? Weil er des Nutzens wegen den Kasten sobald als nur möglich fertigmachen wollte. Frage aber weiter: Woher rührt denn dieser Trieb, was ist sein Grund? Dieser Trieb rührt her von der schöpferischen Fähigkeit des Geistes. Wie denn? Der Geist hat in sich die Eigenschaft, das, was er in seiner Idee geschaffen hat, auch sogleich objektiv zu realisieren.

12. Im absolut geistigen Zustande kann er das, denn was er denkt, ist auch da. Aber in Verbindung mit seinem ihn hemmenden Leibe kann er das mit der äusseren Materie nicht. Daher muss er seinen Leib als das Werkzeug zur sukzessiven Tätigkeit antreiben, um auf diese Weise dann seine Idee nach und nach zu realisieren. Diese Einrichtung ist vom Herrn darum also getroffen, damit der Geist sich in diesem Leben bei jeder möglichen Gelegenheit vor allem in der allernotwendigsten Eigenschaft alles Lebens übe. Diese Eigenschaft, als die Mutter der Demut, heisst die göttliche Geduld. Denn das muss ein jeder nur ein wenig reif Denkende einsehen, dass die Geduld für das ewige Leben umso notwendiger ist, als dieses Leben kein Ende hat. Schon für das naturmässige Leben ist sie ja der Grund aller guten und grossen Wirkungen, und dieses Leben ist nur ein vergängliches.

13. Könnte unser Schreiner seinen Kasten sogleich erschaffen, wie er ihn in seiner Idee sich vorgestellt hat, so wäre ihm das sicher lieber. Wo bliebe aber da die über alles wichtige Übung in der Geduld und wo die wechselseitige äussere naturmässige Sicherheit, wenn in dieser materiellen Welt dem noch an seinen Leib gebundenen Geiste seine ursprüngliche schöpferische Eigenschaft unbeschränkt zu Gebote stünde?

14. Nach der Ablegung dieses Leibes bekommt zwar ein jeder Geist diese Eigenschaft wieder, allein nur der Gute reell wirksam, der Böse phantastisch und chimärisch; denn wie sein Grund, so seine Wirkung.

15. Nun sehet, in diesem vorgeführten Beispiel ist der Unterschied zwischen dem naturmässigen und dem absolut geistigen Leben handgreiflich dargetan, welcher also darin besteht, dass der Geist im naturmässigen Leben seine Ideen nur langsam und nie vollkommen zu realisieren imstande ist, weil ihn darin seine grobe Materialität, mit der er umkleidet ist, hindert, während er im absoluten Zustande seine Idee plötzlich realisiert haben will. Der Wille ist immer derselbe, ebenso die Idee, nur die Ausführung ist im naturmässigen Leben beschränkt. Und so ist diese Beschränkung der einzige Unterschied zwischen den beiden Leben. Sonst ist kein Unterschied vorhanden. Dass dieser Unterschied in der Materie haftet, braucht kaum erwähnt zu werden. - Da wir nun solches handgreiflich und sonnenklar kennen, so wollen wir sogleich so ganz eigentliche Bilder der Fundamentalhölle anführen.


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