GSO2-11

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Hauptseite Die geistige Sonne GSO2-11 Kapitel

Mitteilungen Jesu Christi über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.


Kapitel 11 - Das ganze Universum und der Himmel ist in euch!


1. Johannes: Vermöget ihr hier etwas zu denken? Ihr bejahet solches. So denket euch denn einen Gegenstand, was immer euch beliebt; suchet nicht lange, sondern nehmet das nächste beste. Wenn ihr aber den Gedanken habt, da haltet ihn fest und lasset ihn nicht weiter.

2. Ihr habt einen Gedanken gefasst; was ist sein Bild? Ihr saget: Es ist ein einziger Stern, den wir uns jetzt denken. Gut, sage ich euch; stellet euch den Stern so recht lebendig vor, lasset ihn nicht aus und saget mir dann, wie euch der Stern vorkommt.

3. Ihr sprechet: Je fester wir ihn fassen, desto grösser und leuchtender kommt er uns vor. Wieder gut, sage ich euch; fasset ihn noch tüchtiger und fixieret ihn mit den Blicken eurer inneren Sehe noch fester. Was sehet ihr jetzt?

4. Ihr saget: Lieber Freund und Bruder, es kommt uns vor, als finge der Stern an auseinanderzugehen gleich einer Blütenknospe im Frühjahre, sein Licht wird noch stärker und mächtiger, und es kommt uns vor, als gewönne der Stern an seinem Flächenraume und ist schon messbar.

5. Abermals gut, sage ich euch; vertiefet euch aber nur noch inniger, machet eure Blicke gross und fest und wollet fest in euch den Stern näher entwickelt haben; dann saget mir, wie euch nach dieser Betrachtung der Stern vorkommt.

6. Ihr saget: Lieber Freund und Bruder, der Stern hat bereits Mondesgrösse bekommen, und sein Licht blendet schon nahe die Sehe unseres Geistes!

7. Wieder gut, sage ich euch. Es ist also; denn ich ersehe den Strahlenglanz eures Sternes ja schon aus euren Augen. Ich aber sage euch nun weiter: Lasset ja den Stern nicht aus, sondern betrachtet ihn inniger und inniger und fester und fester und werdet mächtiger in eurem Wollen, so wird sich der Stern alsbald nach der Macht eures Wollens und Schauens richten. Was erschauet ihr nun?

8. Ich sehe schon, wie ihr voll Erstaunens werdet, denn ihr sehet euren Stern schon so erweitert und vergrössert vor euch, dass ihr mit leichter Mühe grosse, erhabene Einzelheiten desselben ausnehmet. Nun bemerket ihr sogar schon Bewegungen auf der Oberfläche dieses gross gewordenen Sternes. Ihr möchtet zwar schon im voraus wissen, was diese Bewegungen sind und was sich da bewegt. Ich aber sage euch nichts; denn nun sollet ihr selbst alles finden.

9. Fixieret euren Stern nur noch fester und stärker und mächtiget euer Wollen, und es soll sich sogleich zeigen, was diese Bewegungen sind und was sich da bewegt. Was habt ihr denn für Gedanken bei diesen erschauten Bewegungen?

10. Ihr saget: Wir denken dabei an Wolken und an ein wogendes Meer.

11. Ich sage euch: Haltet jetzt auf dem Sterne, den ihr nicht mehr verlieren könnet, auch diese Gedanken fest und saget mir dann, was ihr erschauet.

12. Ihr fraget nun: Lieber Freund und Bruder im Herrn! Wir erschauen nun im Ernste, wie über uns schon sehr nahe stehenden Weltflächen Wolken hin und her ziehen, und zwischen den grossen Landflächen entdecken wir noch grössere Flächen wogenden Meeres. Wir sehen auch schon grosse Unebenheiten der weitgedehnten Ländereien und ersehen leuchtende Inseln inmitten der grossen Meeresflächen; aber weiter können wir noch nichts ausnehmen.

13. Gut, sage ich euch; ziehet euch nun die grossen Ländereien und die grossen Meeresflächen dieses eures Sternes nur näher, und ihr werdet gleich mehreres darauf erschauen. Ich merke schon aus euren Augen, dass ihr meinen Rat befolget. Nun, was erschauet ihr denn nun?

14. Ihr sprechet: Siehe da, das Land ist uns schon äusserst nahe gekommen. Wir entdecken nun schon weitgedehnte Wälder, auch eine Menge zerstreuter Wohnhäuser von einer sehr seltsamen Form sowie grosse Flüsse. Und siehe, nun können wir auch schon kleinere Bäche ausnehmen, und an den Ufern des grossen Meeres entdecken wir auch hier und da wie Städte errichtet; auch Bewegungen auf der Oberfläche des Gewässers wie von allerlei Schiffen können wir entnehmen.

15. Nun gut; was meinet ihr wohl, woher dieses alles kommt? Ihr sprechet: Lieber Freund und Bruder, wir wissen es nicht. Ich aber frage euch: Woher kam denn der Stern? Ihr saget: Diesen dachten wir und hielten ihn dann fest in unseren Gedanken.

16. Nun, wenn der Stern aus euch kam, woher sollte denn seine Entwicklung anders kommen als von euch? Denn als der Stern durch euer Festhalten grösser und grösser ward, da entwickelte er durch seine Grösse in euch den mit der Begierde gefüllten Gedanken, an dem Sterne selbst eine Welt zu erschauen. Diesen Gedanken hieltet ihr dann unwillkürlich mit dem Sterne selbst fest und waret dadurch Schöpfer alles dessen, was ihr nun auf der weitgedehnten Oberfläche dieses Sternes erblicket.

17. Ihr wisset aber, dass ohne Kraft und Gegenkraft ewig nie an eine Wirkung gedacht werden kann. Also sage ich zu euch und frage euch: Warum konntet ihr denn einen Stern anfangs denken? Ihr sehet mich gross an; ich aber sage euch: Weil nicht nur ein sondern gar viele Sterne in eurem Geiste in kleinster Abbildgestalt zugrunde liegen. Aus diesen vielen Sternen habt ihr ein Exemplar aus euch genommen und es euch stets näher und näher beschaulich vorgestellt.

18. Wie war aber die Vergrösserung dieses kleinsten Abbildes möglich in euerem Geiste? Hier kommt es auf die Kraft und Gegenkraft an. Die Kraft liegt in euch, die Gegenkraft ist geschaffen und ewig gefestet von Gott. Wenn ihr die Kraft in euch hervorrufet, was ist da wohl natürlicher, als dass diese in dem Augenblicke des Hervorrufens mit der entsprechenden Gegenkraft aus Gott nach eurem Wollen stets mehr und mehr zusammenstossen muss? Denn die Kraft liegt in euch; die Gegenkraft ist ausser euch; und alles, was ihr demnach in euch hervorrufet, muss dann in Gott seinen ewig vorbildlichen Gegensatz finden. Der Stern als Gegensatz ist erschaffen von Gott, wie er ist in seiner Ordnung, Form und Gestalt; dessen vollkommen ebenmässiges Abbild aber ist auch als abgeleitete Kraft in euch gelegt, weil euer Geist selbst ein Abbild Gottes ist.

19. Nun, wisset ihr aber, auf welche Weise alle Dinge beschaut werden? Ihr saget: Durch das Licht. Gut, sage ich euch; das Licht fällt auch irdischermassen genommen zum grössten Teile hinaus in den unendlich grossen freien Raum. Was erblicket ihr aber bei einem heiteren Tage in der wohlerleuchteten blauen Atmosphäre? Ihr saget: Da erblicken wir nichts, ausser die blaue Farbe der Luft. Ich aber frage euch: Warum erblicket ihr da nichts? Ihr saget: Weil es da keinen Gegenstand gibt. Was verstehet ihr aber unter einem Gegenstande? Warum saget ihr nicht lieber Vorstand als Gegenstand? Ihr wisset nicht, was ihr da sagen sollet; ich aber sage euch: Wenn ihr ein Ding beschauet nach seiner Form, so ist das Ding doch offenbar etwas, das euch gegenübersteht, also ein Gegen-stand. Wenn aber etwas zwischen das Ding und euch gestellt würde, etwa eine Wand, ein Schleier, eine Wolke, so würdet ihr doch sicher sagen: Dieses steht uns vor dem Gegenstande, den wir beschauen möchten, und ist somit ein offenbarer Vorstand oder ein hindernder Vorgegenstand. Wenn ihr aber nun zufolge eines solchen Vorstandes den eigentlichen Gegenstand nicht erschauen möget, was wird davon wohl der Grund sein? Sehet, nichts anderes, als dass euch die vom Gegenstande zurückgeworfenen Strahlen nicht begegnen können, und somit auch nicht das in euch schon zugrunde liegende Vorbild belebend hervorzurufen vermögen.

20. Wisset, so ihr nicht in euch hättet die Sonne, und brenneten deren Millionen am Himmel, so möchtet ihr nicht eine erschauen! Und hättet ihr nicht in euch die Erde und alles, was in ihr und auf ihr ist vom Atome angefangen bis zur grössten allgemeinen Form hinüber vollkommen, so könntet ihr nicht eines der Dinge erschauen und keines derselben denken und dasselbe im Worte aussprechen.

21. Und hättet ihr ferner nicht das ganze Universum in euch, da wäre sternlos der ganze Himmel für euer Auge. Und hättet ihr also nicht in euch das geistige Reich der Himmel und das ewige Leben aus dem Herrn, wahrlich, ihr könntet dasselbe weder denken noch aussprechen. - Wie sich aber dieses alles verhält, also ist es zu nehmen mit der Kraft und Gegenkraft.

22. Auf der naturmässigen Welt ruft der von aussen in euch fallende Strahl das in euch ruhende Ebenmass hervor, und ihr erschauet durch die Wirkung der Gegenkraft und der Kraft in euch den also beschauten Gegenstand.

23. Wie geht denn solches im Geiste vor sich? Wie ist das rechte geistige Schauen bestellt? Gerade umgekehrt. Ihr nehmet ein Abbild aus euch. Dieses Abbild findet aber sobald seinen Gegensatz, wenn es in euch fest hervorgerufen wird. Je mehr ihr nun den in euch gefassten Gegenstand festhaltet, desto mehr strebt dieser seinen ewig gestellten Gegensatz an, entwickelt ihn mehr und mehr und macht ihn eben also auch stets beschaulicher.

24. Wenn ihr wie durch euren vorliegenden Stern es mit der inneren Beschauung so weit gebracht habt, dass er sich euch schon sehr ausgebreitet und enthüllt darstellt, so sollet ihr nicht denken, solches sei etwa ein Werk einer leeren Phantasie. O nein! Das ist es nicht im geringsten, sondern es ist volle Wirklichkeit. Aber nur ist sie noch unbekannt in ihrem Grunde, woher sie ist und wo sie ruht. Kann man denn solches nicht erfahren? O sicher; denn wo die Wirklichkeit ruht, da ruht auch ihr Name, ihre Ordnung, ihr Wirkungskreis und ihr Standort.

25. Es heisst aber im Worte des Herrn: „Aus den Früchten möget ihr den Baum erkennen.“ Wenn wir solches wissen, da wird es wohl nicht schwer sein, auf die Wirklichkeit dessen zu kommen, was sich nun vor euren Blicken schon so nahe entwickelt hat. Daher versuchet euch in der erhöhten Tätigkeit eures Geistes. Beschauet die vorliegende Welt genauer, bringet sie euch näher und näher, bis sie euch so nahe wird, dass ihr eure Füsse auf den Boden derselben setzen möget.

26. Ist solches geschehen, so habt ihr euch mit diesem Gegenstande in eine lebendige Verbindung gesetzt; er wird euch zur Grundlage, und ihr werdet auf dieser Grundlage tätig werden können. Wenn ihr es in dieser Tätigkeit werdet so weit gebracht haben, dass ihr darin den mächtigen Zug der Liebe des Herrn in euch verspüren werdet, und diese Liebe heisser und heisser wird und wird sich entzünden, in helle Flammen übergehend, so wird dadurch eure Unterlage in allen ihren Teilen, wo ihr nur immer hinblicken werdet, in selbst lebendige Formen sich auflösen nach der Art, wie sie in euch abbildlich vorhanden sind. Diese Formen werden dann rückwirkend die in euch zugrunde liegenden belebend hervorrufen und werden euch selbst kundgeben, wer und wo eure Grundlage ist.

27. Sehet, also ist alles Erkennen eine Folge des vorhergehenden Erschauens; das Erschauen aber die Folge des Strahlens und Gegenstrahlens oder die Folge der Kraft in euch und der Gegenkraft ausser euch. - Wir haben unsere Welt uns auf diese Weise schon sehr nahe gebracht; also nur noch einen kräftigen Zug im Geiste, und wir werden uns sogleich mit unseren Füssen auf der aus euch hervorgehenden Welt befinden!


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